230 Jahre Nitzkydorf

Kulturereignis findet Anfang August statt

Samstag, 18. Juli 2015

Die Banater Ortschaft Nitzkydorf feiert 230 Jahre ihres Bestehens.
Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar - „Die ersten fanden den Tod, die zweiten hatten die Not, und die dritten erst das Brot“, so lautet ein altes Sprichwort der Banater Ansiedler. Auch den Nitzkydorfern ist dies nicht erspart geblieben. In der Josephinischen Siedlungsperiode wurden im Sommer 1785 die ersten Häuser an die Ansiedler verteilt. Sie kamen größtenteils aus Lothringen, der Pfalz und Trier, aber auch aus dem Elsass, Luxemburg sowie aus dem Schwarzwald und Schlesien. 230 Jahre sind es nun seit der Gründung der Banater Ortschaft Nitzkydorf/Niţchidorf her. Ein Kulturereignis wird zu diesem Anlass an zwei Tagen Anfang August in der Banater Gemeinde vorbereitet.

Das Programm zur 230. Jahresfeier ist voll: Am 3. August beginnt das Fest mit einer feierlichen Eröffnung im Nitzkydorfer Schulhof um 10.30 Uhr. Später finden mehrere Veranstaltungen in der Schule statt, u.a. ab 12 Uhr die Eröffnung des Nitzkydorfer Schulmuseums, um 13 Uhr das Symposium „Nitzkydorf im Spiegel der Literatur“ (im Festsaal der Schule), eine Buchvorstellung mit dem Lehrer Tiberiu Buhnă-Dariciuc und eine Lesung mit Balthasar Waitz, Schriftsteller und ADZ/BZ-Redakteur. Um 13.45 Uhr wird hier die Gedenktafel „230 Jahre Schulbildung“ enthüllt. Das Programm wird mit einer Prozession zum Friedhof mit dem katholischen Pfarrer Szilard Vodila und dem orthodoxen Pfarrer Popa Laurian fortgesetzt (15 Uhr). Ein Essen im Kulturheim mit musikalischer Umrahmung (18 Uhr) rundet den Abend ab.

Die Feier geht am 4. August weiter. Um 10 Uhr beginnt der Umzug der Trachtenträger mit Blasmusik. Der Jugendtrachtenverein „Banater Rosmarein“ aus Temeswar/Timi{oara, die Deutsche Tanzgruppe aus Busiasch//Buzia{ die ehemaligen Nitzkydorfer in schwäbischer Tracht und die rumänische Trachtengruppe machen mit. Die Kirchweiheinladung im Gemeindehaus und in der orthodoxer Kirche steht um 10.30 Uhr auf dem Programm; der Festgottesdienst in der römisch-katholischen Kirche, um 11 Uhr. Um 12 Uhr werden hier mehrere Gedenktafeln enthüllt – für Msgr. Bischof Sebastian Kräuter (1922-2009), Msgr. Dr. Theol. Franz Kräuter (1920-1986) und Dr. Phil. Franz Kräuter (1885-1969). Auch eine Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal steht für 12.30 Uhr an.

Die 230. Jahresfeier in Nitzkydorf wird mit einem Kirchweihtanz vor dem Kulturheim fortgesetzt (13 Uhr); ein Festessen wird später im Kulturheim stattfinden. Kurz darauf sind die Ansprachen von Hartmut Koschyk MdB, Bundesbeauftragter für Aussiedlerfragen und soziale Minderheiten, und Peter-Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben aus Deutschland geplant (15 Uhr). Am späten Nachmittag werden die Gewinner von Hut und Tichel und Schafbock mit Blasmusik angesagt und der Abend mit dem Kirchweihball im Kulturheim abgeschlossen (ab 20 Uhr). Die musikalische Umrahmung während der gesamten Feier wird von der Musikkapelle Banater Schwaben Augsburg gesichert. Veranstalter des Kulturereignisses sind die HOG Nitzkydorf und die Gemeinde Nitzkydorf.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 19.07 2015, 03:46
ich war vorigen Herbst in Nitzkydorf, einen Nachmittag lang. Eine Cousine von Herta Müller und ihre Familie lebt noch dort, sonst gibt es keine Schwaben mehr. Und auch die sind halb-romanisiert. Ihre Tochter konnte kein Deutsch mehr. Eigentlich wäre es ganz nett dort, viel Platz, breite Straßen, große Felder rund herum. Aber irgendwie herrscht eine traurige Stimmung dort. Es fehlt irgendeine Perspektive. Alle wollen auswandern oder in die Stadt ziehen.

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