Suche  
 
  Schreiben Sie unsWir über unsGästebuch  
Politik
Wirtschaft
Meinung
Lokales
Kultur
 

Freitag, 9. 06. 2006
  Wechsel beim Kronstädter Kreisforum
Neuer Vorstand wählte Wolfgang Wittstock zum Vorsitzenden


rs. Kronstadt - Nach Dieter Drotleff und Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dieter Simon folgt nun Wolfgang Wittstock im Amt des Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen im Kreis Kronstadt (DFDKK). Der bei der DFDKK-Vertreterversammlung vom Mittwoch, dem 8. Juni, im Festsaal des Blumenauer Altenheimes neu gewählte Vorstand fasste diesen Entschluss auf Grund einer geheimen Wahl bei seiner ersten Sitzung. Zum stellvertretenden Vorsitzenden (ein Amt, das auf Grund der jüngsten Satzungsänderung entstanden ist) wurde der Agraringenieur Georg Franz aus Nussbach/Mãierus gewählt.

In seiner ersten Ansprache als Kreisforumsvorsitzender dankte Wolfgang Wittstock für das in ihn gesetzte Vertrauen und äußerte die Hoffnung, seine langjährige Erfahrung in der Forumsarbeit, als Vertreter der deutschen Minderheit im rumänischen Parlament sowie als Landesforumsvorsitzender, nun auch auf lokaler Ebene erfolgreich einbringen zu können. Für das von seinem Vorgänger in dessen 12-jähriger Amtszeit Geleistete sprach Wittstock seine Anerkennung aus, die mit Beifall seitens der 25 Vertreter bestätigt wurde. Die Zusammensetzung des elfköpfigen Vorstandes bezeichnete Wittstock als "ausgeglichen" - eine gute Voraussetzung für die Bewältigung der Aufgaben, die nun anstehen.

Dem neuen Vorstand gehören neben Wittstock und Franz folgende Forumsmitglieder an: Erwin Albu (Zeiden/Codlea), Karl Hellwig (Reps/Rupea), Dr. Johannes Klein (Fogarasch/Fãgãras), Heidrun Junesch (Tartlau/Prejmer) und die Kronstädter Steffen Schlandt, Helmut Wagner, Dr. Dieter Simon, Ralf Sudrigian und Kurt Boltres. Diese Besetzung kommt der Empfehlung von Benjamin Jozsa, Geschäftsführer des Siebenbürgenforums, nach, der vom scheidenden Vorsitzenden die Führung des Wahlganges übernahm. Er hatte den Wählern geraten, in den Vorstand jene Personen zu entsenden, die in Bereichen wie Wirtschaft, Kultur, Politik, Soziales oder Jugendarbeit einsatzbereit sind.

Eröffnet wurde die Sitzung durch den Jahresbericht 2005, den Dr. Dieter Simon vorlegte. Dabei wurden die verdienstvolle Leistung der Forums-Kulturgruppen gewürdigt sowie die ersten Erfolge im Bereich der Immobilienrückgabe. Weniger war über die politische Präsenz des DFDKK zu hören, da diese, mit Ausnahme der zwei Zeidner Forums-Stadträte und eines Mandats im Gemeinderat Bodendorf/Bunesti, im Kreis Kronstadt/Brasov praktisch inexistent ist. Der zahlenmäßige Rückgang der Forumsmitglieder sowie die geringe Zahl der zahlenden Mitglieder in Ortsforen wie Fogarasch und Reps sind ebenfalls Minuspunkte. Aus Fogarasch war übrigens kein Vertreter anwesend, so dass die Wahl von Pfarrer Dr. Johannes Klein nur nach dessen telefonischer Annahme der Kandidatur erfolgen konnte.

Die in der Jahresbilanz 2005 angeführten Einnahmen und Ausgaben, gefolgt vom Zensorenbericht, wurden anschließend eingehend kommentiert. Die Gründung des Ortsforums Kronstadt sowie die Vorschläge für DFDKK-Satzungsänderungen wurden mit einer eindeutigen Mehrheit bewilligt. Auf den Jahresbericht und auf die auf der Vertreterversammlung angesprochenen Fragen kommen wir in einem KR-Bericht zurück.



Dritte Hermannstädter Öko-Konferenz
Probleme der Abfallwirtschaft stehen zur Debatte


hb. Hermannstadt - Unter dem Titel "Müll ohne Ende? Probleme der Abfallwirtschaft in Rumänien" findet vom 14.-16. Juni die dritte Ökologiekonferenz in Hermannstadt/Sibiu statt. Veranstalter ist die Evangelische Akademie Siebenbürgen (EAS) in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und mit Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt.

