84.000 Euro Miete für einen Kindergarten

Stadtrat Reschitza genehmigt die horrende Mietforderung

Donnerstag, 10. November 2016

Reschitza – 2003 ist das Reschitzaer Maschinenbauwerk UCMR an die Schweizer INET AG verkauft worden, die der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter Remus Borza ausschließlich „jene Schweizer Briefkastenfirma” nennt.
Neben den Industriebauten und Liegenschaften von UCMR (einschließlich in Bukarest) hat die Firma (hinter der zwei Schweizer Brüder, die Corpateaus, aber auch der gegenwärtig in Gefängnis sitzende Ex-Präsident-Generaldirektor Adrian Chebu]iu und einige der „g’scheiten Jungs” aus der Energiewirtschaft stecken) auch den einzigen Kindergarten des Moroasa-Viertels im Besitz. Und seit 2004 pokerte Chebuţiu um Mieterhöhung, immer mit dem Argument, das Werk brauche das Schulgebäude, um dort eine Berufsschule einzurichten. Hat es nie gemacht. 2008 schließlich pendelte sich der Mietpreis bei 7000 Euro/Monat ein (das sind 84.000 Euro/Jahr). Diesen Mietpreis akzeptierte der Stadtrat Reschitza, mangels Alternativen, auch für 2017. Der an eine Firma gezahlt werden muss, „die nicht existiert, die in einem Briefkasten steckt” (Borza).

Damit wurde diese Woche das Addendum des Mietvertrags von 2011 ausgestellt, wodurch die Stadt auch im kommenden Jahr schweres Geld zahlen wird an eine Firma, die der Stadt insgesamt mehr schuldet, als sie gegenwärtig wert ist. Der Stadt bleibt nichts anderes übrig, denn die 2008 vom damaligen Bürgermeister Liviu Spătaru (PNL) von Bukarest erhaltenen Gelder für einen Kindergartenneubau reichten gerade mal aus, um die Fundamente zu gießen – die auch heute im selben Zustand zu sehen sind wie 2008, auf den Hängen des Lupaker Bergs, unterhalb der Handelskammer.  Mehr Geld hat’s nicht gegeben und so zahlt die Stadt weiterhin die horrende Miete für die Nutzung des Ganztagskindergartens. Obwohl, wenn man sich’s überlegt, mit dem bisher an UCMR gezahlten Mietgeld (rund 800.000 Euro) längst ein neuer Kindergarten hätte entstehen können. Man darf nach gegenwärtigem Stand zweifellos davon ausgehen, dass sich die Lage 2018 nicht ändern wird. Und später auch kaum.



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