2012: PAID in den roten Zahlen

Katastrophen-Pflichtversicherungspool mit immer weniger Polizzen

Sonntag, 12. August 2012

Bukarest - PAID, der Pflichtversicherer-Pool gegen Überschwemmungen, Erdrutsche und Erdbeben, wird in diesem Jahr voraussichtlich 10,3 Millionen Lei an Versicherungsprämien kassieren. Das sind um 71 Prozent weniger als vor einem Jahr. Damit wird der Zusammenschluss von 13 rumänischen Versicherungsfirmen in diesem Jahr in der pessimistischsten Haushaltsvariante 1,9 Millionen Lei Verluste schreiben, ist auf der Internetseite des Pools zu lesen. PAID schließt Pflichtversicherungs-Polizzen für Wohnungen ab und hatte im vergangenen Jahr 530.000 Versicherungspolizzen abgeschlossen (im Wert von 35,3 Millionen Lei, das war noch ein Zuwachs von 19,5 Prozent gegenüber 2010). Im ersten Halbjahr 2012 waren es gut 150.000 Polizzen weniger.

In einem Kommuniqué der Kommission zur Versicherungsaufsicht (CSA) steht, dass „Ende 2011 über PAID 4,4 Millionen fakultative Versicherungs-Polizzen und 574.000 Pflicht-Versicherungen abgeschlossen” waren, womit zu jenem Zeitpunkt „59 Prozent des Wohnraums Rumäniens versichert war”. 2011 schloss PAID mit einem Reingewinn von nahezu einer Million Lei ab. Im Gründungsjahr des Versicherungspools, 2009, und ein Jahr darauf (als PAID mit der Herausgabe erster Polizzen effektiv seine Tätigkeit aufnahm) schrieb man Verluste von zusammengenommen 386.228 Lei. So zumindest steht es in den Jahresberichten von PAID.

Für 2012 hat PAID drei Haushaltsvarianten ausgearbeitet, berichtet Mediafax. Diese werden dieser Tage von den Aktionären diskutiert. Betreffs der Subskriptionen geht PAID von Einnahmen durch Versicherungsprämien von 10,25 Millionen Lei aus und von Ausgaben durch Schadenersatzzahlungen von 350.000 Lei – dies in allen drei Haushaltsvarianten, die zur Diskussion stehen. Trotzdem rechnet PAID mit einer negativen Haushaltsbilanz zwischen 1,55 und 1,86 Millionen Lei, je nach Variation der Prämienreserve, den Schwankungen und dem Niveau der Rückversicherungsprämien.

Das klingt, auszugsweise, im PAID-Dokument so: „Im Rahmen der Budgetkonstruktion 2012 sind folgende Hypothesen in Betracht gezogen worden: Durchschnitts-Versicherungsprämie – 15 Euro (die Durchschnitts-Versicherungsprämie von 2011), durchschnitlicher Wechselkurs 2012 – 4,4 Lei/Euro, Subskriptionszahl von Polizzen 2012 – 150.000. Die Rückversicherung, die am 15. Juli abgeschlossen wurde, geht von drei Varianten aus, über eine, zwei und drei Millionen Euro. „Eigene Rücklagen” – der Risikoanteil, den der Versicherer abdecken muss nach dem Abzug der Rückversicherung – liegen gegenwärtig für PAID bei 250.000 Euro pro versichertes „Ereignis”. Anders gesagt, wenn verheerende Überschwemmungen, Erdbeben oder Erdrutsche auftreten sollten, muss PAID erst die 250.000 Euro zur Schadensdeckung herausrücken, danach kommt der Rückversicherer mit dem Rest.

PAID emittiert die Pflichtversicherungs-Polizzen für Wohnungen im Falle der drei definierten Katastrophen, die zu den häufigsten in Rumänien gezählt werden. Der Pool wurde im September 2009 aufgrund des Pflichtversicherungs-Gesetzes gegründet und umfasst Astra, Groupama, Platinum (mit je 15 Prozent des Gesellschaftskapitals), Generali Rumänien (11 Prozent), ABC Asigurări, Carpatica, Asig, Certasig, City-Insurance, Credit Europe Asigurări, Euroins und Grawe (Grazer Wechselseitige) România (jede Versicherungsgesellschaft mit je 5,5 Prozent des Gesellschaftskapitals).

Laut Wohnungs-Pflichtversicherungsgesetz für den Katastrophenfall müssen die Wohnraumbesitzer eine Versicherungspolizze abschließen, wobei die Jahres-Versicherungsprämie zwischen 10 und 20 Euro – je nach Bauart und Lage der Wohnung – festgelegt wurde. Die Wohnungen werden auf Summen versichert, die zwischen 10.000 und 20.000 Euro liegen. Am 31. Mai 2012 verwaltete PAID 475.245 Polizzen, um gut 100.000 weniger als Ende 2011.

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