Ziel dieser Ökologie-Konferenz ist es, mit Experten aus dem In- und Ausland, Vertretern des Umwelt- und des Wirtschaftsministeriums, Unternehmern, die im Umweltbereich tätig sind, sowie Vertretern von Umweltgruppen, NGOs und Kirchen eine Bestandsaufnahme der Probleme zu erreichen und nach Möglichkeiten und Auswegen aus der Müllproblematik zu suchen. Es wird nach nationalen und internationalen Fördermöglichkeiten für Umweltinvestitionen gefragt (zum Beispiel EU). Die Chancen und Perspektiven des Transfers von neuen Umwelttechnologien im Bereich der Verpackungs- und Recycling-Industrie sollen dabei ebenso im Mittelpunkt stehen wie die Frage einer Umweltpädagogik auf verschiedenen Ebenen zur Stärkung des Umweltbewusstseins. Die Frage nach staatlichen Sanktions- und Interventionsmöglichkeiten im Bereich illegaler Abfallentsorgung soll ebenfalls diskutiert werden.

Die Eröffnung der Konferenz findet am Mittwoch, dem 14. Juni, um 17 Uhr statt, sie endet am 16. Juni mittags. Als Referenten wurden geladen Prof. Dr. Walter Zsilincsar, Institut für Geographie und Raumforschung, Karl-Franzens-Universität Graz; Siegfried Fuchs, kirchlicher Umweltberater der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Bayern; Bernd Brinkmann, kirchlicher Umweltberater der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Bayern sowie Vertreter der Lokalverwaltungen, der Dienstleister im Bereich der Müllentsorgung aus der Region Hermannstadt, von Industrie- und Handelsgremien, Wirtschaftsverbänden, Vertreter des Umwelt- und des Wirtschaftsministeriums sowie von Umweltagenturen, NGOs, Umwelteinrichtungen, u.a. Die Tagungssprachen sind Deutsch und Rumänisch.



Eine Wende im Leben des Kirchenbezirks
Dechant Christian Plajer und Bezirkskurator Karl Hellwig eingeführt


ww. Kronstadt - In Anwesenheit von Bischof D. Dr. Christoph Klein sowie zahlreicher ordinierter und nicht ordinierter Amtsträger der Kirchengemeinden im evangelischen Kirchenbezirk A.B. Kronstadt, von geistlichen Vertretern anderer Kirchen, aber auch interessierter Gemeindeglieder fand am Mittwoch in der Blumenauer Kirche in Kronstadt/Brasov der Festgottesdienst zur Einführung der kirchlichen Würdenträger statt, die am 25. März durch die Kronstädter Bezirkskirchenversammlung in Leitungsämter auf Bezirkskirchenebene gewählt worden waren. Es handelt sich um Dechant Christian Plajer, zugleich Kronstädter Stadtpfarrer, der an die Stelle des bisherigen Dechanten Klaus Daniel trat, und um Bezirkskirchenkurator Dipl.-Ing. Karl Hellwig (Reps/Rupea), der Dipl.-Ing. Erwin Hellmann nach 20-jährigem Wirken in diesem Amt ablöste, sowie um weitere neue Mitglieder des Bezirkskonsistoriums.

Die Einführungsansprache von Bischof D. Dr. Christoph Klein handelte von den Aufgaben der Kirche und kirchlicher Leitungsämter in unserer Zeit, die im Bild vom Kreuz als Last und Brücke zusammengefasst wurden. Die Einführung von Dechant Christian Plajer und Bezirkskirchenkurator Karl Hellwig wurde durch Bischof D. Dr. Christoph Klein, assistiert von Pfarrerin Marion Werner (Kronstadt) und dem Bukarester Stadtpfarrer Dr. Daniel Zikeli, vorgenommen, worauf die Einführung des Dechantstellvertreters Dr. Johannes Klein, Stadtpfarrer in Fogarasch, und von Ortwin Hellmann als neu gewähltes Mitglied im Bezirkskonsistorium und stellvertretender Bezirkskirchenkurator durch Dechant Plajer erfolgte.

Im Anschluss an den Gottesdienst beteiligten sich die Gäste an einem gemeinsamen Essen im Gemeinschaftsraum des Altenheims "Blumen-au". Bei dieser Gelegenheit wurden zahlreiche Tischreden gehalten. Sowohl Dechant Christoph Plajer als auch Bischof D. Dr. Christoph Klein würdigten das Wirken von Altdechant Klaus Daniel, der dem Kronstädter Kirchenbezirk zehn Jahre vorgestanden hat. Seitens der ökumenischen Schwesterkirchen ergriffen Vertreter der ungarisch-evangelischen Kirche, der reformierten Kirche und der griechisch-katholischen Kirche das Wort. Zu den Grußworten, die verlesenen wurden, gehörte auch ein Schreiben des Altkurators Erwin Hellmann, der verhindert war, an der Einführung des neuen Dechanten sowie seines Nachfolgers im Amt des Bezirkskirchenkurators teilzunehmen. Dechantstellvertreter Dr. Johannes Klein bezeichnete die Neubesetzung der Leitungsfunktionen als Wende im Leben des Kronstädter Kirchenbezirks.



