92 Hausdurchsuchungen

Steuerbetrug und Geldwäsche mittels der Mafia aus Strehaia

Freitag, 30. Oktober 2015

Reschitza – Die Direktion zur Untersuchung von Wirtschaftskriminalität des Generalinspektorats der Polizei Rumäniens arbeitet gegenwärtig an der Durchführung von 52 Hausdurchsuchungen in 12 Verwaltungskreisen und bei 46 Firmen in den Verwaltungskreisen Mehedinţi, Temesch, Alba, Ilfov, Dâmboviţa, Dolj, Karasch-Severin, Gorj, Olt, Hunedoara, Sălaj und im Munizipium Bukarest. Laut dem selben Kommuniqué der Rumänischen Polizei sind dazu 162 Polizisten mobilisiert.
Durchsucht werden sowohl Privatwohnungen von Firmenverwaltern, Geschäftsführern, Bevollmächtigten oder Gesellschaftern als auch Firmensitze, teilt die Polizei mit. Die Aktion, die von der Abteilung für Wirtschaftskriminalität der Polizeidirektion Mehedinţi initiiert wurde, geht auch den Versorgungssträngen der Firmen mit gefälschten Formularen und Dokumenten nach, die von der Mafia aus Strehaia produziert und in Umlauf gesetzt werden, vor allem im Bereich des Schrottsammelns und -handels. Zeitgleich mit den Haus- und Firmendurchsuchungen überbringen die Polizisten auch 45 Vorladungen zur Staatsanwaltschaft des Kreisgerichts Mehedinţi, welche die gesamte Aktion juristisch und strafrechtlich betreut.

Dort wird an einem Strafdossier gearbeitet, den die Dienststelle zur Untersuchung von Wirtschaftskriminalität der Kreispolizei Mehedinţi zusammenstellt. Es dreht sich um Steuerbetrug und Geldwäsche in der Zeitspanne 2008-2014 und es handelt sich, ersten Schätzungen zufolge, um einen Schaden von sechs Millionen Euro, der dem Staat zugefügt wurde. Impliziert sind, vorläufigen Erkenntnissen der Wirtschaftspolizei zufolge, 45 Personen, die sämtlich bei der Staatsanwaltschaft vorzuladen sind. Das Prozedere, das zum Steuerbetrug angewandt wurde, bestand im fiktiven Kauf von recyclebarem Material, Autobestandteilen und –accessoires sowie von vorgeblichen Transport- und Speditionsleistungen, wobei jeweils die Mehrwertsteuer für die fiktiven Zahlungen vom Staat „zurückgefordert“ wurde. Gleichzeitig wurde auf diese Weise, künstlich, der zu besteuernde Profit verringert, also Steuern „eingespart“. Nach Durchführung des Betrugs haben die Firmen, im ebenfalls bestens bekannten „Kreiselsystem“, das Geld erst mal von einer Firma zum Konto der nächsten verschoben, bis sie glaubten, dass sich die Spur von dessen Herkunft „verloren“ hat. Dann wurde das Geld in bar abgehoben. Allerdings, indem mehrmals und sukzessive Geld abgehoben und wieder angelegt wurde, ein zusätzlicher „Verwischversuch“.


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