2450 Güterwaggons getürkt

DIICOT: Verbrecherkrake von CFR Marf˛ über 16 Verwaltungskreise

Freitag, 05. Mai 2017

Reschitza/Temeswar – Im Rahmen der Untersuchungen der Polizeidirektion zur Bekämpfung des Organisierten Verbrechens und des Terrorismus (DIICOT) sind ab dem frühen Morgen des Mittwochs an 63 Orten Durchsuchungen durchgeführt worden, in Bukarest, und in den Verwaltungskreisen Temesch, Karasch-Severin, Hunedoara, Jassy, Prahova, Mehedinţi, Călăraşi, Arad, Teleorman, Konstanza, Klausenburg/Cluj-Napoca, Kronstadt/Braşov, Craiova, Galatz und Dâmboviţa.

Insgesamt 40 Verdächtige hat DIICOT zu Nachuntersuchungen abgeführt. Für zehn unter ihnen hat die Staatsanwaltschaft beim zuständigen Richter für Rechte und Freiheiten Untersuchungshaft beantragt. Vorgeworfen wird allen Unterschlagung mit äußerst schwerwiegenden Folgen, Fälschung und Fälschungsnutzung.
Im DIICOT-Kommuniqué von Mittwochabend heißt es: „Es wurde im Rahmen unserer Untersuchungen dem Verdacht nachgegangen, dass im Laufe des Jahres 2016 im Rahmen der staatlichen Eisenbahngesellschaft für Güterverkehr CFR Marf˛ eine verbrecherische Gruppierung organisiert und aufgebaut wurde, in welche die Entscheidungsträger auf zentraler und territorialer Ebene aus dieser Transportgesellschaft einbezogen waren. Die Mitglieder der Verbrechergruppe haben Güter aus dem Besitz der Gesellschaft unterbewertet, anlässlich der Ausrangierung und des Verkaufs von 2450 Güterwaggons, die zur Verschrottung bestimmt waren, wodurch sie es einer Schrottsammelfirma für Eisenwaren aus Călăraşi ermöglichten, eine Wertdifferenz zwischen dem Realwert des Alteisens und den unterbewertetem Schätzwert der Schrottware zugunsten der verbrecherischen Gruppierung zu erwirtschaften.“ Die Schrottfirma ist Remat SA C˛l˛ra{i.

Konkret wurden die ausrangierten Güterwaggons auf etwa die Hälfte ihres Realwertes als Stahl- und Eisenschrott geschätzt, aber zum Realwert verkauft (darin bestand der Unterschied zwischen deren Schätzung als „Alteisen“ und dem von Remat C˛l˛ra{i bezahlten Realwert für „Abfälle als Sonder-Alteisen“ – die Umschreibung für „Stahl“ - oder als „schweres Alteisen“, was im Schrotthändlerjargon Vollmetall, nicht Blech bedeutet). Die Differenz von 55 bis 100 Euro pro Tonne wurde direkt vom Kern der Verbrechergruppierung untereinander aufgeteilt (pauschal kassierte man offiziell für das „Sonder-Alteisen“ aus den Güterwaggons 120 Euro/Tonne, real variierten die Preise zwischen 175,88 Euro/Tonne – „schweres Alteisen“ – und 218,90 Euro/Tonne - der „Stahl“). Die Staatsanwaltschaft errechnete, dass durch die gefälschten Werte eine Unter-Bewertung der ausrangierten Güterwaggongs von 82,42 Prozent (im Falle des Stahls) und von 46,56 Prozent (beim „schweren Schrott“) geschah.
Die Gruppierung hat auf drei Ebenen gewirkt: der zentralen Geschäftsführung von CFR Marf˛ in Bukarest, den Leitern der Regionaldirektion für Güterverkehr (Temeswar, Kronstadt, Jassy, Galatz, Craiova, Klausenburg, Konstanza) und Remat C˛l˛ra{i, als völlig im Bilde befindliches Abnehmerunternehmen.
DIICOT und die Staatsanwaltschaft sprechen von einem Schaden von 6.313.748,52 Euro, der dem Staat, dem Besitzer von CFR Marfă, zugefügt wurde.

Werner Kremm




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