Abi-Betrug an Bukarester Lyzeum kein Einzelfall

Haftrichter verdonnert Schulleiterin zu einmonatiger U-Haft

Donnerstag, 04. Juli 2013

Bukarest (ADZ) - Im Skandal um den von der Schulleitung des hauptstädtischen Lyzeums „Dimitrie Bolintineanu“ eingefädelten Abi-Betrug kommen täglich neue Details ans Tageslicht: So gaben mehrere Schüler gegenüber den Ermittlern zu Protokoll, dass das Schmieren des Lehrkörpers an besagtem Gymnasium „gang und gäbe“ gewesen sei.

Ex-Schüler erklärten gegenüber den Medien, dass eine bei „Bolintineanu“ bestandene Reifeprüfung den Abiturienten zumeist zwischen 200 bis 400 Lei gekostet habe, Kinder aus besonders wohlhabenden Familien hätten zuweilen auch schon etwas mehr – bis zu einigen Hundert Euro – berappen müssen. Die Direktorin des Gymnasiums, Costica Vărzaru, der die Staatsanwaltschaft Großkorruption und Einflussnahme zur Last legt, wurde indes am Dienstag von einem Haftrichter zu einer einmonatigen Untersuchungshaft verdonnert.

Laut Staatsanwaltschaft hatte Vărzaru vorsorglich von den Abiturienten bereits „einen Monat vor der Reifeprüfung Geldsummen gefordert und kassiert“ und entsprechend auf die mit der Abi-Überwachung beauftragte Lehrerkommission „konstant Druck ausgeübt“, damit die Lehrkräfte über den eklatanten Betrug hinwegsehen.

Kommentare zu diesem Artikel

Alexander, 13.07 2013, 17:21
Es ist ein Geben und ein Nehmen - wer Geld hat, ebnet seinen Kinderchen in Rumänien eben gern die Wege. Statt mit den Kinderchen, spricht man z.B. lieber mit dem käuflichen Arzt, wenn es um Unterrichtsversäumnisse geht.
Hanns, 04.07 2013, 21:24
Was sind das für Lehrer? Wenn sie zu wenig verdienen, dann sollen sie dagegen protestieren, streiken oder sonstige Maßnahmen ergreifen. Aber einfach Geld von den Schülern (deren Eltern wahrscheinlich auch nicht mit Geld gesegnet sind) fordern, ist eine Unverschämtheit!

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