„12 Stunden-Museum“ am Katharinentor

Samstag, 23. Mai 2015

Die Bilder im Kleinformat sollen auf das geringe Interesse für Kultur hinweisen.
/ Foto: Depoul de Artă Urbană

„In einer einzigen Nacht wird in Kronstadt ein Museum errichtet und abgebaut. Es passiert am 16. Mai, der langen Nacht der Museen“. So warb der junge Kulturverein Lager für Urbane Kunst/Depoul de arta urbană für ihr Event „Das 12 Stunden-Museum“ auf einem gelben Flyer, der in den letzten Wochen an vielen Orten der Stadt anzutreffen war.

Zum Anlass der vierten Auflage haben sich die Organisatoren wieder einmal etwas Interessantes ausgedacht. Die Räume des Katharinentors beherbergten für eine Nacht eine Foto- und Grafikausstellung zeitgenössischer rumänischer und ausländischer Künstler, wobei alle Werke in sehr kleinem Format ausgestellt wurden. „Die Werke sind deshalb so klein, weil auch das Interesse für Kultur in Kronstadt besonders gering ist“, meinten die Organisatoren.

Das erste 12 Stunden-Museum wurde im Jahr 2012 eingerichtet. Vom Abend bis in die frühen Morgenstunden konnten die Besucher Fotografie- und Grafikausstellungen junger Künstler, Kurzfilme und Videoinstallationen bewundern. Das Projekt stieß auf großes Interesse und wurde in den nächsten Jahren erfolgreich weitergeführt. Das „12 Stunden-Museum“ versteht sich als Alternative zu den anderen Events im Rahmen der Nacht der Museen. „Bei der ersten langen Nacht der Museen waren die Museen in Kronstadt nur bis 23 Uhr offen. Sie dachten wohl, dass danach niemand mehr kommt. Dann kam mir die Idee, ein Museum zu organisieren, das nur 12 Stunden pro Jahr existiert.“, sagt der Künstler George Ro{u, einer der Initiatoren des Projekts.

In diesem Jahr öffnete das Museum um 21 Uhr und wurde bis in die späten Nachtstunden von über 500 Personen besucht. Der Eintritt war frei. „Das Museum ist eigentlich nicht 12 Stunden offen. Nach 2 Uhr in der Nacht kommt sowieso niemand mehr. Aber wir sind sicher, dass wir als Letzte geschlossen haben. Die anderen Museen waren schon um Mitternacht zu“, meint Ro{u. „Leider sind die Vertreter anderer Museen nicht zu unserem Event gekommen. Vom Bürgermeisteramt war auch niemand da.Und auch Kronstädter Künstler, die nicht im Projekt impliziert waren, haben gefehlt“, sagt die Fotografin Alina Andrei, deren Werke im Kleinformat für eine Nacht die Wände geschmückt haben. Außerdem haben noch ausgestellt: Dan Perjovschi, Cosmin Bumbu], Lea Rasovszky, Mircea Nicolae, Ioana Cârlig, Marin Raica, Adi Bulboacă, Oana Lohan, Andrei Nacu, Alexandra Zidariu, Emma Castle, Ida. T, Andra Vian und Maria Băcilă.

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