Aktiv mitmachen, um eine Alternative herbeizuführen

Gespräch mit Caroline Fernolend, Forums-Spitzenkandidatin bei den Wahlen für den Kreisrat Kronstadt

Freitag, 03. Juni 2016

Caroline Fernolend ist ein gut bekannter Name, nicht nur in ihrem Heimatdorf Deutsch-Weißkirch, sondern auch jenseits des Kreises Kronstadt und Rumäniens. Die Vizepräsidentin des Mihai Eminescu Trust hat beispielgebende Projekte im ländlichen Raum initiiert und durchgezogen, die kleine, oft abgelegene Ortschaften wiederbeleben, ihr historisches und kulturelles Erbe retten und im Rahmen eines umweltfreundlichen Tourismus promovieren, alte Handwerke und Traditionen neu entdecken. Über die  Herausforderungen, die der Schritt in die lokale Politik auf Kreisebene mit sich bringen, spricht Caroline Fernolend im nachfolgenden Interview.

In breiten Kreisen der Bevölkerung wird eine Erneuerung der politischen Klasse erwartet. Soll man sich aus der (aktiven) Politik heraushalten? Inwieweit kann/muss man da mitmachen?

Ich glaube, dass jede Person, die der Überzeugung ist, dass er oder sie etwas zur Verbesserung und Entwicklung in unserem Land beitragen kann, dies auch tun sollte. Es ist gewiss leicht und meistens auch gut zu kritisieren, jedoch sollte man nach der Kritik auch eine Alternative anbieten können, und auch aktiv mitmachen, um die Alternative herbeizuführen, sei dies in der Politik oder in einer Organisation, Firma oder in der eigenen Gemeinschaft. Wenn viele Menschen sich aktiv und mit gutem Willen in ihrem Zuständigkeitsbereich einbringen, dann wird sich die politische Klasse organisch erneuern.
 
Sie und das Kreisforum sind auf die Stimmen aus der Mehrheitsbevölkerung angewiesen. Für die Bodendorfer Wahlen dürfte auch die Roma-Bevölkerung eine wichtige Rolle spielen. Wie kann man zusätzliche Wahlstimmen fürs Forum gewinnen?

Das Deutsche Forum ist in all seinen Wahlkreisen auf die Stimmen der Mehrheitsbevölkerung angewiesen. Wir als Deutsches Forum und als deutsche Minderheit sollten den guten Ruf, dessen wir uns bei der Mehrheitsbevölkerung und bei der Roma-Bevölkerung erfreuen, nicht außer Acht lassen.

Diesen haben wir uns hart erarbeitet, durch einschlägige Projekte zu Gunsten unserer Wähler und klare Erfolgsgeschichten. Beispielsweise ist es tatsächlich so, dass die Roma- Bevölkerung in unserer Gemeinde Bodendorf zahlreich ist und dass durch die verschiedenen durchgeführten Projekte der Stiftung Mihai Eminescu Trust viele dieser Menschen und ihre Familien nun eine Arbeit und ein stabiles Einkommen und einen festen Platz in der Gemeinschaft haben. Die neue Generation wächst zu verantwortungsbewussten Bürgern heran. Wenn wir diese und ähnliche Projekte und vor allem die zahlreichen, positiven Ergebnisse hervorheben, dann bin ich sicher, dass dies uns auch bei der Anzahl der Wahlstimmen einen Vorteil verschafft, gegenüber Kandidaten mit weniger Erfahrung in der tatsächlichen Umsetzung ihrer Ziele.

Sie sind die Spitzenkandidatin des Forums bei den Wahlen für den Kreisrat Kronstadt. Was erhoffen Sie sich im Kreisrat verbessern zu können? In welchen Bereichen wollen Sie sich einbringen?

Es ist eine große Ehre und zugleich eine große Verantwortung für mich als Spitzenkandidatin des Forums aufgestellt zu sein. Dieser Verantwortung bin ich mir jedoch sehr bewusst und nehme die Herausforderung gerne an. Ich  werde mich dafür einsetzen, dass nun auch dem Kreis Kronstadt, die Erfahrung und Kenntnisse, die ich als Leiterin des Mihai Eminescu Trust erworben habe, zugute kommen.  In den letzten 16 Jahren haben unsere mehr als 1200 Projekte maßgeblich zu der Entwicklung der Dörfer und Regionen beigetragen, in denen wir tätig sind. Die Hauptbereiche, in denen ich mich einsetzen werde, sind die, in denen ich Erfahrung und Erfolg aufzeigen kann:  Erhalt des Kulturerbes, Unterstützung des sanften, kulturellen Tourismus, der nachhaltigen Dorf- und Stadtentwicklung, Landwirtschaft. Ich bin seit 2014 als Expertin  für nachhaltige Entwicklung und Denkmalschutz für den Europa-Rat aktiv. Ich werde auch diese Position nutzen, um über den Kreisrat in diesem Bereich mehr für unsere Region bewegen zu können.

In Bodendorf kandidiert Adrian Stoian seitens des Forums fürs Bürgermeisteramt. Warum ist aus Ihrer Sicht ein Wechsel im Rathaus notwendig?

Das Forum hat in Adrian Stoian einen sehr arbeitsamen und ehrlichen Menschen für das Amt des Bürgermeisters zur Wahl gestellt. Er hat diese zwei wichtigen – und leider nicht selbstverständlichen - Lebensqualitäten stark bewiesen. Ein Wechsel im Rathaus in Bodendorf stand schon seit längerer Zeit aus. Der jetzige Bürgermeister und seine engen Vertrauten in Schlüsselpositionen haben viele Entscheidungen ausschließlich zu ihren Gunsten getroffen, die unserer Gemeinde geschadet haben und auch heute sehr schaden. Dies soll und wird sich mit Adrian Stoian als Bürgermeister ändern.

Vielen Dank für dieses Gespräch!

Die Fragen stellte  Ralf Sudrigian



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