AHK: Rumänien beliebt bei deutschen Investoren

Donnerstag, 04. August 2016

Bukarest (AHK) - Die Auslandshandelskammern (AHK) in Mittel- und Osteuropa haben auch dieses Jahr eine gemeinsame Umfrage durchgeführt, aus der die wirtschaftliche Lage, die Standortbedingungen und die Erwartungen der deutschen Unternehmen im jeweiligen Gastland hervorgehen. Aus der aktuellen Umfrage geht hervor, dass deutsche Unternehmen weiterhin Vertrauen in den Standort Rumänien haben und optimistisch in die Zukunft blicken, was teilweise auch auf die neue Regierung, die seit November 2015 im Amt ist, zurückzuführen ist. Das Vertrauen in diese Regierung ist gestiegen und damit auch die Hoffnung, dass die notwendigen Schritte unternommen werden, um Reformen voranzutreiben.
Rumänien hat sich 2015 – auch im Vergleich zu seinen Nachbarländern – wirtschaftlich sehr positiv entwickelt. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,8 Prozent stellt das größte Wirtschaftswachstum der letzten 6 Jahre dar und hat das vieler anderer europäischer Länder überholt. Der Anstieg des BIP ist insbesondere auf die weiter steigende Exporttätigkeit, aber auch auf den Aufschwung des privaten Konsums zurückzuführen.

Die Bewertung der aktuellen Wirtschaftslage und die Aussichten für die rumänische Wirtschaft aber auch die Lage und Erwartungen des eigenen Geschäfts der Unternehmen in der jeweiligen Branche haben sich im Vergleich zum letzten Jahr weiter verbessert. Rumänien liegt in dieser Bewertung deutlich über dem MOE-Durchschnitt. 30 Prozent (2015: 15 Prozent) der befragten deutschen Unternehmen in Rumänien schätzen die aktuelle wirtschaftliche Lage des Landes besser ein im Vergleich zu 2015, für 56 Prozent ist die Lage unverändert. Obwohl bei der Beurteilung der Aussichten für die Wirtschaft in Rumänien für das laufende Jahr im Vergleich zum Vorjahr Rumänien vor allen anderen MOE-Ländern liegt, ist der Anteil derer, die die Aussichten als besser einschätzen auf 49 Prozent leicht gesunken (2015: 56 Prozent).
Hinsichtlich der eigenen Geschäftslage für das laufende Jahr sind die Erwartungen ebenfalls positiv. Die Anzahl der Befragten, die die aktuelle Geschäftslage ihres Unternehmens als gut beurteilen, liegt bei 50 Prozent (2015: 54 Prozent) und 61 Prozent der Unternehmen meinen, dass sich die Geschäftslage ihres Unternehmens in diesem Jahr verbessern wird (2015: 75 Prozent). Hiermit liegt Rumänien über dem MOE-Durchschnitt, obwohl die Werte gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken sind. Nahezu die Hälfte der befragten Unternehmen (44 Prozent) sieht eine Verbesserung der Konjunkturlage ihrer Branche 2016 im Vergleich zum Vorjahr, 13 Prozent sehen eine Verschlechterung.

Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen haben sich laut der aktuellen Umfrage in einigen Bereichen verbessert, in anderen besteht weiterhin deutlicher Verbesserungsbedarf. Vor allem im Bereich Korruptionsbekämpfung hat Rumänien in den letzten zwei Jahren wichtige Fortschritte verzeichnet, was auch in den Ergebnissen der diesjährigen Umfrage ersichtlich ist. Außerdem haben die Steuersenkungen zu einer deutlich besseren Bewertung bei der Steuerbelastung geführt. Wie in den meisten MOE-Ländern bleiben die Unternehmen auch in Rumänien besonders unzufrieden in Bezug auf Rechtssicherheit, Steuerverwaltung und öffentliche Behörden, aber auch die Infrastruktur stellt in Rumänien schon seit Jahren ein Hindernis für Investoren dar. Über die Verfügbarkeit von Fachkräften beschweren sich ebenfalls viele Unternehmen in der Region. Auch wenn zahlreiche deutsche Unternehmen mit einzelnen Standortfaktoren weiterhin unzufrieden sind, würden sich die meisten befragten Unternehmen wieder für Rumänien als Investitionsstandort entscheiden. Gefragt, ob sie für eine Investition wieder Rumänien wählen würden, antworteten 91 Prozent der befragten Manager mit „Ja“.

Die Umfrage wurde zwischen dem 1. Februar und 1. März 2016 durchgeführt. Teilgenommen haben 105 Unternehmen mit deutscher Kapital-Beteiligung, die in Rumänien tätig sind, davon gehören 70 Prozent einem Konzern bzw. einer Unternehmensgruppe an. 83 Prozent dieser Unternehmen haben ihre Zentrale in Deutschland, 7 Prozent in Österreich, 10 Prozent in Rumänien.

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