Alpenstadt des Jahres 2015

Aufzeichnungen anlässlich eines Besuches in Chamonix-Mont-Blanc

Sonntag, 05. Juni 2016

Blick auf das Mont-Blanc-Massiv

Einen Anziehungspunkt stellen auch die alten Bauten der Stadt dar.

Vom Stadtzentrum aus hat man einen besonderen Ausblick auf den Mont-Blanc. Doch wollte die Wolkendecke sich nicht gleich heben.

Die Arlbergstraße bietet schönste Aussichten auf die Alpen.
Fotos: der Verfasser

Die Alpenlandschaft - fährt man mit dem Wagen durch eines der acht Länder, die an diesen bedeutendsten Gebirgszug Europas grenzen oder Teil davon sind, oder sieht man aus dem Flugzeug die sich unter einem erhebenden Höhenzüge - ist zu jeder Jahreszeit gleich bezaubernd, kann aber auch viele Gefahren bergen. Nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Genf nehmen wir die Gelegenheit wahr, um auf der Rückfahrt auch  Chamonix in Frankreich zu besuchen. Mit vollem Namen Chamonix-Mont-Blanc, wie dieses am Fuße des höchsten Gipfels Europas befindliche Ski- und Alpinismuszentrum seit 1921 offiziell benannt ist, wurde  im Rahmen der Alpenkonvention zur Alpenstadt des Jahres 2015 gekürt.

Gleich wird man von der Stadt, aber auch durch deren Lage fasziniert: mitten in den französischen Alpen, wobei diese im Süden vom Mont-Blanc-Massiv mit seinen 4810 Metern Höhe überragt wird. In der Stadt sind eine Reihe schöner, alter Gebäude aus dem 18. Jahrhundert zu sehen. Dank des freundlichen Entgegenkommens der Ortsbewohner fühlt man sich schnell heimisch. Chamonix, Austragungsort der ersten olympischen Winterspiele  1924, ist Treffpunkt für Besucher aus aller Welt, unzählige Sprachen sind in den Straßen zu hören. Hauptanziehungspunkt ist das Mont-Blanc-Massiv, auch wenn manchmal die Wolken über diesem hängen. Hat man Glück, ziehen sie aber auch so schnell ab, wie sie  aufgezogen sind, dann kann man sich der Aussicht voll erfreuen.

Die grandiose Landschaft hat deshalb auch oft als Kulisse für Filme gedient. Zwei Beispiele: Max Linder drehte in der Nähe seines Hauses in Chamonix, John Huston hat Teile seines Films mit Sean Connery, „Der Mann, der König sein wollte“, dort aufgenommen. Zahlreiche Romane und Gedichte sind  dem Massiv und der wunderbaren Landschaft in dessen Umfeld gewidmet. Doch die Idylle hat auch Schattenseiten: In vielen Bergunfällen verloren mutige Bergsteiger ihr Leben. Auch zwei Flugzeuge indischer Fluggesellschaften stürzten über dem Massiv 1955 bzw. 1966 ab. Gelegentlich werden noch heute Bruchteile bei der Schneeschmelze oder von Lawinen an die Oberfläche gebracht, was zu Legenden auch über das Treiben böser Geister führt.

Skiort und Zentrum des Alpinismus

Auch zum aktuellen Zeitpunkt liegt Schnee ab 1500 Metern, sodass Skisport unter besten Voraussetzungen betrieben werden kann. Im französischen Departement Haute-Savoie in der Region Rhone-Alpes gelegen, bietet das Gebiet von Chamonix 69 Skipisten mit einer Gesamtlänge von 700 Kilometern. Allein auf das Umfeld der Stadt entfallen 108 Kilometer. Als einer der bekanntesten Wintersportorte der Alpen umfasst das Gebiet um Chamonix leichte, mittelschwere und sehr schwere Pisten auf  den beiden Skibergen Le Brevent und La Flegere. Mit dem Skipass „Mont Blanc“ kann man die insgesamt 700 Kilometer Skipisten befahren. Zu dem Skigebiet Domain de Balmezu führen zwei Gondelbahnen. Zu Chamonix gehören mehrere Ortsteile bzw. Ortschaften, darunter auch die Gemeinde Argentiere. Diese, wie auch die Skigebiete, kann man mit Bussen des öffentlichen Verkehrs  erreichen. Von Chamonix-Mont-Blanc führt eine Zahnradbahn auf den 1913 Meter hohen Montenvers. Eine Seilbahn,  die ebenfalls  von Chamonix ausgeht, führt auf den 3842 Meter hohen Aiguille du Midi-Gipfel. Eine Zwischenstation gibt es bei 2310 Metern, die Bergstation befindet sich in 3777 Metern Höhe. Übrigens ist dieses die zweithöchste Seilbahn Europas. Dies ist auch der Ausgangspunkt für Bergsteiger, die den Mont Blanc bezwingen wollen.

