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Wechsel
beim Kronstädter Kreisforum
Neuer Vorstand wählte Wolfgang Wittstock zum Vorsitzenden
rs. Kronstadt - Nach Dieter Drotleff und Univ.-Prof.
Dr.-Ing. Dieter Simon folgt nun Wolfgang Wittstock im Amt des
Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen im Kreis
Kronstadt (DFDKK). Der bei der DFDKK-Vertreterversammlung vom
Mittwoch, dem 8. Juni, im Festsaal des Blumenauer Altenheimes
neu gewählte Vorstand fasste diesen Entschluss auf Grund
einer geheimen Wahl bei seiner ersten Sitzung. Zum stellvertretenden
Vorsitzenden (ein Amt, das auf Grund der jüngsten Satzungsänderung
entstanden ist) wurde der Agraringenieur Georg Franz aus Nussbach/Mãierus
gewählt.
In seiner ersten Ansprache als Kreisforumsvorsitzender dankte
Wolfgang Wittstock für das in ihn gesetzte Vertrauen und
äußerte die Hoffnung, seine langjährige Erfahrung
in der Forumsarbeit, als Vertreter der deutschen Minderheit
im rumänischen Parlament sowie als Landesforumsvorsitzender,
nun auch auf lokaler Ebene erfolgreich einbringen zu können.
Für das von seinem Vorgänger in dessen 12-jähriger
Amtszeit Geleistete sprach Wittstock seine Anerkennung aus,
die mit Beifall seitens der 25 Vertreter bestätigt wurde.
Die Zusammensetzung des elfköpfigen Vorstandes bezeichnete
Wittstock als "ausgeglichen" - eine gute Voraussetzung
für die Bewältigung der Aufgaben, die nun anstehen.
Dem neuen Vorstand gehören neben Wittstock und Franz folgende
Forumsmitglieder an: Erwin Albu (Zeiden/Codlea), Karl Hellwig
(Reps/Rupea), Dr. Johannes Klein (Fogarasch/Fãgãras),
Heidrun Junesch (Tartlau/Prejmer) und die Kronstädter Steffen
Schlandt, Helmut Wagner, Dr. Dieter Simon, Ralf Sudrigian und
Kurt Boltres. Diese Besetzung kommt der Empfehlung von Benjamin
Jozsa, Geschäftsführer des Siebenbürgenforums,
nach, der vom scheidenden Vorsitzenden die Führung des
Wahlganges übernahm. Er hatte den Wählern geraten,
in den Vorstand jene Personen zu entsenden, die in Bereichen
wie Wirtschaft, Kultur, Politik, Soziales oder Jugendarbeit
einsatzbereit sind.
Eröffnet wurde die Sitzung durch den Jahresbericht 2005,
den Dr. Dieter Simon vorlegte. Dabei wurden die verdienstvolle
Leistung der Forums-Kulturgruppen gewürdigt sowie die ersten
Erfolge im Bereich der Immobilienrückgabe. Weniger war
über die politische Präsenz des DFDKK zu hören,
da diese, mit Ausnahme der zwei Zeidner Forums-Stadträte
und eines Mandats im Gemeinderat Bodendorf/Bunesti, im Kreis
Kronstadt/Brasov praktisch inexistent ist. Der zahlenmäßige
Rückgang der Forumsmitglieder sowie die geringe Zahl der
zahlenden Mitglieder in Ortsforen wie Fogarasch und Reps sind
ebenfalls Minuspunkte. Aus Fogarasch war übrigens kein
Vertreter anwesend, so dass die Wahl von Pfarrer Dr. Johannes
Klein nur nach dessen telefonischer Annahme der Kandidatur erfolgen
konnte.
Die in der Jahresbilanz 2005 angeführten Einnahmen und
Ausgaben, gefolgt vom Zensorenbericht, wurden anschließend
eingehend kommentiert. Die Gründung des Ortsforums Kronstadt
sowie die Vorschläge für DFDKK-Satzungsänderungen
wurden mit einer eindeutigen Mehrheit bewilligt. Auf den Jahresbericht
und auf die auf der Vertreterversammlung angesprochenen Fragen
kommen wir in einem KR-Bericht zurück.
Dritte Hermannstädter
Öko-Konferenz
Probleme der Abfallwirtschaft stehen zur Debatte
hb. Hermannstadt - Unter dem Titel "Müll ohne
Ende? Probleme der Abfallwirtschaft in Rumänien" findet
vom 14.-16. Juni die dritte Ökologiekonferenz in Hermannstadt/Sibiu
statt. Veranstalter ist die Evangelische Akademie Siebenbürgen
(EAS) in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche
in Bayern und mit Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung
Umwelt.
