5000 Firmengründungen im Kreis Temesch

Die größte Anzahl der Neuen betreibt Handel

Dienstag, 26. Februar 2013

5025 Unternehmen wurden im vergangenen Jahr im Verwaltungskreis Temesch/Timiş gegründet. Im Einzel- bzw. Großhandel sowie im Bereich der Autowerkstätten wurden die meisten Unternehmen (1252) ins Leben gerufen. In der Hierarchie der Anzahl der Unternehmensgründungen im Kreis Temesch folgen Firmen mit Tätigkeit in Handwerk, Wissenschaft und Technik, dann die Bauunternehmen und jene aus der Landwirtschaft, dem Forstwesen und der Fischzucht. Platz fünf wird von Unternehmen belegt, die Dienstleistungen in der Verwaltung und im Supportservice anbieten. Diese Daten gehen aus einer Mitteilung des Handelsregisters auf Anfrage der ADZ hervor.

Rumänischen Medien zufolge machen die Neugründungen im Kreis Temesch ein Plus von mehr als zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Mehr als 3000 der Unternehmen sind GmbHs, weitere etwa 1300 sind Gewerbescheine für Privatpersonen (PFA). Nach der Zahl der Neugründungen liegt der westrumänische Verwaltungskreis auf Platz vier auf Landesebene. Die meisten neuen Unternehmen in Rumänien wurden in Bukarest gegründet, wo nahezu 19.000 Firmen ins Leben gerufen wurden. Es folgten der Verwaltungskreis Klausenburg/Cluj-Napoca mit fast 6500 Neugründungen und der Kreis Jassy/Iaşi mit ebenfalls über 5000 neuen Firmen. Die wenigsten neuen Firmen registrierte das Handelsregister im Kreis Covasna, wo deren Zahl unter 1000 blieb.

Firmengründungen müssen von zwei Seiten betrachtet werden. So gibt es Sparten, in denen neue Unterfangen prozentuell steigen, im Vergleich zu ihrer rein zahlenmäßigen Zunahme in anderen. Prozentuell gesehen verzeichnete im verstrichenen Jahr die Produktion und Lieferung von elektrischer Energie, Heizwärme, Gas, Warmwasser sowie die Erzeugung klimatisierter Luft das größte Wachstum. 70 Prozent mehr sollen es Medienberichten zufolge im Jahr 2012 gewesen sein. Gefolgt wird dieser Bereich von den Anbietern von Kultur- und Freizeitaktivitäten, sowie von jenen im Gesundheitswesen.

Zahlenmäßig wurden auf Landesebene  – ähnlich wie im Kreis Temesch – die meisten Unternehmen im Bereich des Handels registriert, wo mehr als 36.000 neue Firmen entstanden sind. Der prozentuelle Anstieg in diesem Segment gegenüber dem Jahr zuvor blieb jedoch unter der 0,1- Prozent-Marke und fällt somit in die Kategorie „unwesentlich“. Es folgen die Bereiche mit technisch-wissenschaftlichem Hintergrund mit einem zehnprozentigen Rückgang gegenüber 2011, sowie die Baubranche.

Wirtschaftswachstum lässt sich jedoch nicht immer oder nicht nur mit Neugründungen messen, erklären Experten. Sie sehen Aufwärtstrends sowie Stabilität auch in der Expansion von Firmen: „Neugründungen muss man relativ betrachten, denn oftmals ist eine ehemalige GmbH mit 15 Arbeitnehmern eingegangen und im Gegenzug sind zwei Gewerbescheine für Privatinitiativen (PFA) ausgefolgt worden: Genau genommen sind so 13 Arbeitsplätze verloren gegangen“, sagt ein Unternehmer aus dem Dienstleistungsbereich, der vor wenigen Monaten seine Firma wegen fehlender Aufträge vorübergehend auf Eis gelegt hat.

Andere Unternehmen können aus Fachkräftemangel nicht expandieren. Dagegen kämpft nun schon seit mehr als einem Jahr der Deutschsprachige Wirtschaftsclub und die Rumänienniederlassung der deutschen Continental AG an. Am Ferdinand-Kolleg in Temeswar gibt es nun eine Klasse mit Fachausrichtung Elektrotechnik. Zwar mit Hürden verbunden, doch mit durchaus positiven Ansätzen, sieht Christian von Albrichsfeld, Geschäftsführer der Continental Automotive Romania, die derzeitigen Schritte in Richtung dualer Berufsausbildung (Die ADZ/BZ berichtete). Dass nicht alles den Vorstellungen der deutschsprachigen Unternehmer entspricht, darauf wies Clubpräsident Peter Hochmuth hin: „Wir wollten eine Berufsschule nach deutschem Modell, mit drei Jahren Ausbildung. Hier ist sie auf zwei Jahre beschränkt und nach rumänischem Arbeitsrecht dürfen die Schüler nur sechs Stunden am Tag arbeiten, deshalb gehen nochmal 25 Prozent verloren“.

Kommentare zu diesem Artikel

Norbert, 01.03 2013, 19:46
Wahrscheinlich 80 Prozent Briefkastenfirmen

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