Aktionsplan für das Harbachtal

Projekt „Viva EastPart“ will wirtschaftliche Entwicklung und Bewahrung von Kulturerbe zusammenbringen

Dienstag, 18. Juni 2013

Gabriel Roşca, Ilarion Bârsan, Răzvan Pop und Marcel Luca (v. l.) unterzeichneten das Kooperationsabkommen für das Harbachtal. Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - Das Harbachtal/Valea Hârtibaciului ist eine gewachsene Kulturlandschaft, die 5 Kilometer nordöstlich von Hermannstadt/Sibiu beginnt und sich über knapp 100 Kilometer in Richtung Schäßburg/Sighişoara erstreckt. Die Region gehört zu den strukturschwachen Gegenden – wie es im heutigen Fachdeutsch heißt. Die Menschen leben überwiegend von der Landwirtschaft und Kleingewerbe, große Investitionen finden praktisch nicht statt. Städtisches Zentrum ist die einstige Handwerkergemeinde Agnetheln/Agnita mit heute gut 8000 Einwohnern, ansonsten dominieren Dörfer – überwiegend siebenbürgisch-sächsische Dörfer – mit landschaftsprägenden Architekturen und Baudenkmälern.

Hat solch eine Region in der heutigen Zeit eine Chance, ihr kulturelles und natürliches Erbe zu bewahren und ihren Bewohnern ein wirtschaftliches Auskommen zu bieten? Mit dieser Frage beschäftigen sich lokale Akteure im Rahmen des EU-Projektes „Viva EastPart“. Das Harbachtal ist eine von drei Beispielregionen, für die ein Aktionsplan entwickelt werden soll, so wie für den Kreis Cahul in der Republik Moldawien und die Provinz Tawusch in Armenien. Ende vergangener Woche luden die Projektverantwortlichen zum dritten Projektworkshop, der im Kreisrat Hermannstadt stattfand.

Projektleiter für das Harbachtal ist der Hermannstädter Architekt Gabriel Roşca. „Ziel des Projektes ist es, eine beispielhafte Methodologie zu entwickeln und auf dieser Basis einen lokalen Aktionsplan zu entwickeln.“ Man habe durch Diskussionen aller bereits aktiven Akteure fünf Handlungsfelder identifiziert: Information, Förderung der Kompetenzen der lokalen Verwaltungen, Arbeit an einer regionalen Identität, Bildung von Partnerschaften und Wissenstransfer für die lokale Bevölkerung.

Die Umsetzung soll zusammen mit lokalen Partnern in den nächsten Monaten angegangenen werden. Am Freitag unterzeichneten Vertreter von Institutionen und Vereinen ein Kooperationsabkommen, darunter Marcel Luca von Seiten des Kreisrates, Ilarion Bârsan von der GAL und auch Roşca. Die Internetseite der Lokalen Aktionsgruppe Harbachtal (GAL) soll mit Informationen angereichert werden, Bürgermeistern wolle man positive dörfliche Initiativen wie beispielsweise in Deutschweißkirch/Viscri zeigen. Angedacht sind daneben Workshops für Menschen, die Gästezimmer in ihren Häusern einrichten möchten oder auch Unterstützung für die Revitalisierung der Schmalspurbahn „Wusch“.  

Das Projekt wird mit Mitteln des „Eastern Partnership Culture Programme“ gefördert. Projektpartner sind der Lehrstuhl für Architektur an der Universität Bari (Italien), die Agentur für Grenzüberschreitende Kooperation und Europäische Integration (Moldawien) und der Verein Ökotourismus (Armenien). Die Projektleitung liegt bei dem Verein für Städtische Transition aus Bukarest.

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