300. Geburtstag von Griselini

Festvortrag von Dr. Volker Wollmann im „Tietz“-Zentrum

Donnerstag, 17. August 2017

Reschitza – Heute, Donnerstag, um 17.30 Uhr, veranstaltet das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen und der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ eine Feier- und Gedenkstunde anlässlich des 300. Geburtstags von Franz/Francesco Griselini (geb. am 12. August 1717 in Venedig, gestorben 1787 in Mailand). Griselini gilt als der bedeutendste Chronist des Banats im 18. Jahrhundert, durch seinen „Versuch einer politischen und natürlichen Geschichte des Temeswarer Banats in Briefen an Standespersonen und Gelehrte“. Das Buch ist erst in der Zwischenkriegszeit ins Rumänische übersetzt worden und erlebte durch den Absolventen des Temeswarer Lenaulyzeums, Dr. Costin Fene-{an, Historiker und Fachmann der Banatgeschichte im Mittelalter und im 18./19. Jahrhundert, in der kommunistischen Zeit eine Neuübersetzung und –verlegung (Facla-Verlag, Temeswar, 1984).
Die Festrede zur Veranstaltung im Reschitzaer „Tietz“-Zentrum hält Dr. Volker Wollmann, Industriehistoriker und Gründungsdirektor des Museums des Banater Montangebiets, der seit 2017 Ehrenbürger des Munizipiums Reschitza ist. In Achtnahme des voraussichtlich mehrheitlich rumänischsprachigen Publikums im Deutschen „Alexander Tietz“-Zentrum hält Dr. Wollmann seinen Vortrag in rumänischer Sprache.

Franz/Francesco Griselini war einer der Universalgelehrten des 18. Jahrhunderts (Kartograph, Geograph, Zoologe, Paläontologe, Botaniker, Literat und Herausgeber von Literaturzeitschriften, Journalist, Agrarökonom und Agronom – Fachgebiet Reisanbau, Maulbeerbaumpflanzung und Seidenraupenzucht –, Rechts- und Polyhistoriker und nicht zuletzt einer der ersten, die versucht haben, Ethnologie auf wissenschaftlicher Grundlage zu betreiben). Sein grundlegendes Werk zum Banat schrieb er nach zweieinhalbjährigem Banat-Aufenthalt (September 1774 - Februar 1777). Ursprünglich wollte er das Manuskript, das bei Beendigung seines Banat-Aufenthalts druckreif war, in der 1771 gegründeten Temeswarer Druckerei des Joseph Mattäus Heimerl drucken lassen (wo auch die erste Zeitung des heutigen Rumänien erschien), doch musste Heimerl wegen Überlastung (durch Aufträge der Landesadministration des Banats) absagen, so dass Griselini die italienische Urvariante der Banater Chronik 1780 bei Gaetano Motta in Mailand drucken ließ.

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