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Keiner
braucht PHARE-Gelder
Sind Bürgermeister zu bequem zum Projekteschreiben?
wk.Reschitza. - Kreisratspräses Sorin Frunzãverde
hat zu Beginn der Woche die Bürgermeister seiner 78 Gemeinden
und Städte zusammengetrommelt, um sie daran zu erinnern,
dass sie nur noch bis zum 10.Juli Zeit haben, um Projekte einzureichen
für das neue Phare-CBS Programm, das den drei an Serbien
grenzenden Verwaltungskreisen Temesch, Karasch-Severin und Mehedinti
zur Verfügung steht.
Das neue grenzüberschreitende Entwicklungs- und Förderprogramm,
das allein für die drei rumänischen Verwaltungskreise
in den kommenden Jahren 17 Millionen Euro vorsieht, kann nach
gegenwärtigem Stand der Projektevaluation nicht erschöpfend
genutzt werden, weil zu wenig Projekte vorliegen. Der Kreisrat
Karasch-Severin hat zwar die meisten Projekte ausgearbeitet
- vier - aber es sei noch viel Platz für weitere Projekte,
einschließlich kleinere Projekte einzelner Gemeinden.
Frunzãverde nannte unter anderen Renovierungsarbeiten
an Kulturheimen, die mit diesen Mitteln bestritten werden können.
Seit 2004, als die gegenwärtige PNL-PD-Administration aufgrund
der Kommunalwahlen an die Macht kam, hat der Kreisrat rund 100
Millionen Euro Projekthilfen aus europäischen Töpfen
an Land gezogen, doch sei dies nur ein Teil des Möglichen.
Unter Umständen, wo von der Regierung in Bukarest nahezu
nichts zu erwarten sei an Geldern und so lange dort weiter nach
dem Gießkannenprinzip gearbeitet wird - wobei der Wind
meist nach Süden oder Osten weht - müssen sich die
westrumänischen Kommunen selber um Projekte und deren Finanzierungsmöglichkeiten
kümmern. Dazu stehe ihnen der einschlägige Beratungsdienst
des Kreisrats zur Verfügung. Aber die Projektvorschläge
müssen schon aus den Kommunen kommen, niemand werde auf
sie zugehen und ihnen Projektvorschläge machen oder gar
in ihrem Namen Projekte ausarbeiten. Man solle sich ruhig Spanien
als Beispiel nehmen, ein ursprünglich armes Land, das sich
mit EU-Geldern kräftig aufgeholfen hat. Nur: die Initiative
dazu kam nicht von außen und/oder anderen.
Zudem dürfe man nicht vergessen, dass auch "die bereits
immer spärlicher fließenden Regierungsgelder künftig
ausschließlich aufgrund von Projektanträgen kommen
dürfen, so dass in Zukunft das Ausarbeiten und das Management
von Projekten die Hauptbeschäftigung engagierter Bürgermeister
sein wird", hämmerte Frunz²verde aufs Eindringlichste
seinen Bürgermeistern ein.
Deutsche in Mittel-
und Osteuropa
Drittes Seminar über deutsche Minderheiten im MOE der Gegenwart
wk. Mediasch/Reschitza. - Zwischen dem 11.-16. Juli findet
in Mediasch das dritte Seminar zum Thema "Identität
der deutschen Minderheit in MOE. Gegenwart und Zukunft"
statt. Das Seminar wird vom Stuttgarter Institut für Auslandsbeziehungen
(ifa) gefördert und vereint insgesamt 25 Teilnehmer zwischen
20 und 27 Jahren aus Serbien (Vojvodina), Ungarn, Tschechien,
Polen und Rumänien.
Mit dem Seminar wird beabsichtigt, die Teilnehmer zu motivieren
und bewusst zu machen bezüglich einer aktiven Auseinandersetzung
mit ihrer Herkunft und Identität. 16 Jahre nach der politischen
Wende in Osteuropa und im unmittelbaren zeitlichen Umfeld der
Osterweiterung der EU sollen den Jugendlichen die Möglichkeit
und Denkimpulse geboten werden, über ihre Identität
als deutschsprachige Minderheit in Mittel- und Osteuropa zu
reflektieren, darüber untereinander zu diskutieren und
Versuche zu ihrer Neudefinierung zu unternehmen. Im Zentrum
der Diskussionen sollen Möglichkeiten des Erhalts und der
Pflege der deutschen Sprache und Kultur in diesem europäischen
Raum stehen.
In Mediasch wird es eine Zukunftswerkstatt geben mit mehreren
workshops zur Lage der deutschen Minderheit in den einzelnen
Teilnehmerländern, zur Rolle einer klar definierten und
angeeigneten Identität für die Zukunft der deutschen
Minderheiten. Es sollen auch Projekte und Netzwerke im Bereich
Jugend- und Kulturarbeit vorgestellt sowie über Möglichkeiten
des Praktikums unterrichtet werden.
Zum Rahmenprogramm gehört ein Ausflug in die Kulturhauptstadt
Europas 2007, nach Hermannstadt, ein literarischer Länderabend,
ein Abend mit rumänischen Filmen.
