25 Jahre Österreich-Bibliothek in Temeswar

Zahlreiche Gäste waren bei der Jubiläumsveranstaltung dabei

Montag, 19. Juni 2017

Die Festveranstaltung der Österreich-Bibliothek Temeswar wurde mit Vorträgen und Gästen gefeiert. Prof. Dr. Roxana Nubert ist die langjährige Betreuerin der Einrichtung in Temeswar.
Foto: Mihaela [andor

Die Österreich-Bibliothek Temeswar feierte Anfang Juni 25 Jahre ihres Bestehens. Dazu gab es eine Festveranstaltung mit Vorträgen und hochrangigen Gästen an der Temeswarer West-Universität, dort, wo die Bibliothek seit 25 Jahren im Betrieb ist. Zu den Gästen zählten Unterrichtende der West-Universität sowie hohe Vertreter der Bundesrepublik Österreich, darunter der Botschafter Österreichs in Bukarest, Gerhard Reiweger, und Botschafterin Teresa Indjein, Generaldirektorin für Kulturpolitik im Außen- und EU-Integrationsministerium Österreichs. Die Bundesrepublik Österreich führt seit den 1980er-Jahren mittlerweile insgesamt 65 Bibliotheken in 28 Staaten außerhalb ihrer Landesgrenzen. Zwei davon wurden vor 25 Jahren in Rumänien eröffnet: in Bukarest und in Temeswar. Sie bieten der breiten Öffentlichkeit österreichische Literatur sowie Informationen zur Geschichte und Gegenwart Österreichs und ermöglichen dem Herkunftsland, eine innovative und flexible Auslandskulturpolitik zu gestalten.

Die Österreich-Bibliothek Temeswar wurde am 20. Februar 1992 eröffnet – am Gründungsprojekt beteiligten sich damals die örtliche Universität, die inzwischen West-Universität heißt, und die Botschaft Österreichs in Bukarest. Temeswar stand im Zeitraum 1716 bis 1919 unter österreichischer Verwaltung und die Innenstadt wird wegen der österreichischen Prägung der Bauten aus der Kaiserzeit auch als „Klein-Wien“ bezeichnet. Daher soll auch durch die Temeswarer Österreich-Bibliothek die 300-jährige österreichische Kultur und Tradition im Banat fortgesetzt werden, sagte in ihrer Ansprache die Leiterin der Institution, Prof. Dr. Roxana Nubert. „Ich glaube, wir haben unsere Ziele erreicht: Österreichische Gegenwartsliteratur bekannt zu machen, Vorträge interessanter Persönlichkeiten, Theaterabende, Konzerte und Ausstellungen zu organisieren“, sagte Prof. Dr. Nubert. „In den 25 Jahren wurde Großes für die Verbindungen zwischen Österreich und Rumänien im kulturellen und im Bildungsbereich geleistet. Wir wollen diese Zusammenarbeit intensivieren und ausbauen“, betonte der Botschafter Österreichs in Rumänien, Gerhard Reiweger. Im gleichen Sinn sprach die Vizerektorin der West-Universität, Otilia Hedeşan.

Nutznießer der Bibliothek sind sowohl Studierende, als auch Dozenten verschiedener Studiengänge, sagt die langjährige Betreuerin der Bibliothek, Prof. Dr. Roxana Nubert. „Den Hauptkern der Leser bilden die Germanistik-Studierenden“, sagte Prof. Dr. Nubert. „Eine Österreich-Bibliothek ist ein Ort der Begegnung und ein Ort, an dem man mit Österreich Kontakt haben kann, auch außerhalb Österreichs“, sagte die Direktorin des Österreichischen Kulturforums in Bukarest, Elisabeth Marinkovic. Die Österreich-Bibliothek Temeswar stellt die öffentliche Institution mit den meisten deutschsprachigen Büchern in Westrumänien dar. Mehr als 12.000 Bände, aber auch viele DVDs, CDs, Video- und Audio-kassetten bilden den Bestand der Bibliothek. „Diese 25 Jahre bedeuten Dankbarkeit, Freude, Verbundenheit unserer Länder und eine große Wertschätzung für das Kulturgut ´Buch´“, so die Leiterin der Sektion Kultur im österreichischen Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres, Teresa Indjein. „Diese 25 Jahre bedeuten, dass wir auch weiter zusammenarbeiten möchten und dass wir trotz der Digitalisierung und Modernisierung in allen Bereichen eigentlich eine Tradition pflegen möchten. Wer den alten Werten verbunden ist, ist seiner Zeit voraus“, betonte Teresa Indjein, die einen der Vorreiter der globalen Digitalisierung, Jeff Brezos, zitierte, der gegenwärtig durch die USA tingelt und Bibliotheken wiedergründet, als Grundlagen des Gedächtnisses der Menschheit. Für die nächste Zeitspanne nimmt sich die Österreich-Bibliothek Temeswar vor, die Besucherzahl zu erhöhen und zugleich unter Jugendlichen, aber nicht nur unter ihnen, das Interesse für die österreichische Kultur und Tradition als Teil unseres gemeinsamen Kulturerbes zu wecken, so Prof. Dr. Roxana Nubert zu den Zukunftsprojekten der Bibliothek.

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