79. Grüne Woche Berlin bricht eigene Rekorde

Höchste Länderbeteiligung seit der Premiere 1926 / Rumänien beteiligte sich mit 22 Firmen

Donnerstag, 30. Januar 2014

Keramiker Daniel Leş aus Baia Sprie mit Interessenten auf der Grünen Woche. Erstmals stellte er 2012 seine Kreationen in Berlin vor. Sogar in New York hatte er schon Präsentationen, zudem in Frankreich, Italien, Belgien und Holland …

Oana Gavrilă Crsta und Petre Demian am Messestand Königsgnad Tirol in Berlin. Regionale Weinsorten des Banater Berglandes wie Merlot und Sauvignon Blanc zählen zu ihrem Angebot, aber auch Zwetschgenschnaps und Banater Wurstspezialitäten.
Fotos: Berndt Brussig

„Grüne Woche im Allzeithoch“, so titelte das erste Presse-Bulletin des Pressebüros der Grünen Messe. Vollkommen zu Recht, wie die Fakten beweisen: Mit 1650 Ausstellern aus 70 Ländern verzeichnete die die 79. Berliner Grüne Woche die höchste Länderbeteiligung seit der Premiere 1926 sowie die höchste Ausstellerzahl seit 15 Jahren. Im vorigen Jahr waren es „nur“ 1630 Aussteller aus 66 Ländern. Vom 17. - 26. Januar fand diese einzigartige Leistungsschau der Land- und Ernährungswirtschaft auf 124.000 Quadratmetern Hallenfläche (2013: 115.000qm) statt – eine echte Herausforderung an die rund 400.000 Besucher dieser Veranstaltung der Superlative. Rumänien beteiligte sich mit 22 Firmen, präsentiert auf dem attraktiv gestalteten rumänischen Ausstellerkomplex auf über 260 qm in der Halle 10.2. unter dem Berliner Funkturm.

Estland offizielles Partnerland der Grünen Woche 2014

Wurde vor zwei Jahren Rumänien und im vorigen Jahr den Niederlanden die Ehre zuteil, als Partnerland der Grünen Woche Berlin zu agieren, war es diesmal Estland, das mit diesem privilegierten Sonderstatus im Mittelpunkt der weltgrößten Messe der Land- und Ernährungswirtschaft stand. Den Auftakt bildete die Eröffnung der 79. Grünen Woche am 17. Januar abends im Internationalen Congress Center (ICC) durch den Landwirtschaftsminister Estlands, Helir-Valdor Seeder, mit einem exzellentem Kulturprogramm. Dem folgte eine Einladung zu Speis und Trank in nicht einfacher estnischer Sprache: „Head isu“ und „Terviseks“. Doch die Gäste aller Kontinente haben es auch ohne Dolmetscher genau richtig gedeutet, nämlich: „Guten Appetit“ und „Zum Wohl“. Gern folgten sie der Einladung und genossen die vom Verein estnischer Chefköche kreierten Köstlichkeiten wie pikantes Elch-Fleisch mit Waldbeeren und Pilzen.

Dass die Esten Experten für Elektronik sind, ist mehr oder weniger bekannt. Das kleine Estland (rund 1,3 Millionen Einwohner) im Norden des Baltikums hat die Nase in der Internet-Technik ganz weit vorn in Europa. Beispielsweise SKYPE wurde in Estland entwickelt, ebenfalls die elektronische Steuererklärung. Hut ab auch vor dem Mut der Esten, in Zeiten der Euro-Krise den Euro im Jahre 2011 eingeführt zu haben. Was damals mehr als gewagt erschien, hat sich unterdessen als bewährtes Rezept erwiesen, wie die Wirtschaftszahlen dokumentieren. Auch auf der Grünen Woche boten die Esten auf ihrem Messekomplex in der Halle 8.2 den Besuchern eine wirklich clevere Rezeptur: Bio-Produkte wie Kama-Milch, Waldbeeren-Chips, Roggenbrot, nach deutschem Reinheitsgebot gebrautes Bier als Durstlöscher, Quarkriegel als Blutdruckregulierer – kombiniert mit konkreten Tourismus-Angeboten. Nachhaltig mit Kostproben lukullischer Leckerbissen sowie anhand klar gestalteter Informationsmaterialien wurden die Besucher gleich an den Ort bzw. in die Natur geleitet, wo die Bio-Produkte entstehen: Zum Beispiel mit „Vana Tallinn-Likör“ in die Hauptstadt Tallinn sowie mit Roggenbrot und Kama-Käse zu Bauernhöfen mit urigen Pensionen inmitten der Natur. Aktivitäten wie Fischfang, Jagd, Reiten, Sumpf-Safari sowie Konzerte und Theater stehen dabei auch auf dem Programm. An die 100.000 deutsche Touristen im Jahr wissen den Landtourismus in Estland bereits zu schätzen. Dank der cleveren Rezeptur, der Verknüpfung von Bio-Produkten und Natur mit Tourismus, erfolgreich auf der Grünen Woche in Berlin praktiziert, dürften diese Zahlen wohl alsbald überboten werden …