Ziel dieser Ökologie-Konferenz ist es, mit Experten aus
dem In- und Ausland, Vertretern des Umwelt- und des Wirtschaftsministeriums,
Unternehmern, die im Umweltbereich tätig sind, sowie Vertretern
von Umweltgruppen, NGOs und Kirchen eine Bestandsaufnahme der
Probleme zu erreichen und nach Möglichkeiten und Auswegen
aus der Müllproblematik zu suchen. Es wird nach nationalen
und internationalen Fördermöglichkeiten für Umweltinvestitionen
gefragt (zum Beispiel EU). Die Chancen und Perspektiven des
Transfers von neuen Umwelttechnologien im Bereich der Verpackungs-
und Recycling-Industrie sollen dabei ebenso im Mittelpunkt stehen
wie die Frage einer Umweltpädagogik auf verschiedenen Ebenen
zur Stärkung des Umweltbewusstseins. Die Frage nach staatlichen
Sanktions- und Interventionsmöglichkeiten im Bereich illegaler
Abfallentsorgung soll ebenfalls diskutiert werden.
Die Eröffnung der Konferenz findet am Mittwoch, dem 14.
Juni, um 17 Uhr statt, sie endet am 16. Juni mittags. Als Referenten
wurden geladen Prof. Dr. Walter Zsilincsar, Institut für
Geographie und Raumforschung, Karl-Franzens-Universität
Graz; Siegfried Fuchs, kirchlicher Umweltberater der Evangelisch-Lutherischen
Landeskirche Bayern; Bernd Brinkmann, kirchlicher Umweltberater
der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Bayern sowie Vertreter
der Lokalverwaltungen, der Dienstleister im Bereich der Müllentsorgung
aus der Region Hermannstadt, von Industrie- und Handelsgremien,
Wirtschaftsverbänden, Vertreter des Umwelt- und des Wirtschaftsministeriums
sowie von Umweltagenturen, NGOs, Umwelteinrichtungen, u.a. Die
Tagungssprachen sind Deutsch und Rumänisch.
Eine Wende im Leben
des Kirchenbezirks
Dechant Christian Plajer und Bezirkskurator Karl Hellwig eingeführt
ww. Kronstadt - In Anwesenheit von Bischof D. Dr. Christoph
Klein sowie zahlreicher ordinierter und nicht ordinierter Amtsträger
der Kirchengemeinden im evangelischen Kirchenbezirk A.B. Kronstadt,
von geistlichen Vertretern anderer Kirchen, aber auch interessierter
Gemeindeglieder fand am Mittwoch in der Blumenauer Kirche in
Kronstadt/Brasov der Festgottesdienst zur Einführung der
kirchlichen Würdenträger statt, die am 25. März
durch die Kronstädter Bezirkskirchenversammlung in Leitungsämter
auf Bezirkskirchenebene gewählt worden waren. Es handelt
sich um Dechant Christian Plajer, zugleich Kronstädter
Stadtpfarrer, der an die Stelle des bisherigen Dechanten Klaus
Daniel trat, und um Bezirkskirchenkurator Dipl.-Ing. Karl Hellwig
(Reps/Rupea), der Dipl.-Ing. Erwin Hellmann nach 20-jährigem
Wirken in diesem Amt ablöste, sowie um weitere neue Mitglieder
des Bezirkskonsistoriums.
Die Einführungsansprache von Bischof D. Dr. Christoph Klein
handelte von den Aufgaben der Kirche und kirchlicher Leitungsämter
in unserer Zeit, die im Bild vom Kreuz als Last und Brücke
zusammengefasst wurden. Die Einführung von Dechant Christian
Plajer und Bezirkskirchenkurator Karl Hellwig wurde durch Bischof
D. Dr. Christoph Klein, assistiert von Pfarrerin Marion Werner
(Kronstadt) und dem Bukarester Stadtpfarrer Dr. Daniel Zikeli,
vorgenommen, worauf die Einführung des Dechantstellvertreters
Dr. Johannes Klein, Stadtpfarrer in Fogarasch, und von Ortwin
Hellmann als neu gewähltes Mitglied im Bezirkskonsistorium
und stellvertretender Bezirkskirchenkurator durch Dechant Plajer
erfolgte.
Im Anschluss an den Gottesdienst beteiligten sich die Gäste
an einem gemeinsamen Essen im Gemeinschaftsraum des Altenheims
"Blumen-au". Bei dieser Gelegenheit wurden zahlreiche
Tischreden gehalten. Sowohl Dechant Christoph Plajer als auch
Bischof D. Dr. Christoph Klein würdigten das Wirken von
Altdechant Klaus Daniel, der dem Kronstädter Kirchenbezirk
zehn Jahre vorgestanden hat. Seitens der ökumenischen Schwesterkirchen
ergriffen Vertreter der ungarisch-evangelischen Kirche, der
reformierten Kirche und der griechisch-katholischen Kirche das
Wort. Zu den Grußworten, die verlesenen wurden, gehörte
auch ein Schreiben des Altkurators Erwin Hellmann, der verhindert
war, an der Einführung des neuen Dechanten sowie seines
Nachfolgers im Amt des Bezirkskirchenkurators teilzunehmen.
