Abschied von der Börse treibt Kurse in die Höhe

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 07. Oktober 2014

Die letzte Septemberwoche könnte als Abschiedswoche in die junge Geschichte der Bukarester Wertpapierbörse eingehen. Das Parlament verabschiedete ein Gesetz, das zur Auflösung des freien Marktes Rasdaq führen wird. Und ein Emittent wurde zum Kursüberflieger, weil bekannt wurde, dass das Unternehmen vom Markt genommen wird. Nichtsdestotrotz war es kurstechnisch eine gute Woche für die Börse. Die Indizes schlossen im Plus, der Finanzwerte-Index machte wieder Boden gut, nachdem er in der vergangenen Woche auch den höchsten Wochenverlust registriert hatte. BET-FI schloss bei 30.838 Punkten, mit einem Wochenzuwachs von 1,45 Prozent. Den zweithöchsten Gewinn verzeichnete der Hauptindex BET mit 1,07 Prozent. Damit festigte er seine Position jenseits der 7000 Punkte. Die übrigen Indizes verzeichneten Zuwächse unter einem Prozent.

Der Umsatz wurde vor allem von Sonderdeals gestützt. Die Woche begann mit einem Sonderdeal, bei dem 3,19 Prozent an der Investmentgesellschaft SIF Oltenia (SIF5, 1,789 Lei, ISIN ROSIFEACNOR4) für rund 10 Millionen Euro gehandelt wurden, und mit einem regen Handel mit Romgaz-Aktien (SNG, 35,7 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3). Analysten mutmaßen, dass die zahlreichen Sonderdeals der vergangenen Wochen auf den Eintritt eines großen Investors hinweisen könnten – oder aber auf eine Neuanordnung bereits aktiver Fonds. Die sich geringfügig erholende Marktkapitalisierung wies ebenfalls auf steigende Kurse hin. Achtzehn Emittenten schlossen im Minus, besonders hart traf es den Energieerzeuger Amonil (AMO, 0,0096 Lei, ISIN ROAMOIACNOR7) und die Großbäckerei Boromir Prod SA (SPCU, 0,117 Lei, ISIN ROSPCUACNOR2), sie verloren jeweils über 7 Prozent. Mit Amonil verlor auch der Energiewerte-Index seine vorläufige Unterstützung im Markt. Weitere fünf Emittenten im Energiesegment schlossen die Handelswoche mit Verlusten. Drei Emittenten konnten Kursgewinne vorweisen, doch das reichte nicht aus, um den Index im grünen Bereich zu halten.

Der Treibstoffpumpenhersteller Mefin SA (MEF, 2,999 Lei, ISIN ROMEFSACNOR6) erlebte in der vergangenen Woche einen Kurssprung um 64,3 Prozent. Grund für diese außergewöhnliche Performance war die Ankündigung, dass das Unternehmen von der Börse genommen werden wird. Hauptaktionär des Industriebetriebes ist der auf Zypern registrierte Investmentfonds DCI Walbridge Partners. Der Fonds ist mit 79,6 Prozent an Mefin beteiligt. Das Unternehmen hat 2013 einen Verlust in Höhe von 2,2 Millionen Lei (ca. 0,5 Millionen Euro) eingefahren. Kleinaktionäre sehen im geplanten Börsenexit eine Chance, trotz des schlechten Jahresergebnisses noch gutes Geld zu verdienen. DCI Walbridge Partners hat noch keinen Preis für die bislang sehr wenig liquiden Aktien genannt. Durch die Ankündigung steuern MEF-Aktien nun auf ihr 52-Wochenhoch von 3,18 Lei zu.

Rasdaq

Das Parlament beschloss am vergangenen Dienstag ein Gesetz zur „Klarstellung des rechtlichen Status des Rasdaq-Marktes“. Damit ebnete die Legislative den Weg zur Auflösung des unregulierten Marktes. 928 Unternehmen werden ihre Aktionäre fragen müssen, ob sie es auf sich nehmen, das Unternehmen für den Hauptmarkt vorzubereiten oder von der Börse genommen werden wollen. Die Frist zur Auflösung des Rasdaq-Marktes läuft in 12 Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes ab. Damit wird im kommenden November gerechnet. Bisweilen aber scheint der Sekundärmarkt die Nachricht vom bevorstehenden Aus gut verarbeitet zu haben. Der Index stieg um ungewöhnliche 2,5 Prozent. In nächster Zukunft ist mit Kurszuwächsen bei den Rasdaq-Aktien zu rechnen.

Devisen

Der rumänische Leu musste auch in der letzten Septemberwoche wieder Verluste hinnehmen. Der US-Dollar spielte weiterhin seine momentane Stärke aus und konnte zum Leu 1,16 Prozent zulegen. Dabei hatte es in der zweiten Wochenhälfte noch so ausgesehen, als ob der Leu sich wieder aufraffen würde. Ähnlich verlief es auch gegenüber dem Euro. Doch hier machte sich wieder die derzeitige Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung bemerkbar. Der Euro legte auf Wochensicht nur 0,21 Prozent zu und kostete am Montag 4,4114 Lei, während ein US-Dollar bei 3,4947 Lei bewertet wurde.

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