Aggressivität an Schulen nimmt zu

Selbst Lehrer verhalten sich nicht korrekt

Samstag, 05. März 2016

Symbolgrafik: freeimages.com

Aggressionen, Diebstähle und sogar eine Vergewaltigung gehören zu den Vergehen und Verbrechen an Temescher Schulen im ersten Semester des laufenden Unterrichtsjahres. Die Bilanz ist gegenüber der gleichen Zeitspanne des Vorjahres, prozentual gesehen, erheblich gestiegen. Die Sicherheitsmaßnahmen seien unzureichend, sagte der Leiter der Temescher Kreispolizei, Chefkommissar Ion Mirescu, und nannte damit aus seiner Sicht den Hauptgrund für diese Negativbilanz. Es sei bedauerlich, dass sich auch Lehrkräfte des Fehlverhaltens schuldig machen, so Mirescu. 32 Ordnungswidrigkeiten und Verbrechen wurden im Herbst 2015 in Temescher Schulen festgestellt und gemeldet. Das sind um ganze zehn mehr als im ersten Semester des Vorjahres. Dabei haben sich 22 Schüler eines Vergehens schuldig gemacht, aber auch drei Lehrer sowie auch andere Personen, heißt es in der Bilanz, die in der Temescher Präfektur vorgestellt wurde. All die 32 Negativereignisse wurden auf dem Schulgelände registriert und nicht in unmittelbarer Nähe der Bildungseinrichtungen, wie dies in vergangenen Jahren oft der Fall war.

Tätlichkeiten an bzw. unter Schülern standen auf der Liste der Vergehen an erster Stelle. Ganze 23 wurden im ersten Semester im Kreis Temesch gemeldet. Siebenmal kam es zu Diebstählen. Während Prügel auf dem Schulhof und Diebstähle schon immer zu den Negativereignissen in Bildungseinrichtungen zählten, fällt der sich am Sportlyzeum „Banatul“ ereignete sexuelle Missbrauch unter Schülern aus dem Rahmen eines normalen Schulalltages. 598 allgemeinbildende Unterrichtseinrichtungen gibt es auf Kreisebene: 224 Schulen, 321 Kindergärten sowie 53 Lyzeen und Kollegs – so die Statistik von Polizei und Schulbehörde. Etwa drei von vier Schulen des Kreises sind bewacht. Dabei erfasst die Statistik sowohl den Wachdienst, als auch Überwachungsanlagen. Wie Mediafax Polizeiunterlagen zitiert, sind 312 Schulen mit Überwachungsanlagen versehen. Bei den Lyzeen haben nur vier keine Überwachung. 137 Schulen beschäftigen einen Wachdienst. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Personal, das auf der eigenen Gehaltsliste steht, und nicht um spezialisierte Sicherheitsfirmen. Da die Zahl der Vergehen und Ordnungswidrigkeiten an den Temescher Schulen im Vergleich zur gleichen Zeitspanne des Vorjahres stark zugenommen hat, behauptet der Polizeichef des Kreises, Ion Mirescu, dass eine „aktive Präsenz der Ordnungshüter an den Schulen“ überaus notwendig sei, aber auch eine bessere Zusammenarbeit dieser mit den Schulleitungen könnte die Zahl der Vergehen reduzieren und die Statistik nach unten korrigieren.

Die Initiativen der Ordnungshüter in Sachen Schulen richtete sich in den in Betracht gezogenen Monaten vorwiegend auf die Vorbeugung des Fehlens vom Unterricht. Im ersten Semester wurden 216 Schüler erwischt, die sich während der Unterrichtszeit ungerechtfertigt außerhalb der Bildungseinrichtung befunden haben. Als besondere Vorfälle der letzten Wochen hob Ion Mirescu die Belästigung einer 14 Jahre alten Schülerin in Lugosch/Lugoj durch einen langjährigen Lehrer hervor, aber auch das aggressive Verhalten einer Erzieherin ihren Schützlingen aus dem Kindergarten in Johannisfeld/Ioanisfeld gegenüber. In Lugosch kam es ebenfalls zu einem nicht alltäglichen Vorfall: Sieben Jugendliche konnten bis in ein Schulgebäude vordringen, um einen Schüler aus der Schule zu verprügeln.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 07.03 2016, 19:43
in meiner Schulzeit hatte keine einzige Schule, die ich je besucht habe, Überwachungskameras oder einen Security an der Tür. Wenn so etwas notwendig ist, dann ist in der Gesellschaft etwas ganz anderes nicht in Ordnung. Traurig eigentlich.

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