Interessenten zwischen 20-27 Jahren, Angehörige der deutschen
Minderheit aus Serbien/Vojvodina, Ungarn, Polen, Tschechien
und Rumänien können formlose Bewerbungen mit kurzen
Begründungen (500-700 Zeichen) an die ifa-Kulturassistentin
des Reschitzaer DFBB, Andrea-Judith Krempels (ajkrempels@yahoo.de)
schicken, wo sie Name, Vorname, Geschlecht und Staatsangehörigkeit,
Geburtsdatum und -ort, Adresse und Wohnort sowie e-mail und
Telefonnummer angeben. Reisekosten werden übernommen, eine
Teilnahmegebühr von 20 Euro wird gefordert. Die Bewerbungsfrist
läuft am 16. Juni 2006 ab. Zusätzliche Auskünfte
kann man über die oben angegebene E-mail-Adresse oder über
0748-981063 (Andrea-Judith Krempels) bzw. über den Reschitzaer
ifa-Twin Alexandra Damsea (damsea_alexandra@yahoo.de,
0746-226894) erhalten.
Internationaler Anziehungspunkt
TIFF
Begeisterte Volontäre beim Filmfestival / Von Laura
Cãpãtânã
Klausenburg - "Die Brötchen sind da, die Brötchen
sind da!", freut man sich im Foyer des Kinos "Republica"
in Klausenburg/ Cluj-Napoca. Rund 20 junge Leute in roten T-Shirts
warten schon seit Stunden auf ihr Essen. Sonia, Volontärin
beim Transilvania International Film Festival (TIFF) verteilt
aus einer Kartonschachtel die knusprigen Semmeln.
Die 21-jährige Sonia Adina Crisan ist eigens zum TIFF aus
Köln, ihrer Adoptivstadt, nach Siebenbürgen gekommen.
Zwei Wochen wohnt die gebürtige Klausenburgerin in ihrer
Heimatstadt und hilft jeden Tag beim Filmfestival mit. In Schichten
von je vier Stunden ist sie täglich dabei. Schon seit März
hat sie sich als Volontärin beworben, da sie unbedingt
dabei sein wollte, erzählt sie. Nicht nur wegen der freien
Eintritte, sondern vor allem wegen der Leute sei sie da. Im
Vorjahr war sie das erste Mal als Freiwillige beim TIFF. Heuer
darf sie im "Guest"-Team mitarbeiten, das sich um
die Gäste kümmert. Hier hat sie die Möglichkeit,
hiesige und internationale Berühmtheiten zu treffen. Bislang
waren es Nae Caranfil, Mihaela Rãdulescu und Mona Muscã,
denen sie über den Weg gelaufen ist. Beim Festival mitzumachen,
sei besonders anziehend für sie, denn als Wirtschaftsstudentin
in Köln habe sie wenig Zugang zum Film. Hingegen finde
sie immer wieder Zeit, in Theatergruppen mitzuwirken. Theater
zu machen, das ist ihr großer Traum.
"Jeden Tag nach dem TIFF gehe ich nach Hause, dusche und
zisch dann zu den Partys ab. Keinen einzigen Abend habe ich
verpasst", lächelt die Studentin. Hier kommt sie mit
über hundert Freiwilligen aus Klausenburg, Temeswar/Timisoara,
Arad, Konstanza/ Constanta, aber auch aus Korea oder Spanien
zusammen. Tagsüber sind diese in mehrere Gruppen aufgeteilt
und arbeiten in den Kinos "Arta", "Republica"
und "Victoria" sowie im Hof des Kunstmuseums.
Sonia fliegt nach dem Festival gleich wieder nach Köln,
wo sie als Bedienung in einem Lokal, "Schokolademuseum",
erwartet wird. Bis dahin hofft sie, ganz viele Filme sehen zu
können und alle Abende durchzuhalten.

Taxifahrer
sind unzufrieden
rs. Kronstadt - Rund hundert Kronstädter
Taxifahrer trafen Donnerstag am Parkplatz vor dem Roman-Lkw-Werk
zu einem Protestmeeting zusammen. Dort war ein Treffen mit Attila
Radnoti, Leiter der technischen Dienststelle beim Bürgermeisteramt,
vorgesehen, das aber nicht mehr stattfand, da der Vertreter
der Stadtverwaltung nicht erschien. Die Taxifahrer, sowohl Angestellte
von Taxifirmen , als auch selbständige, wollten ursprünglich
durch einen Protestmarsch, der vor dem Bürgermeisteramt
enden sollte, ihre Unzufriedenheit bekunden. Da dieser Marsch
nicht bewilligt wurde, (er hätte praktisch den Verkehr
im Stadtzentrum für Stunden blockiert), stellten die Taxifahrer
ihre Forderungen bei dieser Versammlung vor.
Sie verlangen zusätzliche Taxistände, eine genauere
Überprüfung der Zulassungen sowie Sondertarife für
Nachtfahrten und Fahrten außerhalb des Stadtgebietes.
Unzufrieden sind die Mitarbeiter der Taxifirmen auch mit der
Summe, die sie täglich mit ihren Arbeitgebern abrechnen
müssen, so dass sie, ihrer Meinung nach, nicht gemäß
dem Arbeitsgesetz entlohnt werden. Überstunden, obwohl
in diesem Beruf gesetzwidrig, gehören inzwischen vielerorts
zur Selbstverständlichkeit. "Nieder mit der Taxi-Mafia"
war immer wieder zu hören. Die Unzufriedenheit richtet
sich auch gegen die Lokalpolitiker, die ihren Versprechungen
bezüglich Taxiverkehr nicht nachgekommen sind. Bei den
nächsten Wahlen würden diese aber erneut darauf bestehen,
dass möglichst viele Taxis zur mobilen Parteiwerbefläche
umfunktioniert werden.
Der Protest erreichte aber nicht unbedingt die erwünschte
Wirkung: während ihre Kollegen für bessere Arbeitsverhältnisse
und weniger Schwarzarbeit kämpften, folgten andere Taxifahrer
dem üblichen Berufsalltag, so dass am Donnerstag kein Mangel
an Taxis bemerkt wurde. |
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