Aktuelle Sprache der grafischen und malerischen Kunst

Brukenthalmuseum lädt zum Ausstellungsbesuch ins Museum für zeitgenössische Kunst ein

Mittwoch, 14. März 2018

Hermannstadt - Ein ausgesprochen zahlreiches Publikum war in der Kunsthalle im Erdgeschoss des Museums für zeitgenössische Kunst des Brukenthalmuseums Hermannstadt/Sibiu am Mittwoch, dem 7. März, um 17 Uhr zum Zeitpunkt der Vernissage der Ausstellung „Surreal United“ anwesend. Den gesamten März hindurch können die Gemälde aus der Hand Andrea Gabriela Bernath-Doncuțiu und die Zeichnungen von Claudiu Rudolf Doncuțiu in der Quergasse/Str. Tribunei 6 besichtigt werden.

Alexandru Chituță, Leiter des Bereichs Musäumspädagogik, Marketing, Kommunikation und Sekretariat des Brukenthalmuseums sprach als Kurator der Ausstellung „Surreal United“ den anwesenden Kunstliebhabern den Dank für das hohe Interesse an den Gemälden und Zeichnungen der beiden jungen Künstler aus. Alexandra Galăbuț, ebenfalls Kuratorin der Ausstellung, zeigte sich erfreut über den großen Publikumsandrang anlässlich der Vernissage, der ihrer noch jungen Karriere einen Aufschwung verleiht. In gewählten Sätzen an das Publikum richtete sich der Generaldirektor des Brukenthalmuseums, Prof. Univ. Dr. Sabin Adrian Luca, der auf das 12jährige Bestehen der Abteilung für zeitgenössische Kunst hinwies. Er wiederholte die von Alexandru Chituță gebrachte Behauptung, dass Hermannstadt als Europäische Kulturhauptstadt 2007 sich einen bis dato anhaltend positiven Ruf auf Ebene der zeitgenössischen Kunst erarbeitet habe und unterstrich freudig, dass die jungen Künstler es nicht narzisstisch darauf abgesehen haben, durch eigene Selbstverherrlichung die Leistungen älterer Künstlergenerationen zu überbieten. Die zeitgenössische Kunstszene Hermannstadts erlebe zurzeit einen glücklichen Neuanfang und brauche mangelnde Publikumswahrnehmung nicht zu fürchten.

Andrea Gabriela Bernath-Doncuțiu ergriff im Namen der beiden ausstellenden Künstler das Wort und vergaß nicht, ebenfalls zu unterstreichen, dass die Ausübung der Kunst von Kindesbeinen an zu unverhofften Ergebnissen führt. Tatsächlich waren um die Mittelsäule in der Kunsthalle viele Kinder versammelt, die auf dem Boden sitzend ihren künstlerischen Instinkt auf weißes Papier zeichneten.
Die hauptsächlich schwarz-weißen Zeichnungen des Kunstgrafikers Claudiu Rudolf Doncuțiu sind nicht jedermanns Sache und bieten teils schreiend skurrile Abbildungen seelischer Abgründe menschlichen Daseins. Bruder Medardus aus E.T.A. Hoffmanns „Elixieren des Teufels“ würde während seiner Irrfahrt pure Freude an den Zeichungen „Hatevirus“ und „Schwarze Masse“ gehabt haben. Ansprechend hingegen ist für den heutigen Betrachter die Grafik „Depression“, die sehr einleuchtend darstellt, welche vom Dauerstress gekennzeichneten Stromlinien die Zivilisationskrankheit der Überbelastung auf das Gesicht eines Menschen malen kann.

Sehr ästhetisch sind einige von Andrea Gabriela Bernath-Doncuțiu ausgestellte Gemälde. Der geistliche Inhalt des Bildes „Annunciazione (Verkündigung des Herrn)“ widerspiegelt zwar nicht den biblischen Hintergrund der gegenwärtigen Passionszeit, lohnt aber trotzdem einen Besuch der Ausstellung „Surreal United“, die bis einschließlich 1. April, dem katholischen und protestantischen Ostersonntag, auf neugierige Kunstfreunde wartet.

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