Dechantstellvertreter Dr. Johannes Klein bezeichnete die Neubesetzung
der Leitungsfunktionen als Wende im Leben des Kronstädter
Kirchenbezirks.

Ferienhäuser
und Hausplätze
Teile des Banater Berglands verwandeln sich in eine (teure)
Weekendgegend
wk. Orawitza - Parallel mit der stetigen Verteuerung
der Blockwohnungen in Reschitza, aber zunehmend auch in den
Kleinstädten des Banater Berglands, verteuern sich auch
die Häuser und Hausplätze in den ehemaligen Montanortschaften,
die einst arme Bergarbeitersiedlungen waren und jetzt zunehmend
(und unsystematisch) zu Feriensiedlungen umgemodelt werden.
Abgesehen von den traditionellen Luftschnapperortschaften Franzdorf,
Wolfsberg und Weidenthal, wo nicht nur fast keine Häuser
mehr erhältlich sind sondern die Preise sich auch bereits
jenseits der 50.000 Euro-Zone bewegen, sind die alten Bergorte
Dognatschka, Eisenstein, Deutsch-Saska, sowie die rumänischen
Bergdörfer südöstlich von Orawitza ein Anziehungspunkt
für die Käufer aus Temeswar geworden, die nahezu alles
aufkaufen, was irgendwie erhältlich ist. In manchen Ortschaften
werden Ortsteile im Sprachgebrauch der wenigen (und vorwiegend
alten) Ortsansässigen schon "case ale timi{orenilor"
oder "coltul timisorenilor" genannt, da sich dort
eine Eigendynamik des Wohnens entwickelt hat, die sogar Arbeitsplätze
schafft: Wächter der Weekendhäuser und Fütterer
der Haushunde der Neubesitzer.
In allen diesen Ortschaften stiegen die Preise der oft stattlichen,
aber meist vom Zahn der Zeit angenagten und ungepflegten Häuser
von 3000-5000 DM vor zehn-fünfzehn Jahren auf heute 15.000
- 25.000 Euro, während die Hausplätze (im Ortsrumänischen:
"platu") von 200-2000 DM vor zehn Jahren auf 3000-10.000
Euro stiegen.
Die zu einigem Wohlstand gekommenen Bewohner des sich rasant
entwickelnden Temeswar haben die schattigen Bergortschaften,
die meist im 18. Jahrhundert von der habsburgischen Administration
gegründet wurden, als Weekend-Domizile entdeckt, als die
Preise in den traditionellen Feriensiedlungen am Semenik schon
horrend geworden waren. Und sie haben sich allmählich die
Täler hochgekauft, Ortschaft für Ortschaft und den
verfallenden und überalterten Siedlungen durch Frischgeldzufuhr
eigentlich neues Leben eingehaucht. Heute gibt es in Deutsch-Saska/Sasca
Montanã - so eine Umfrage vor Ort - kaum noch ein Haus
unter 25.000 Euro (allerdings dazu meist mit schönen Hausgärten
und -plätzen) und auch im ärmlichen Rumänisch-Saska/Sasca
Român² liegen die Hauspreise zwischen 10.000 - 25.000
Euro. Das Interessante: man kann kaum handeln und feilschen,
weil es sehr viele Interessenten gibt, die sich die Klinke reichen
und man schnell mit der Bemerkung abgefertigt wird, es kämen
genug Käufer, die wirklich interessiert seien.
Gegenwärtig sind die Käuferwellen in den abgelegenen
Ortschaften Potoc und Socolari angelangt - die beide zusammen
keine 400 Bewohner mehr haben, von ehemals 2000 - und sondieren
auch Kaufmöglichkeiten im "Kleinen Amerika",
in Ilidia. Hier waren um die Wende zum 20. Jahrhundert fast
alle Männer nach Amerika ausgewandert und hatten (manche
nach 20 oder gar 30 Jahren) Geld ins Dorf gebracht und stattliche
Häuser gebaut ("Mica America" also im Doppelsinn),
für die heute Preise um 35.000 - 40.000 Euro verlangt werden.
Der Haken: es gibt im ganzen Ilidia nur noch vier bis sechs
Häuser zu verkaufen.
Vergleichbar ist die Lage in Wolfsberg und Weidenthal, wo gleich
nach der Wende Häuser zu 1000 - 3000 DM erhältlich
waren und wo man jetzt für eines der wenigen Häuser,
die noch zu verkaufen sind, meist mehr als 50.000 Euro hinblättern
muss. Selbst die Hausplätze sind in den beiden von Deutschböhmen
errichteten Ortschaften in schwindelerregende Höhen geklettert
und nicht von ungefähr überlegt Bürgermeister
Karl Rank, beidseitig am Fuß des Siedlungskamms Straßen
zu bauen und neue Wohngegenden abzustecken bzw. für die
Besiedlung zu erschließen. |
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