Agrarausschuss nimmt Supermarktketten ins Gebet

Retailer bestreiten Preisanhebungen bei Lebensmitteln

Donnerstag, 30. April 2015

Bukarest (ADZ) - Wegen der Vorwürfe über die im Vorfeld der Mehrwertsteuersenkung zum 1. Juli „vorsorglich“ angehobenen Lebensmittelpreise hat der Agrarausschuss des Unterhauses am Dienstag Vertreter der wichtigsten Super- und Hypermarktketten zu einem mehrstündigen „Gespräch“ eingeladen.

Ausschussvorsitzender Nini Săpunaru (PNL) sagte, dass bei den Behörden in letzter Zeit immer mehr Informationen über steigende Regalpreise eingingen und drohte den Retailern sogar mit einem Einfrieren der Preise. Die Preispolitik des Einzelhandels sei zwar nicht Angelegenheit der Regierung, allerdings könne sie die Lebensmittelpreise „im Notfall“ per Erlass für sechs Monate einfrieren lassen, so Săpunaru, der zudem intensive Kontrollen des Kartellamts und der Verbraucherschutzbehörde in Aussicht stellte. Ausschussmitglied Liviu Harbuz (PSD) forderte die Retailer offen auf, „Preisspekulationen“ im Zuge der Mehrwertsteuersenkung tunlichst zu unterlassen.

Letztere bestritten indes hartnäckig, ihre Preise bei Lebensmitteln in den letzten Wochen um teils bis zu 30 Prozent angehoben zu haben, und bezeichneten die einschlägigen Presseberichte als „rabiate Medienkampagne“. Preisunterschiede habe es allenfalls wegen diversen Rabatt-Aktionen anlässlich der Osterfeiertage gegeben. Der PSD-Abgeordnete Petre Daea konterte daraufhin, die Retailer würden nichts als „schöne Lügen“ auftischen.

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 30.04 2015, 14:52
Gegen Preistricksereien der Lebensmittelketten hilft nur ein wachsames Einkaufsverhalten der Kunden, alles andere läuft ins Leere. Im Notfall muß eben der Umweg zu Lidl oder Auchan gemacht werden. Es ist genauso wie das Verhältnis zwischen Wähler und Politiker.
Manfred, 30.04 2015, 13:28
Helmut!Kein Unternehmer läßt sich seine Preise vorschreiben,da hat sich der Staat nur einzumischen,wenn es um verbotene Preisabsprachen geht.Ob die Gewinne wirklich so hoch sind?Die Supermärkte in RO haben auch wesentlich mehr Personal,die Diebstahlsquote ist auch nicht zu vernachlässigen,die weiten Transportwege ebenso.Gegen überhöhte Preise ist nur ein Boykott sinnvoll und wirksam.
Helmut, 30.04 2015, 12:46
Hier muß die Politik gemeinsam am Ball bleiben.Es darf im Zuge der Mehrwertsteuerreduktion,bestimmter Warengruppen,keine Preiserhöhungen geben.Die Handelsketten verdienen schon bei den jetzigen Verbraucherpreisen enorm.Wer sich nicht daran hält muß mit hohen finanziellen Strafen bedacht werden bzw.müssen auch die Preiserhöhungen rückgängig gemacht werden.Bußgelder sollen dem Sozial-und Gesundheitsbuget zufliessen.

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