Aktienmarkt legt kräftiger zu als in der Vorwoche, SIF und Banken im Vordergrund

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 24. Januar 2012

Bukarests Aktienmarkt entwickelte sich in der zweiten Woche in Folge im Plus. Dabei fielen die Kursgewinne noch höher aus, als in der Woche zuvor. Der Optimismus am Parkett schlug vor allem auf die Marktkapitalisierung durch, die um knapp eine Milliarde Euro zulegte. Auch der durchschnittliche Tagesumsatz legte zu und kletterte von 4,9 auf 6,4 Millionen Euro (plus 30 Prozent).

Indizes und Aktien

Die Aktien der SIF-Investmentgesellschaften setzten den in der vergangenen Woche begonnenen Aufwärtstrend fort und schlossen wieder im Plus. Allerdings fiel der Kursgewinn in dieser Woche niedriger aus, als in der Woche zuvor. So ist es also gut möglich, dass die SIF-Aktien in dieser Woche wieder ins Minus drehen. Anleger werden nach zwei Wochen Gewinn machen wollen, da mittelfristig die Unsicherheit weiterhin weit verbreitet ist. BET-FI, der Index der Finanzwerte, kletterte in der vergangenen Woche um 4,3 Prozent und schloss somit nur knapp unter dem neuen Limit von 21.000 Punkten.
Bankwerte gaben ein uneinheitliches Bild ab in der vergangenen Woche. Während der Außenseiter Banca Comerciala Carpatica (BCC, 0,0531 Lei) endlich wieder einen leichten Kurszuwachs verzeichnen konnte (plus 3,3 Prozent), verloren die gewichtigeren Aktien der Société-Générale-Tochter BRD (BRD, 10,58 Lei) 1,12 Prozent. Die Erste Group Bank AG (EBS, 63,6 Lei) wiederum legte satte 12,16 Prozent zu, allerdings dürfte hier weniger die Tatsache eine Rolle gespielt haben, dass die Unternehmensleitung bei der rumänischen Tochter BCR ersetzt wird. Banca Transilvania (TLV, 0,896 Lei) wiederum verlor 1,53 Prozent. Gut möglich, dass hier schon die Auswirkungen des frühzeitigen Ausscheidens des Bankchefs Robert Rekkers drei Monate vor Vertragsablauf eine Rolle gespielt haben kann. Der Index, der auch diese Banken umfasst (ROTX), erfuhr einen Kurssprung von 4,1 Prozent. Getragen wurde diese Entwicklung von EBS (plus 12 Prozent) und den FP-Aktien (FP, 0,4516 Lei) mit einem Plus von 4,5 Prozent.
Schließlich legte auch der Energiewerte-Index BET-NG zu, 1,9 Prozent. Hier trugen die wichtigsten drei Emittenten – Petrom (SNP, 0,303 Lei), Transelectrica (TEL, 18,29 Lei) und Transgaz (TGN, 234,95 Lei) – mit Wochenzuwächsen von je etwas mehr als drei Prozent zur Entwicklung des Index bei.

Aktie der Woche

In Wien offenbarte die Erste Group (EBS, 63,6 Lei), dass sie ihre Eigenkapitallücken ohne Staatshilfe oder Geldaufnahme über die Börse schließen wolle. 742 Millionen Euro braucht die Erste Group laut Vorgaben der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) bis Juli 2012. Das Kapital soll über Gewinne finanziert werden, die in diesem Jahr nicht an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Zudem soll das Geschäftsvolumen schrumpfen und damit das Eigenkapitalerfordernis gesenkt werden. Erste will die Kapitalerfordernisse bis Juni sogar übererfüllen, berichtete der Kurier. Anleger nahmen den Ausfall von Dividenden wohl in Kauf und honorierten erst einmal das ehrgeizige Vorhaben der Bank, nicht auf Staatshilfe zugreifen zu wollen. Der Kurs legte auf Wochensicht 12,16 Prozent zu und machte aus den EBS-Papieren in Bukarest die Aktie der Woche.

Rasdaq

Auch am Sekundärmarkt Rasdaq zog der Aktienhandel im Vergleich zur Vorwoche kräftiger an. Der durchschnittliche Tagesumsatz stieg von umgerechnet 31.550 Euro auf 55.400 Euro. Dabei gab es keine Ausschläge des Tagesumsatzes, bedingt durch etwa Sonderdeals. Der Handel verlief ruhig. Das allerdings schlug sich auf den Hauptindex Rasdaq-C nieder, der nach einer V-Bewegung auf Wochensicht doch noch 0,68 Prozent verlor.

Devisen

Der Leu verlor in der vergangenen Woche zum Euro wieder leicht. Dabei ist nicht eindeutig, ob der Rückgang um 0,34 Prozent dem zeitweiligen Erstarken des Euro an den internationalen Märkten zu verdanken war, oder ob der Leu regional wegen des Unmuts der Anleger gegenüber Ungarn und den Protesten in Rumänien stärker unter Druck geraten ist. Gegenüber dem US-Dollar jedenfalls konnte der Leu mit einem Plus von 0,62 Prozent etwas aufholen.

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