Abgetauchter Sebastian Ghiţă von serbischer Polizei geschnappt

Ex-Abgeordneter war mit gefälschten Papieren unterwegs

Mittwoch, 19. April 2017

Bukarest (ADZ) - Der seit vier Monaten untergetauchte ehemalige PSD-Abgeordnete Sebastian Ghiţă ist letzte Tage in Serbien geschnappt worden. Der umstrittene IT-Unternehmer und Medienzar sitzt zurzeit in Belgrad für 18 Tage in U-Haft, nachdem er sich gegenüber lokalen Polizisten mit gefälschten Papieren auswies bzw. sich als slowenischer Staatsangehöriger ausgab. Nach Angaben von Innenministerin Carmen Dan hatte die Belgrader Polizei von ihren rumänischen Kollegen einen Tipp betreffend Ghiţăs Aufenthalt erhalten, der dank der ständigen Beschattung seines Bruders Alexandru ausfindig gemacht werden konnte. Letzterer war vor Ostern nach Istanbul und von dort weiter nach Serbien gereist, um sich mit seinem flüchtigen Bruder zu treffen. Beide verließen gerade ein Belgrader Café, als die serbischen Polizisten zuschlugen bzw. um ihre Ausweisdokumente baten. Ghiţăs Bruder wies sich mit rumänischen Papieren aus, der untergetauchte Ex-Abgeordnete indes mit abgelaufenen slowenischen Dokumenten.

Die Belgrader Polizisten nahmen Ghiţă daraufhin prompt in Gewahrsam. Ein Haftrichter der serbischen Höchstinstanz ordnete wenig später 18 Tage U-Haft für den rumänischen Verdächtigen an, gegen den neben den fünf Korruptionsverfahren daheim nun auch ein sechstes Strafverfahren läuft – diesmal der serbischen Behörden wegen Beschaffung und Nutzung falscher Ausweisdokumente. Das rumänische Justizministerium muss nun innerhalb dieser Zeitspanne Ghi]˛s Auslieferung beantragen, gegen den in den letzten Monaten mit zwei Haftbefehlen, darunter einem europäischen, gefahndet worden war.  Der rumänischen Polizei zufolge hat sie im Rahmen der Fahndung mit Behörden aus insgesamt zehn Ländern – Serbien, Ungarn, Bulgarien, Griechenland, der Türkei, Montenegro, Kroatien, Österreich, Italien und Frankreich – kooperiert. Aufgespürt konnte Ghiţă dank der zahlreichen Besucher aus der Heimat werden – neben seinem Bruder sollen ihn etliche weitere ihm nahestehende Personen, darunter auch seine Freundin, sowie führende Mitarbeiter seines Senders Romania TV besucht haben.


Kommentare zu diesem Artikel

Deutscher, 19.04 2017, 18:41
Lieber Manfred, zu früh gefreut ! Wenn nach Rumänien ausgeliefert wird, ist die Freiheit in Sicht !
Manfred, 19.04 2017, 07:29
Gute Nachricht !Endlich hat man dieses dummdreiste Subjekt dingfest gemacht.Seine "Freunde" sollten schon mal vorbeugend ein Köfferchen mit dem Nötigsten packen,er wird sie alle verraten.
Hat jemand gesehen,wie sein Lügensender die Nachricht präsentierte ?

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