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Samstag, 10. 06. 2006
  Angebliche Provision für die zwei Fregatten schlägt Wellen
6 Millionen Pfund Sterling an rumänische Politiker?


Bukarest (ADZ) - Nachdem die Eheleute Georgiana und George Barry in London zeitweilig verhaftet worden sind wegen Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit einer angeblichen Provision von 1 Million Pfund Sterling, die sie für die Vermittlung des Verkaufs von zwei Fregatten der englischen Marine an den rumänischen Staat erhalten haben, schlägt die Affäre jetzt in Bukarest hohe Wellen, schreibt "Gândul". Die Provision, die die Gesellschaft BAE Systems bezahlt haben soll, habe nämlich 7 Millionen Pfund Sterling betragen, 6 Millionen seien demnach in die Tasche rumänischer Politiker geflossen. Die Eheleute Barry wurden Mittwoch wegen mangelnder Beweise wieder auf freien Fuss gesetzt.

In Bukarest hat die Antikorruptions-Staatsanwaltschaft (DNA) mit eigenen Untersuchungen begonnen, insbesondere da die rumänischen Staatsanwälte von den englischen Behörden schon vor zwei Monaten zur Mitarbeit aufgefordert worden seien. Der Schlüssel der Affäre befinde sich allerdings in Londen, meinen diese.

Die Fregatten "Regele Ferdinand" und "Regina Maria" waren aus zweiter Hand 2003 vom rumänischen Staat gekauft worden, dafür gab es die Billigung des Obersten Verteidigungsrats (CSAT) und einen Regierungbeschluss. In einer ersten Phase sollten dafür 116 Millionen Pfund Sterling bezahlt werden.

Seitens des rumänischen Verteidigungsministeriums wird dazu geäußert, dass der Ankauf der Fregatten gesetzmäßig verlaufen sei, von einer Provision wisse man nichts.



Referendum-Gesetz wird nicht abgeändert

Bukarest (ADZ) - Das Verfassungsgericht hat Mittwoch entschieden, dass keine Änderungen am Gesetz zur Volksbefragung Nr.3/2000 vorgenommen werden. Das Parlament hatte den Dringlichkeitserlass der Regierung Nr. 99/2005, der dieses Gesetz abändern wollte, bereits abgewiesen. Dagegen hatte Präsident Traian Bãsescu Einspruch erhoben, er argumentierte, dass Art. 12 des Gesetzes verfassungswidrig sei, da er die Bereiche von nationalem Interesse einschränke, zu denen der Staatschef ein Referendum ausschreiben kann. Diesem Einwand wurde nicht stattgegeben und das Gesetz Nr. 3/2000 bleibt somit unverändert in Kraft.



Ovidiu Tender auf freiem Fuß

Bukarest (ADZ) - Das Bukarester Tribunal hat Mittwoch die sofortige Haftentlassung des Geschäftsmann Ovidiu Tender verfügt, berichtet "Jurnalul National". Der Geschäftsmann war bereits mehr als drei Monate in Vorbeugehaft gehalten worden. Das Gericht hat nun verfügt, dass er auf freien Fuß gesetzt wird, während die Untersuchungen weiter laufen. Gegen dieses Urteil kann allerdings auch wieder Einspruch erhoben werden. Der Geschäftsmann wird beschuldigt, dass er den rumänischen Staat mit rund 2.700 Milliarden alte Lei geschädigt habe. Die Anklagepunkte lauten Betrug, Anstiftung zum Amtsmissbrauch, Geldwäsche u. a.



Sechs Tote bei Unfall im Hafen Konstanza

Bukarest (ADZ) - Im rumänischen Schwarzmeerhafen Konstanza sind bei einem Unfall am Donnerstag mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Ein 20 Tonnen schwerer Laufkran war aus vorerst ungeklärten Gründen auf einen Schlepper und einen schwimmenden Kran gestürzt und brachte diese zum Kentern. Vier Menschen wurden beim Unfall schwer verletzt, hieß es. Die Leiche eines Mannschaftsmitglieds des Schleppers hatten Taucher bis Donnerstagabend noch nicht aus dem Wrack bergen können.