30 km/h in Deutsch-Weißkirch

Mittwoch, 24. Mai 2017

Kronstadt – Deutsch-Weißkirch/Viscri ist die erste Ortschaft in Rumänien, in der die Verkehrsgeschwindigkeit auf 30 km/h herabgesetzt wird. Diesen Beschluss fasste der Gemeinderat Bodendorf/Bod, in dem das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien vier Vertreter hat. Der Beschluss ist ein Schritt zur Umsetzung eines umfassenderen Plans der Deutsch-Weißkirch als ehemals siebenbürgisch-sächsisches Dorf (seit 1999 gehört die Kirchenburg zum UNESCO-Kulturerbe) vor zu drastischen Umwandlungen schützen soll. So wird daran gedacht, in der Urlaubssaison den Autoverkehr im Dorf auszusetzen. Touristen können ihre Pkw in einem noch einzurichtenden Parkplatz am Dorfrand (Parkkapazität 150 Plätze) abstellen und sollen, wenn nicht zu Fuß, dann in Pferdekutschen Deutsch-Weißkirch erkunden. Kaum zu glauben, aber, laut dem in Deutsch-Weißkirch lebenden Kreisratsmitglied Caroline Fernolend (DFDR), gibt es bereits Dorfbewohner, die über die Nachteile eines zu großen Touristenstroms klagen. Fernolend zog einen Vergleich mit Venedig und dessen Touristenagglomeration. Es gäbe bereits Meinungen von Dorfbesuchern, die sagen, Deutsch-Weißkirch habe sich im negativen Sinne verändert gegenüber der Situation vor einigen Jahren. Vor allem passen die vielen am Straßenrand geparkten Pkw der Touristen nicht zum idyllischen Dorfbild, für das die Ortschaft bekannt war. In der zur Gemeinde Bodendorf gehörenden Ortschaft leben rund 500 Einwohner. 2017 besuchten Deutsch-Weißkirch rund 35.000 Touristen.

Kommentare zu diesem Artikel

Janos, 25.05 2017, 20:38
Die Verkehrsberuhigung in DWK ist sicher nötig, aber nicht die Lösung des Problems. Der besondere Flair des Dorfes beruht in dem Selbstverständnis der Kirchenführer, die noch an ein Fortleben der Sächsischen Kultur in Siebenbürgen glauben und aus diesem Glauben als Gastgeber wirken. Je besser das gelingt, desto mehr gilt DWK als Geheimtip. Bei 35000 Besuchern im Jahr ist eine Vermittlung aber bald nicht mehr möglich. Nicht wenige BRD-igte Siebenbürger Sachsen empfehlen freundschaftlich und sicher auch ehrlich, nicht mehr weiter ein totes Pferd zu reiten…….

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