100 Jahre seit Ende des Ersten Weltkriegs

Gedenkfeier im österreichisch-ungarischen Soldatenfriedhof von Baru, Kreis Hunedoara

Donnerstag, 15. November 2018

Der österreichisch-ungarische Soldatenfriedhof von Baru, Kreis Hunedoara

Allerheiligen 2018: DFBB-Vorsitzender E.J.Țigla hält eine Gedenkrede, links als Ehrengäste, Honorarkonsul Vasile Onofrei mit Gattin.

Kranzniederlegung zu Ehren der Gefallenen bei den Kämpfen um den Merișor-Pass 1916. Fotos: DFBB

Am 7. November fand im Friedhof der Gefallenen der Mittelmächte in der Gemeinde Baru, Kreis Hunedoara, eine Gedenkveranstaltung anlässlich der 100 Jahre seit dem Ende des Ersten Weltkriegs statt. Zugegen waren mehrere Vertreter des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen aus Reschitza mit seinem Vorsitzenden Erwin Josef Ţigla. Als Ehrengäste waren der Österreichische Honorarkonsul von Temeswar, Vasile Onofrei mit Gattin Cristina Telegdi anwesend.

Einleitende Worte zu der Gedenkfeier sprach der DFBB-Vorsitzende und Hauptorganisator:

„Wir befinden uns heute hier in der Gemeinde Baru anlässlich einer Gedenkfeier zu 100 Jahren seit dem Ende des Ersten Weltkriegs oder des Großen Kriegs, wie er noch genannt wird. Am 11. November 1918 fand dieses erste weltweite Kriegsgeschehen sein Ende. Begonnen hat alles am 28. Juli 1914, als Österreich-Ungarn Serbien den Krieg erklärte. Damit kam es zu dem, was bereits vor einem Monat, am 28. Juni 1914, durch das Attentat von Sarajewo vorauszusehen war.

Hier, auf diesem Friedhof, liegen 37 deutsche und österreichisch-ungarische Soldaten, die während der Gefechte von Merişor vom 14. und 15. September 1916 gefallen sind. In der Nähe, im Raum der gleichen Gemeinde, sind auch rumänische Soldaten beerdigt. Alle sind hier beim Kampf um den Merişor-Pass gefallen, die Truppen der Mittelmächte unter der Leitung des Generalmajors Edwin Sunkel (Deutsche Division 187 Infanterie und Österreich-Ungarische Brigade 144 Landsturm), die rumänischen Truppen unter Brigadegeneral Ioan Muică (Division 11 Infanterie).

Hier einige Daten über die beiden Generäle: Brigadegeneral Ioan Muică wurde am 10. Januar 1859 in Pecinișca bei Herkulesbad im Banater Bergland geboren. Seine Eltern waren Mitglieder des Banater Grenzregiments (Vater: Nestor Muică - „străjermeșter“, und Mutter Maria Chiosa). Nach dem Besuch der Regimentsschule in Karansebesch folgten das Studium an der Militärakademie in Wiener Neustadt und an der Kriegsschule in Wien, wo er ein Kollege des berühmt gewordenen Banater Generals Dragalina war. Am 1. April 1890 trat er in die Reihen der rumänischen Armee ein. Während des Ersten Weltkriegs kommandierte er die Division 11 Infanterie, die aus den Brigaden 21 und 22 bestand, im Kampfbereich Schiltal (Valea Jiului). Er leitete u.a. die Kämpfe beim Merișor-Pass. Gestorben ist er im Jahre 1921. Generalmajor Edwin Sunkel wurde am 6. Juni 1854 in Fulda / Deutschland geboren und starb am 2. Januar 1931. Er war einer der Generäle des Deutschen Heers im Ersten Weltkrieg. Er kommandierte die Division 187 Infanterie auf dem heutigen Gebiet Rumäniens.

Durch unsere Anwesenheit hier, um diese Gräber, bezeugen wir in erster Reihe eine christliche Pflicht, für ihr Seelenheil zu beten, unabhängig von Glaubensbekenntnis oder nationaler Zugehörigkeit. Alle hier Gefallenen waren Opfer der Politik der damaligen Epoche. Möge unsere heutige Geste zum 100. Jahrestag seit Ende des Ersten Weltkriegs uns behilflich sein, gerade in den jetzigen Zeiten den Frieden das Geschehene besser zu verstehen und für einen dauerhaften Frieden in der Welt und in Europa sich entschieden einzusetzen. Mögen die kommenden Generationen weiter in Frieden und gegenseitiger Achtung genauso leben, wie wir es jetzt tun.

Abschließend bedanke ich mich für die Anwesenheit des Österreichischen Honorarkonsuls in Temeswar, Vasile Onofrei, dass er zusammen mit Frau Cristina Telegdi unsere Einladung angenommen hat, hier die Gefallenen zu ehren.“

Es folgten Gebete für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges und Kranzniederlegungen. Zum Schluss blies ein Trompeter von der Blasmusikkapelle aus Karansebesch, Beniamin Maralescu, das „Il Silentio“.

Zu erwähnen sei noch, dass bei jedem Grabstein je zwei Kerzen, die auf Vermittlung von Dr. Herwig Brandstetter aus Graz / Steiermark, von Seiten der Firma „DRAUCH“ aus Hausmannstätten / Österreich gespendet wurden, angezündet wurden.

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