Aktienmarkt drehte ins Plus, Industrie-Aktien entwickeln sich gut

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 06. November 2012

Der Aktienmarkt konnte zwar den negativen Trend der Vorwoche in der vergangenen Handelswoche umkehren, doch für eine langfristige Aufwärtsbewegung des Marktes fehlen die Grundlagen. Die Umsatzentwicklung lag mit jener der Vorwoche fast gleichauf, bei einem durchschnittlichen Volumen von 2,5 Millionen Euro pro Handelstag. Auch die Marktkapitalisierung machte keine großen Veränderungen durch. Am Anleihenmarkt fiel der Handel schwach aus, nachdem in der Vorwoche die Emission des Erdgasversorgers Gaz de France Suez den Markt aufgemischt hatte.

Indizes und Aktien

Der Markt legte um bescheidene 0,5 Prozent zu, das bügelte fast die Hälfte des Vorwochenverlustes aus. Besonders gut entwickelte sich der Finanzwerte-Index BET-FI, der erneut die 24.000-Punkte-Marke knackte nach einem Wochenzuwachs um 1,2 Prozent. Hier halfen vor allem die SIF-Investmentgesellschaften, die allesamt im grünen Bereich schlossen. Zum Plus von 1,4 Prozent des ROTX-Index’ trug der Anstieg um 4 Prozent der Aktien der Ersten Group Bank AG (EBS, 88,2 Lei, ISIN AT0000652011) bei. Aufgrund von sogenannten Einmaleffekten konnte die Bank nach den ersten neun Monaten dieses Jahres in die Gewinnzone zurückkehren.

Eine außerordentliche Performance legten die Aktien des Bauunternehmens Compania Transilvania Construc]ii (COTR, 27 Lei, ISIN ROCOTRACNOR9) hin. Mit einem Wochenzuwachs von 17,4 Prozent wiesen sie den zweithöchsten Wochengewinn aus. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 43,2 Millionen Lei (etwa 10 Millionen Euro) verzeichnet, um knapp 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn stieg auf das Fünffache des Vorjahresgewinns von umgerechnet 80.000 Euro.

Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr den Umbau des Stadions von Klausenburg/Cluj-Napoca abgeschlossen hat, baut seinen Logistikpark in der Stadt zur direkten Konkurrenz von Tetarom aus, wo sich früher einmal Nokia und nun De’Longhi niedergelassen haben.

Aktie der Woche

Der Einstieg des finnischen Investmentfonds KJK Fund II beim Kunststoffverarbeiter Teraplast Bistri]a (TRP, 0,184 Lei, ISIN ROTRPLACNOR7) ließ die TRP-Aktien auf Wochensicht um 22 Prozent in die Höhe schießen. Die finnischen Fondsverwalter kauften in zwei Schüben TRP-Papiere im Oktober auf, insgesamt 18,8 Millionen Stück.

Damit stockten sie ihren Anteil am rumänischen Unternehmen auf 6,3 Prozent auf. Der Fonds ist noch beim Erdölunternehmen Rompetrol Well Services (PTR, 0,286 Lei, ISIN ROPESAACNOR0) mit 5,75 Prozent beteiligt. Den Einstieg bei Teraplast ließen sich die Finnen umgerechnet eine halbe Million Euro kosten. Für ihren Anteil bei Rompetrol Well Services hatten sie mit knapp einer Million Euro deutlich mehr bezahlt.

Der Preis der Teraplast-Aktien war in den vergangenen drei Jahren um 75 Prozent gesunken, das Unternehmen hat noch in der ersten Jahreshälfte 3,86 Millionen Lei Verluste geschrieben. Im Vergleich zum Vorjahr dürfte sich die Lage jedoch verbessern. 2011 hatte das Unternehmen noch 14,6 Millionen Lei Verluste geschrieben.

Rasdaq

Deutlich besser als in der Vorwoche entwickelte sich der Sekundärmarkt Rasdaq. Der Hauptindex Rasdaq-C kletterte auf Wochensicht um 21,16 Punkte oder 1,4 Prozent, was den Verlust der Vorwoche mehr als wettmachte. Auch die Umsätze waren, bei einem Durchschnitt von umgerechnet knapp 53.000 Euro, besser als die der Vorwoche. Dabei zeigte sich, dass der freie Markt ganz ohne Sonderdeals auskommen kann. Keine abgesprochene Transaktion zu vorher festgelegten Preisen wirbelte den Sekundärmarkt in der vergangenen Woche auf.

Devisen

Die rumänische Währung, der Leu, setzte seine Aufwertung gegenüber dem Euro auch in der vergangenen Woche fort. Die europäische Gemeinschaftswährung musste mit 0,66 Prozent sogar etwas mehr Federn lassen zum Leu, als in der Woche zuvor. Am vergangenen Montag kostete ein Euro daher 4,5236 Lei. Auch zum US-Dollar entwickelte sich der Leu ähnlich. Die Aufwertung betrug hier zwar nur 0,22 Prozent und auch die Ausgangslage war eine andere. In der vergangenen Woche war der US-Dollar zum Leu noch auf dem Vormarsch gewesen. Diese Woche startete die amerikanische Währung bei einem Stand von 3,512 Lei.

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