1044 Tage vor Entlassungstermin: Ionesie Ghiorghioni vorzeitig frei

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Reschitza – Ionesie Ghiorghioni, eine der emblematischen Gestalten des „Systems Frunzăverde” und einer der korruptesten Kommunalpolitiker, die der Antikorruptionsbehörde DNA in die Fänge geraten sind, ist mittels Urteil des Temescher Kreisgerichts vorzeitig aus seiner Haft entlassen worden.

Ghiorghioni, in seiner Zeit als Vizepräsident des Kreisrats Karasch-Severin als der „Zehn Prozent für Mich”-Mann bekannt, weil er von allen Staatsgeldern, die er mit zu verwalten hatte, für seine Unterschrift zehn Prozent der unterzeichneten Summe zur persönlichen Verfügung einforderte, war zu rund sechs Jahren Gefängnis wegen Korruption und unlauterer Einflussnahme (im Wahlkampf für die Präsidentschaft 2014 sollte Ghiorghioni, im Auftrag von Frunz²verde, einige der Bürgermeister des Banater Berglands überzeugen, ihre Gemeinde für die Wahl von Klaus Johannis stimmen zu lassen) verurteilt worden, wegen denen er seit dem 18. Februar 2018 im Temeswarer Gefängnis in der Popa-Şapcă-Straße einsaß. Montag gab das Temescher Kreisgericht seinem Ansuchen um vorzeitige Entlassung statt, Dienstag verließ er das Gefängnis. Ganze 1044 Tage vor dem durch seine Verurteilung von 2016 festgelegten Entlassungstermin.

Der fulminante politische Aufstieg des Ionesie Ghiorghioni, vom unbekannten Holzverarbeitungstechniker in der Gemeinde Zăvoi und Betreiber eines Holzeinschlagunternehmens im Raum Ferdinandsberg-Bucova im Oberen Bistratal, zum PDL-Abgeordneten und Kreisratsvizepräsident war entscheidend durch seine Untertanenhaltung gegenüber Sorin Frunzăverde bestimmt, der ihn als „Mann für alles nicht ganz Saubere” benutzte.

Ghiorghioni selber akzeptierte diese Rolle, weil sie ihm anscheinend freie Hand zur persönlichen Bereicherung mittels Korruption und Erpressung gewährte. Im Prozess von 2015-16 sind ihm über 350.000 Lei illegal erworbene Gelder nachgewiesen worden – die er nie an den Kreisrat oder die Erpressten zurückzuzahlen brauchte. Seine Karriere endete brüsk am 12. Mai 2015, als er direkt in seinem Vizepräsidentenbüro im Kreisratsgebäude am Reschitzaer Hauptplatz von den DNA-Staatsanwälten und Sondereinsatzkräften verhaftet wurde.

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