Ferienhäuser und Hausplätze
Teile des Banater Berglands verwandeln sich in eine (teure) Weekendgegend

wk. Orawitza - Parallel mit der stetigen Verteuerung der Blockwohnungen in Reschitza, aber zunehmend auch in den Kleinstädten des Banater Berglands, verteuern sich auch die Häuser und Hausplätze in den ehemaligen Montanortschaften, die einst arme Bergarbeitersiedlungen waren und jetzt zunehmend (und unsystematisch) zu Feriensiedlungen umgemodelt werden.

Abgesehen von den traditionellen Luftschnapperortschaften Franzdorf, Wolfsberg und Weidenthal, wo nicht nur fast keine Häuser mehr erhältlich sind sondern die Preise sich auch bereits jenseits der 50.000 Euro-Zone bewegen, sind die alten Bergorte Dognatschka, Eisenstein, Deutsch-Saska, sowie die rumänischen Bergdörfer südöstlich von Orawitza ein Anziehungspunkt für die Käufer aus Temeswar geworden, die nahezu alles aufkaufen, was irgendwie erhältlich ist. In manchen Ortschaften werden Ortsteile im Sprachgebrauch der wenigen (und vorwiegend alten) Ortsansässigen schon "case ale timi{orenilor" oder "coltul timisorenilor" genannt, da sich dort eine Eigendynamik des Wohnens entwickelt hat, die sogar Arbeitsplätze schafft: Wächter der Weekendhäuser und Fütterer der Haushunde der Neubesitzer.

In allen diesen Ortschaften stiegen die Preise der oft stattlichen, aber meist vom Zahn der Zeit angenagten und ungepflegten Häuser von 3000-5000 DM vor zehn-fünfzehn Jahren auf heute 15.000 - 25.000 Euro, während die Hausplätze (im Ortsrumänischen: "platu") von 200-2000 DM vor zehn Jahren auf 3000-10.000 Euro stiegen.

Die zu einigem Wohlstand gekommenen Bewohner des sich rasant entwickelnden Temeswar haben die schattigen Bergortschaften, die meist im 18. Jahrhundert von der habsburgischen Administration gegründet wurden, als Weekend-Domizile entdeckt, als die Preise in den traditionellen Feriensiedlungen am Semenik schon horrend geworden waren. Und sie haben sich allmählich die Täler hochgekauft, Ortschaft für Ortschaft und den verfallenden und überalterten Siedlungen durch Frischgeldzufuhr eigentlich neues Leben eingehaucht. Heute gibt es in Deutsch-Saska/Sasca Montanã - so eine Umfrage vor Ort - kaum noch ein Haus unter 25.000 Euro (allerdings dazu meist mit schönen Hausgärten und -plätzen) und auch im ärmlichen Rumänisch-Saska/Sasca Român² liegen die Hauspreise zwischen 10.000 - 25.000 Euro. Das Interessante: man kann kaum handeln und feilschen, weil es sehr viele Interessenten gibt, die sich die Klinke reichen und man schnell mit der Bemerkung abgefertigt wird, es kämen genug Käufer, die wirklich interessiert seien.

Gegenwärtig sind die Käuferwellen in den abgelegenen Ortschaften Potoc und Socolari angelangt - die beide zusammen keine 400 Bewohner mehr haben, von ehemals 2000 - und sondieren auch Kaufmöglichkeiten im "Kleinen Amerika", in Ilidia. Hier waren um die Wende zum 20. Jahrhundert fast alle Männer nach Amerika ausgewandert und hatten (manche nach 20 oder gar 30 Jahren) Geld ins Dorf gebracht und stattliche Häuser gebaut ("Mica America" also im Doppelsinn), für die heute Preise um 35.000 - 40.000 Euro verlangt werden. Der Haken: es gibt im ganzen Ilidia nur noch vier bis sechs Häuser zu verkaufen.

Vergleichbar ist die Lage in Wolfsberg und Weidenthal, wo gleich nach der Wende Häuser zu 1000 - 3000 DM erhältlich waren und wo man jetzt für eines der wenigen Häuser, die noch zu verkaufen sind, meist mehr als 50.000 Euro hinblättern muss. Selbst die Hausplätze sind in den beiden von Deutschböhmen errichteten Ortschaften in schwindelerregende Höhen geklettert und nicht von ungefähr überlegt Bürgermeister Karl Rank, beidseitig am Fuß des Siedlungskamms Straßen zu bauen und neue Wohngegenden abzustecken bzw. für die Besiedlung zu erschließen.