Ajax ausgebootet, nun kommt Chelsea

Europa League: Steaua wartete mit mutigem Rückspiel auf, CFR verliert gegen Inter

Freitag, 22. Februar 2013

Nach Untertänigkeit sieht der Handkuss des Mannes aus, der sich weit nach Mitternacht zu dieser Handlung dem Steaua-Boss Gigi Becali gegenüber hingibt. Der Fan hatte damit seinem Enthusiasmus über den Sieg  von Steaua Bukarest über Ajax Amsterdam freien Lauf gelassen. Wenige Minuten zuvor hatte Steaua den niederländischen Renommierklub aus der Europa-League ausgebootet und war ins Achtelfinale des Wettbewerbs eingezogen.

Überzeugend war vor allem, wie der Tabellenführer der rumänischen Liga das Resultat zu drehen vermochte, nachdem Steaua im Hinspiel 0:2 verloren hatten.Nach einem 2:0 nach 120 Minuten am Donnerstagabend im Rückspiel überzeugten die Kicker von Trainer Laurenţiu Reghecampf vor nahezu 45.000 Zuschauern in der National-Arena auch im Elfmeterschießen, das sie 4:2 für sich entschieden.

Es sei kein historischer Sieg, trotzdem aber einer von Bedeutung für den rumänischen Fußball, sagte nach der Partie Trainer Reghecampf. Er, aber auch der Vereinsmäzen Becali hatten in den Tagen vor dem Spiel Optimismus versprüht, den die meisten Fans in Rumänien nicht all zu ernst genommen hatten. Außer dem 0:2 aus der Vorwoche mussten die Bukarester ohne zwei ihrer gesperrten Leistungsträger, Pintilii und Bourceanu, auskommen. Dies schien die geplante Aufholjagd nur noch zu erschweren. Ajax zeigte ihrerseits viel Respekt vor Steaua und rückte den destruktiven Mittelfeldspieler Poulsen in die Stammelf.

Latovlevici, der beste Mann auf dem Platz, schoss nach 38 Spielminuten zum 1:0 ein, Chiricheş stellte eine Viertelstunde vor Schluss  im Gesamtergebnis den Gleichstand her. Die Verlängerung brachte keine Entscheidung, im Elfmeterduell zeigte sich Steaua als die Mannschaft mit den besseren Nerven – genauso wie es 1986 gegen Barcelona oder vor acht Jahren gegen Valencia der Fall war. Rusescu, Nikolic, Filip und Latovlevici schossen die „Elfer“ für Steaua, für Ajax trafen Eriksen und De Jong, Schone und Moisander hingegen vergaben. Im Achtelfinale trifft Steaua auf den Vorjahres-Champions-League-Sieger Chelsea London. Der englische Club vermied beim 1:1 (0:1) gegen Sparta Prag dank eines späten Treffers des Belgiers Eden Hazard (90.+2) die Verlängerung und rettete sich nach dem 1:0-Hinspielsieg in die Runde der besten 16.

CFR Klausenburg hatte am Donnerstagabend ebenfalls ein 0:2 aufzuholen. Gegen Inter Mailand war CFR trotz einiger guter Torszenen die deutlich schlechtere Mannschaft. Erneut zeigte sich, wie stark die fünf Abgänge aus der Winterpause beim amtierenden rumänischen Meister in die Waagschale falle. Die Kreativität und die Gefahr im gegnerischen Strafraum, die noch in der Champions-League-Gruppenphase von Sougou und Bastos ausgegangen war, fehlt derzeit bei CFR.

Dazu kam die frühe Verletzung von Gabriel Mureşan, der bereits in der 9. Minute durch Hora ersetzt werden musste. Dadurch musste Trainer Paolo Sergio schon früh sein Spielsystem ändern, zum Schluss gab er jedoch zu, dass das individuelle Können seiner Kicker nicht auf dem Niveau von Inter Mailand ist.

Der 0:3-Endstand aus Sicht der Klausenburger fiel wohl um ein Tor zu hoch aus, denn Inter tat nichts Besonderes, um eine rumänische Mannschaft problemlos aus dem Wettbewerb zu werfen. Paolo Sergio half es wenig, dass er es nach dem 0:1 mit der Brechstange versuchte, als er den Stürmer Kapetanos für einen Abwehrspieler brachte. Dem rumänische Abwehrspieler in Diensten von Inter Mailand, Cristian Chivu, blieb es  verwehrt, gegen seine Landsleute anzutreten, denn er saß bis zum Spielschluss auf der Reservebank. Die Treffer für Inter erzielten Guarin (2) und Benassi.

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