Abschied nach 20-jährigem Einsatz

Missionschwestern vom Kostbaren Blute aus Tirol/Königsgnad abgezogen

Dienstag, 02. Juli 2013

Beim Dankesbesuch zur Verabschiedung der Schwestern (v.l.n.r.): Günther Friedmann, Schwester Gertrud Petschan, Schwester Hiltrud Frühholz, Erwin J. Țigla. Foto: privat

Der 27. Juni 2013 war ein trauriger Tag für die Tiroler/Königsgnader im Banater Bergland. Die Schwestern, die seit 20 Jahren hier tätig waren, zogen sich für immer in ihr Mutterhaus nach Kärnten zurück.

Am 15. August 1993 fuhren Sr. Eduardis und Sr. Maria-Hemma mit den Söhnen von Roman Quendler mit einem Kleinlaster nach Tirol in Rumänien. Sie kamen am 16. August 1993 im Dorf Tirol an. Dort herrschte im seit Jahren verlassenen Pfarrhaus noch das totale Chaos. Am 4. September 1993 folgten Sr. Franziska-Maria, Marie-Luise Wolf und Sr. Gertrud und am 8. September 1993 wurde schon das Kirchweihfest in Tirol, mit Einstandsgottesdienst unter großer Beteiligung der Bewohner des Dorfes und aus dem benachbarten Füsesch/Fize{ gefeiert. Damit hat der Dienst der Schwestern in Tirol/Königsgnad begonnen.

Das Tätigkeitsfeld der Schwestern von der österreichischen Provinz der Missionsschwestern vom Kostbaren Blute, mit dem Mutterhaus in Wernberg in Kärnten, war in Tirol/Königsgnad (der römisch-katholischen Pfarrei Bokschan zugehörig), breit gefächert. Kranken- und Altenpflege, Religionsunterricht und die Leitung von Wortgottesdiensten, aber auch andere pastorale Dienste wie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gehörten dazu. Auch das Bemühen um bessere Lebensbedingungen und die Wiederbelebung des kulturellen Lebens in der Gemeinde.

Den Schwestern ist es zu verdanken, dass am 17. Oktober 1998 das St. Anna-Bildungshaus, am Pfarrhaus angelehnt, durch den damaligen Temeswarer Diözesanbischof Msgr. Sebastian Kräuter eingeweiht und mit Leben gefüllt wurde. Ihnen ist es zu verdanken, dass am 24. Oktober 2003 in Tirol/Königsgnad ein neuer Schultrakt errichtet wurde. Sicher haben sie diese beiden Merksteine in den 20 Jahren nicht allein errichtet, sondern mit zahlreichen finanziellen Unterstützungen aus dem deutschsprachigen Raum, aber ihnen ist besonders dafür zu danken, wie auch für die Belebung des deutschen Volkstanzes durch die Jugendlichen, oder für den Ansporn und die Unterstützung der katholischen Singgruppe.

Die Schwestern wurden für die Dorfbewohner, ob Katholiken oder Orthodoxe, das Alpha und das Omega. Am 3. Oktober 2010 bekamen die Schwestern Gertrud Petschan, Katharina Pinzhoffer und Hiltrud Frühholz für ihre Unermüdlichkeit, für ihre Aufopferung und Standhaftigkeit, den Alexander-Tietz-Preis für das Jahr 2010.

Krankheit, aber auch Kräfteschwund und das Nichtnachkommen von jungen Kräften bewogen das Mutterhaus, auf diese Niederlassung im Dorf Tirol/Königsgnad zu verzichten. So kam auch dieser traurige Tag des 27. Juni 2013, als die letzten beiden Schwestern, Gertrud Petschan und Hiltrud Frühholz, Tirol/Königsgnad und das Banater Bergland verließen.
Zwei Tage davor besuchten der Vorsitzende der Heimatsortsgemeinschaft Tirol/Königsgnad, Günther Friedmann, und der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen, Erwin Josef }igla, die Schwestern, um ihnen Dankesworte für ihre gesamte Tätigkeit auszusprechen. Zum Abschied überreichte Günther Friedmann im Namen der Landsmannschaft der Banater Schwaben in München und der Heimatortsgemeinschaft Tirol/Königsgnad den Schwestern je eine Anerkennungsurkunde für den Einsatz hier im Ort zur Aufrechterhaltung der Gemeinschaft. Der gesamten Gemeinschaft von Tirol werden die Schwestern fehlen.

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