Adrian Severin sahnte mithilfe eines Betrügerrings im EP ab

EU-Parlament um knapp eine halbe Million Euro geschädigt

Mittwoch, 18. Juli 2012

Adrian Severin Archivfoto: agerpres

Bukarest (ADZ) - Die Korruptionsdelikte des rumänischen Europaabgeordneten Adrian Severin (Ex-PSD, derzeit parteifrei) sind offenbar viel schwerer als ursprünglich angenommen: Die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft DNA teilte am Montag mit, die Ermittlungen gegen den unter dem Verdacht der Einflussnahme und Großkorruption stehenden Europaparlamentarier ausgeweitet zu haben.

Wie sich nun herausstellt, hatte Severin ein ganzes Betrügernetz aufgebaut, das dem EU-Parlament im Zeitraum 2007-2010 regelmäßig fiktive Dienstleistungsverträge in Rechnung stellte, die ihm von sechs eigens zu diesem Zweck gegründeten rumänischen Beratungsunternehmen übermittelt wurden. Insgesamt zockten Severin und seine Kumpanen knapp eine halbe Million Euro, genauer 436.663 Euro, aus dem Budget des EP ab. DNA weitete die Ermittlungen auf die restlichen Betrüger aus.

Severin war im letzten Frühjahr samt weiteren drei Europaabgeordneten von der britischen „Sunday Times“ als bestechlich entlarvt worden. Der frühere rumänische Außenminister hatte den als Lobbyisten getarnten Journalisten eine Rechnung über 12.000 Euro ausgestellt, nachdem er auf deren Anfrage im EU-Parlament eine Gesetzesänderungsinitiative veranlasst hatte. Seine Immunität hatte das EP letzten Juni aufgehoben, seinen Rücktritt verweigert Severin jedoch als einziger der vier entlarvten Europaabgeordneten nach wie vor hartnäckig.

Kommentare zu diesem Artikel

sraffa, 20.07 2012, 00:10
Das Parlament der EU, d.h. der Europäische Steuerzahler ist hier der Geschädigte. Ich gehe davon aus daß die EU der DNA die notwendigen Informationen übermittelt hat. Nach Aufhebung der Immunität ist es theoretisch möglich Ihn durch Europäischen Haftbefehl.auch von Brüssel aus in irgend ein Staatshotel zu komplimentieen, vorausgesetzt es besteht Verdunkelungs- und Fluchtgefahr.
Hanns, 18.07 2012, 13:42
Herr Severin sollte sofort als Abgeordneter zum EU-Parlament zurücktreten, so wie das seine Kollegen aus Österreich und Slowenien getan haben. Aber so wie es scheint gibt es in Rumänien keine "Rücktrittskultur"!
Helmut, 18.07 2012, 12:21
Herr Severins Immunität ist aufgehoben und die rumänische Justiz hat hier sofort die nötigen Schritte zu unternehmen um diesen Herren,den Gesetzen nach zu bestrafen.Die Justitz muß jetzt zeigen,daß es ihr Ernst ist saubere Verhältnisse im Land zu schaffen.

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