AHK Regionalveranstaltung in Hermannstadt

Fachvorträge zu den Themen Fördermittel, Steuern und Berufsbildung

Samstag, 05. Dezember 2015

Zum Abschluss des Abends stellte Anca Hociotă das „Projekt Penny“ der Kölner Rewe-Gruppe vor. Die von den Penny Märkten angebotene dreijährige Berufsbildung schließt mit einem sowohl in Rumänien als auch in Deutschland anerkannten Zertifikat zum „Fachmann im Einzelhandel von Lebensmittel- und Nichtlebensmittelprodukten“.
Foto: Michael Mundt

Hermannstadt – Am Donnerstagabend lud die Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer (AHK) zur Regionalveranstaltung in das Ramada-Hotel in Hermannstadt/Sibiu ein. Neben Sebastian Metz, dem Geschäftsführer der AHK, richtete auch die Konsulin der Bundesrepublik Deutschland, Judith Urban, ein Grußwort an die anwesenden Unternehmer. In den Fachvorträgen sprach zunächst Johannes Becker, Inhaber der Unternehmensberatung „Becker Consult“, zum Thema „Europäische und nationale Fördermittel für KMUs – aktuelle Programme und Erfahrungen aus den ehemaligen Projekten“. Im Zeitraum zwischen 2014 und 2020 stehen dem rumänischen Staat rund 39 Milliarden Euro (174 Milliarden Lei) in den verschiedensten Fördertöpfen zur Verteilung zur Verfügung, davon können 10 Prozent an private Unternehmen vergeben werden. Im Verlauf des Vortrages stellte Becker einige wichtige nationale und EU-Förderprogramme vor, gab Hinweise und sprach auch über Hürden. So richtet sich beispielsweise das „Nationale Programm für ländliche Entwicklung“, welches unter anderem den Agrotourismus fördern soll, an Landwirte, die neben ihrer Haupttätigkeit auch im Tourismusbereich investieren wollen. An potenzielle Antragsteller appellierte er abschließend, unabhängig vom Förderprogramm, genügend Zeit bei der Antragstellung einzuplanen und Projekte detailliert zu beschreiben, da eine Änderung im Nachhinein von den zuständigen rumänischen Stellen nur äußerst selten bewilligt wird.

In einem zweiten Vortrag sprach Peter Schnabl von der Kanzlei „Stalfort Legal. Tax. Audit.“ zur Novellierung der Steuergesetzgebung. Dabei gab der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater einen Überblick zu den kommenden Änderungen in den Bereichen Sozialabgaben, Einkommens-, Körperschafts- sowie Umsatzsteuer. Erstaunlich ist, dass schon vor in Kraft treten des neuen Steuergesetzbuches, dieses durch Dringlichkeitsverordnungen wieder geändert wurde. So sinkt die Dividendenbesteuerung nun schon zu Jahresbeginn, und nicht wie anfänglich geplant erst 2017, von 16 auf 5 Prozent. Darüber hinaus gilt ab dem 1. Januar fortan auch auf Wasser, sowohl für Haushalte als auch für Unternehmen, der ermäßigte Steuersatz von 9 Prozent.

Zum Abschluss des Abends referierte Anca Hociotă, Mitarbeiterin der AHK, zur „Berufsbildung in Rumänien – eine Investition in die Zukunft“, ein bekanntes und oft diskutiertes Thema. Im 2012 wiederbelebten Bildungsweg der Berufsschule standen für 2015 branchenübergreifend 38.158 Plätze zur Verfügung, die Auslastung beträgt 83 Prozent. Eine der Herausforderungen, so Hociotă, bestehe im Bereich der Informationsvermittlung, denn häufig wissen weder Schulabgänger noch Eltern von dieser Form der Ausbildung. In vielen Köpfen ist noch die klassische Vorstellung vorhanden, dass eine Berufsbildung nur für jene jungen Erwachsenen notwendig ist, die in der Schulzeit schlechte Leistungen erzielt haben. Mit 14.617 Lehrlingen ist der Beruf des Automechanikers der mit Abstand beliebteste Ausbildungsberuf. Es folgt der Bereich Tourismus/Lebensmittel mit 4.600 Auszubildenden. In einer Umfrage der AHK unter 15 deutschen Firmen, die Schülern in technischen Berufen die Praktika anbieten, gaben diese an, dass von 213 Schülern 191 den angestrebten Abschluss erreicht haben. Die Übernahmequote lag wiederum bei 80 Prozent. In Hermannstadt sind es vornehmlich das technische Kolleg „Independen]a“, das ökonomische Kolleg „George Bariţiu“ sowie das Kolleg für Lebensmittelindustrie „Terezianum“, welche diese „duale Form“ der Berufsbildung anbieten.


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