10 Jahre „Haus der Göttlichen Barmherzigkeit“ in Temeswar

Im Hospiz werden schwerkranke Menschen bis zu ihrem Lebensende begleitet

Mittwoch, 16. November 2016

Zum Hospiz-Jubiläum: In der Elisabethstädter Pfarrkirche fand am Samstag ein Festgottesdienst statt.
Foto: die Verfasserin

Seit zehn Jahren ist in Temeswar das Hospiz „Haus der Göttlichen Barmherzigkeit“ des Caritas-Verbands in Betrieb. In der Einrichtung werden schwerkranke Menschen, die im Sterben liegen, betreut. Die Patienten sind im Schnitt zwischen 40 und 60 Jahre alt - die meisten leiden an Krebs. Am Samstag fand in der römisch-katholischen Kirche in der Temeswarer Elisabethstadt ein Festgottesdienst zum zehnjährigen Hospiz-Jubiläum statt. Anwesend war das Hospiz-Team, aber auch Freunde und Unterstützer der Einrichtung.

Über 2000 Patienten wurden im Laufe der Zeit ins „Haus der Göttlichen Barmherzigkeit“ eingewiesen – mehr als die Hälfte dieser Menschen starb im Temeswarer Palliativzentrum. Das Hospiz in der Memorandului-Straße wird von der Franziskanerschwester Savia aus der Slowakei geleitet. Ihr stehen weitere sechs Franziskanerschwestern, aber auch Ärzte, Krankenschwestern und –pflegerinnen sowie eine Psychologin zur Seite.

Das Besondere an dem Hospiz: Neben der medizinischen Hilfe wird den Patienten auch spirituelle Unterstützung angeboten. Es sind Seelsorger aller Konfessionen, die ins Hospiz kommen und mit den Kranken beten. Das war nicht immer so gewesen, weiß Schwester Savia, sie freut sich aber sehr, dass die orthodoxen Priester ihrer Einladung gefolgt sind. „Wir begleiten die Menschen, spirituell, bis zu ihrem Lebensende. Die meisten von ihnen haben sich mit dem Tod abgefunden, denn die Krankheit verändert sie, der Körper spricht zur Seele. Auch wenn manche nicht religiös sind, so sind sie trotzdem gläubig – die menschliche Seele ist gläubig“, sagt Schwester Savia.

Das „Haus der Göttlichen Barmherzigkeit“ ist eigentlich ein kleines Krankenhaus. Im Schnitt werden hier 250 Menschen pro Jahr eingewiesen – für etwa 80 Prozent dieser Menschen ist das Hospiz auch die Endstation ihres Lebens. Doch in dem Hospiz ist es nicht nur der Patient, der  zählt, sondern auch dessen Angehörigen, die ebenfalls psychologisch betreut werden. „Die Mehrheit unserer Patienten ist krebskrank. An zweiter Stelle befinden sich Patienten mit neurologischen und bronchopulmonalen Erkrankungen und an dritter Stelle sind es die Herzkranken, um die wir uns kümmern“, sagt Chefarzt Ovidiu Mărușteri.

Dass gut ausgebildetes Personal Mangelware in Rumänien ist, das weiß Caritas-Geschäftsführer Herbert Grün ganz genau. Trotzdem haben er und Schwester Savia es geschafft, im Laufe der verstrichenen zehn Jahre ein gutes, 15-köpfiges Hospiz-Team zu bilden. Die den Patienten angebotenen Dienstleistungen werden zu 80 Prozent von der Krankenkasse getragen – den Rest sichert die Einrichtung über Spenden – ein in den vergangenen Jahren immer schwierigeres Unterfangen. Dem Hospiz kommt, unter anderem, der Erlös des großen Sing-Events Timișoara Gospel Project zu Gute. Unterstützung bekommt das Hospiz auch von Freiwilligen. In diesem Jahr kam die Jesuitenvolontärin Ida Hömmken-Keil aus Deutschland nach Temeswar, um den Mitarbeitern des Palliativzentrums zu helfen.

Am Samstag zelebrierte der römisch-katholische Bischof Martin Roos einen Festgottesdienst in der Elisabethstädter Pfarrkirche – zum zehnjährigen Jubiläum des Hauses der Göttlichen Barmherzigkeit. Die Anwesenden – Hospiz-Angestellte und Freunde der Einrichtung - beteten für jene Menschen, die nicht mehr unter uns weilen, aber auch dafür, dass das Hospiz noch lange Jahre bestehen bleibt – denn schließlich ist die Einrichtung ein Segen für jene Menschen, die ihren letzten Lebensabschnitt antreten.

Eine Reportage über das Hospiz der Caritas Temeswar lesen Sie im Dezember in der BZ.

 

 

 

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