Ärzte drohen mit Rücktritt und Generalstreik

Gesundheitsminister ist überrascht und will weiter verhandeln

Samstag, 22. Juni 2013

Symbolfoto: sxc.hu

Bukarest (Mediafax/ADZ) - Der Vorsitzende des Ärztekollegiums, Vasile Astărăstoae, hat Donnerstag mitgeteilt, dass die Ärzte Massenrücktritte und den Generalstreik vorbereiten.
Sie könnten sowohl die schlechte Entlohnung als auch die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern nicht mehr ertragen. Außerdem finde in den Medien eine Hetzkampagne gegen die Ärzteschaft statt. Sie schlagen auch vor, dass die Ärzte nicht mehr zur Kategorie der Staatsbediensteten gehören sollen.

Gesundheitsminister Eugen Nicolăescu zeigte sich von dieser plötzlichen Ankündigung überrascht: „Wir haben stets Gespräche mit den Berufsorganisationen der Ärzte geführt, wir arbeiten zusammen auch ein Gesetz über die Entlohnung aus. Auch mit dem Ärztekollegium arbeiten wir stets zusammen. Wir werden diesen Dialog fortsetzen.“

Staatssekretär Raed Arafat teilte mit, dass innerhalb von zwei Wochen konkrete Vorschläge unterbreitet werden, die den Forderungen des medizinischen Personals entsprechen. Eine Arbeitsgruppe würde sich mit dem Status der Krankenhäuser beschäftigen und der Möglichkeit, sie aus der Kategorie der vom Staatshaushalt abhängigen Institutionen zu entfernen. In der zweiten Gruppe würde die Entlohnung behandelt. Diese solle anders geschehen als bisher. Ärztegehälter sollen 1000 Euro im Monat erreichen, hatte Minister Eugen Nicolăescu versprochen.

Kommentare zu diesem Artikel

Skeptikus, 25.06 2013, 20:56
Es ist nicht nur eine Frage des Geldes, dass viele Aerzte auswandern (ca. 4 bis 5 pro Tag) sondern auch die fachliche Perspektive und Weiterbildung. Dieser Abfluss an ausgebildeten Aerzten ist ein gewaltiger volkswirtschaftlicher Schaden! Ein paar Jahre in einer guten Struktur und Westeuropa hat top ausgebildetes medizinisches Personal, ohne die Kosten dafuer zu bezahlen. Die Ausbildung eines Medizinstudenten kostet ca. 150 - 200.000 EUR pro Jahr in DE, AT oder CH!
Gerd, 25.06 2013, 09:49
@Ottmar: Der Herr Gesundheitsminister bezeichnete dies kürzlich als "System der Gefälligkeiten" und auf die Frage wann das endlich aufhöre antwortete er:"Ich bin kein Utopist". Noch Fragen?
Ottmar, 24.06 2013, 17:00
Man beachte aber die Effizienz bei diesen niedrigen Löhnen. In Deutschland ist die durchgeführte Arbeit bei 6 mal so hohem Einkommen des Durchführenden meistens billiger.
Siehe lebensmittelpreise in Rumänien und in Deutschland. (250 Gramm irische Kerrygold Butter kosten in De 1,29 in rumänien 12Lei!!!! Beides ist importierte Ware). Siehe auch mein Beispiel ein Auto anmelden. In DE 30 Minuten in RO 6 Tage!!!). Das ist in Deutschland für den Autobesitzer letztendlich 10 mal billiger als in Rumänien obwohl der deutsche Beamte ein 6 mal so hohes Gehalt hat.
Gleiches gilt für die Verwaltung in rumänischen Firmen. Beispiel der Umsatz von PETROM ist mit zur Zeit 24000 Mitarbeitern genau so hoch wie der Umsatz der Mutter OMV mit 5000 Mitarbeitern. Als PETROM noch eine reine rumänische Firma war hatte PETROM 56 000 Mitarbeiter bei ungefähr gleichem Umsatz. .Allein in der Finanzverwaltung der Firma „arbeiteten“ (bekamen Lohn) 5000 Mitarbeiter. Das machen in Deutschland ode Österreich ungefähr 600 Mitarbeiter. Somit sind die Löhne durchaus gerechtfertigt. Zu den Ärzten mochte ich noch erwähnen, Bei einem Fussbruch kostet ein Titannagel in Rumänien für einen Pflichtversicherten 900 Euro. In Deutschland 0 Euro. Die Differenz schiebt der Arzt in seine Tasche. Das nennt man in Griechenland Flakulaki. In Rumänien weiss ich nicht, wie die Bestechung eines Arztes in Rumänien genannt wird. In Deutschland jedenfalls muss ich keinen Krankenhausangestellten bestechen um für mein gebrochenes Bein einen Titannagel zu bekommen..
Manfred, 23.06 2013, 13:12
Wie,HERBERT?Wer von den aktuellen Politikern blickt durch?Wen interessiert das Volk?
Herbert, 23.06 2013, 12:54
Die Steuern in Rumänien sind im Vergleich zu anderen europäischen Ländern viel zu niedrig und das vorhandene Geld wird darüberhinaus falsch verwendet (Militär, Verwaltung, etc.). Hier wären dring Reformen nötig!
Norbert, 22.06 2013, 23:31
Das ist nicht aufzuhalten.man wird ihnen nicht das bieten können. Die Gesundheitskosten steigen dann in die Höhe.Der einfache Bürger kann das nicht bezahlen. Der Staat nimmt zu wenig Steuern ein. Er hat den Firmen auch den ausländischen ein zu geringen Steuersatz eingeräumt, das wird ihm jetzt zum Verhängnis. Er bekommt neue Strassen,hat aber nicht mitkalkuliert das man die auch unterhalten muß. Rumänien hat die schlechteste Politik und die mit Abstand schlechteste Verwaltung in ganz Europa. Das wird die nächsten Jahren wie von mir vorrausgesagt zu einem verstärkten Abfluss von Menschen jeglichen Berufes oder auch Bettler finden. Am Ende des Jahres kriegen sie dann noch eine richtig auf die Fresse. Wenn die Bedingungen zum Schengenabkommen eingefordert werden. Dann gut Nacht Rumänien. Und auf ein baldiges willkommen des ersten Roma Staates.
Norbert, 22.06 2013, 22:58
Alles vorrausgesagtlDie Bettler und auch die Akademiker haben die Schnauze von dieser rumänischen verwaltungs und Politiker Kake voll.Verlasst das Land rettet euch .Selbst in Afrika habt ihr größere Zukunft. Die Nichtskönner fahren jetzt vollgas.,richtung Griechenland. Wobei ein Grieche sich mit Rumänien nie vergleichen lassen würde.
Manfred, 22.06 2013, 13:10
Der Herr Minister darf gerne erwähnen,das sein Zuschuß für die Dienstwohnung höher ist als 1000€.Da gehören die Relationen zurechtgerückt.
Gerd, 22.06 2013, 07:53
Volles Verständnis für die Ärzte! Hoffentlich macht dieses Beispiel Schule, die Hungerlöhne die die ganz große Mehrheit der Rumänen erhält müssen endlich der Preisentwicklung angeglichen werden.

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*