Internationales Parlament der Blumen in Berlin

Parlamente spielen bekanntermaßen auf der Klaviatur der Politik, so in Berlin, Bukarest und Brüssel. Nicht immer kommen deren Töne als Musik in den Ohren der Leute an. Ganz anders jedoch das „Internationale Parlament der Blumen“ in der Blumenhalle der Grünen Woche, wo herausragende floristische Besonderheiten zahlreicher Länder gemeinsam präsentiert wurden. So vermittelten 30 Palmen aus dem spanischen Alicante, Tausende Tulpen aus Holland, südamerikanische Sukkulenten und asiatische Azaleen eine farbenfrohe, freundliche und frühlingshafte Atmosphäre inmitten von über 30.000 blühenden, duftenden Blumen und Blüten.

Aussteller Rumäniens mehrmals auf  Grüner Woche Berlin

Ein „Hingucker“ auf der Grünen Woche war auch in diesem Jahr wieder der rumänische Messekomplex, wo 22 Firmen ihre Produkte präsentierten. Besonders stark vertreten waren diesmal Unternehmen aus Karasch-Severin und der Maramuresch, darunter „alte Hasen“, also Aussteller, die zum wiederholten Mal die Grüne Woche zur Präsentation ihrer Produkte und zur internationalen Geschäftsanbahnung nutzen. Beispiele dafür Josef Freisz, Inhaber der Firma „Bio Gardena“ aus Bokschan/Bocşa, der bereits dreimal an der Grünen Woche teilnahm. Unter dem Slogan „Vegan, gesund, lecker“ vermarktet er Konserven mit pikanten Steinpilzen mit Kräutern sowie Zacusca, alles traditionell und Bio-zertifiziert. Er ist Lieferant von 30 Geschäften, wobei er auch die französische Warenhauskette Auchan beliefert.

Banater Bergland will 2015 noch stärker in Berlin präsent sein

Erfreut über die Reputation, die ihm die Grüne Woche 2013 brachte, stellte Ion Barbut, Präsident der Kooperative Apicola Prisăcari-Hercules, auch auf der diesjährigen Grünen Woche diverse Bienenhonigsorten vor. Lobenswert die Absicht vom Kreisrat Karasch-Severin mit dem Chefberater Dr.-Ing. Marcel Liviu Munteanu, zur Grünen Woche 2015 noch stärker präsent sein zu wollen. Dann will beispielsweise auch Oana Gavrilă Crsta aus Tirol wieder mit von der Partie sein. Sie bot erstmals ihre Produkte – Wurstwaren, Weine und 43-prozentigen Zwetschgenschnaps – auf der Grünen Woche 2013 feil, und zwar in Teamworking mit Petre Demian, gleichfalls aus Königsgnad/Tirol. Die meisten Messebesucher waren verblüfft, dass es einen Ort mit Namen Tirol in Rumänien gibt … Erstaunlicherweise war diesmal nur eine Firma aus Siebenbürgen dabei: die URSUS-Brauerei aus Klausenburg. Erst spät entdeckte ich den Klausenburger Ausschank, der ohne Hinweis auf Klausenburg bzw. Cluj firmierte.

Auch  Maria Zapca aus Săpânţa, Expertin für Volkstrachten der Maramuresch, gehörte zu den Ausstellern, die bereits an der Grünen Woche teilgenommen haben. Kein Berlin-Neuling war auch der Keramiker Daniel Leş aus Baia Sprie. Daniel Leş, der bereits auf der Grünen Woche 2012 in Berlin ausstellte und auch schon in anderen Weltstädten wie New York das Publikum in seinen Bann zog, stand auch auf der Grünen Woche 2014 im Zentrum der Aufmerksamkeit des rumänischen Messekomplexes. Die Grüne Woche 2015, 16. – 25. Januar, steht bereits auf der Agenda von Daniel Leş – und nicht nur bei ihm.

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