Chamonix, dieses weltbekannte Touristikzentrum, erstreckt sich auf einer Fläche von 245,5 Quadratkilometern und hat laut statistischen Daten vom 1. Januar 2013 eine Bevölkerung von  fast 9000 Bewohnern. Den tausenden Skifahrern, Besuchern und Alpinisten stehen in der Region insgesamt 467 Hotels, Herbergen und Berghütten zur Verfügung.  In einem der besten Hotels im Zentrum der Ortschaft, dem Mont Blanc, zahlt man beispielsweise für eine Übernachtung 980 Lei. Im Quastelet sind es 540 Lei, im Les Balcons du Savoy muss man mit 516 Lei aufkommen. Zu diesen Vier-Sterne-Hotels zählen weitere gleicher Kategorie im Zentrum: das Boutique Hotel Le Morgane mit 373 Lei pro Nacht, das Les Aiglons Resort&Spa mit 351 Lei pro Nacht (natürlich werden die Preise in Euro angegeben). Weil sich die Wechselkurse ändern können, sollte man täglich die Internetseite jeweiliger Hotels anpeilen und die Buchungen rechtzeitig vornehmen. Auch bieten diese weitere Sonderangebote, die oft sehr preisgünstig ausfallen. Chamonix kann auch per Eisenbahn erreicht werden, auf der Bahnstrecke  Saint-Gervais-Valloricine, Bahnhof ist  Saint-Gervais-les-Bains. Nach Nordosten ist Chamonix über den Gebirgspass Col des Montets (1461 Meter) mit der Schweiz verbunden.

Bergsport auch im Sommer

Unzählige Möglichkeiten bietet das Gebiet um Chamonix für den Bergsport in den Sommermonaten. Die verschiedenen Berg- oder Alpenvereine der Alpen-Länder nehmen sich zum Ziel, Bergtouren für Anfänger sowie Fortgeschrittene zu organisieren. Die Alpen stellen das höchste Gebirge im Inneren Europas mit einer Länge von 1200 Kilometern, einer Breite zwischen 150 und 250 Kilometern und einer Gesamtfläche von 200.000 Quadratkilometern dar.  Die Gipfelhöhen liegen zwischen 3000 – 4300 Metern, 128 Berge der Alpen überschreiten die 4000 Meter-Höhengrenze. Der Mont Blanc mit seinen 4810 Metern Höhe, dessen Erstbesteigung am 7. August 1786 von Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard vorgenommen wurde, wird als höchster Gipfel Europas betrachtet.

Je nach geographischer Sicht - nimmt man den Elbrus mit seinen 5642 Metern Höhe im Kaukasus in Betracht - fällt der Mont Blanc auf Platz zwei. Acht Länder – Frankreich, Monaco, Italien, die Schweiz, Liechtenstein, Deutschland, Österreich, Slowenien – zählen zu den Alpenstaaten. Chamonix pflegt Partnerschaften mit bekannten Städten  wie Garmisch-Partenkirchen (Deutschland), Davos (Schweiz), Courmayeur (Italien), Aspen (USA), Fujiyoshida (Japan). Chamonix-Mont-Blanc gehört zu den kleinen Städten, die in den Alpen liegen, doch ist es weltweit sehr bekannt. Grenoble (Frankreich) ist die größte in den Alpen gelegene Stadt, gefolgt von Innsbruck (Österreich). Auch als nicht erfahrener Skifahrer oder Alpinist bleibt ein Besuch in Chamonix sicher in bleibender Erinnerung.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 09.06 2016, 03:59
wer einen Goldesel (vulgo: Geldscheißer) daheim hat, für den ist Chamonix sicher eine gute Reiseempfehlung. Wer das nicht hat, für den tut es auch die Hohe Rinne oder die Schullerau. Die Karpaten und die Alpen sind sich sowieso sehr ähnlich, weil in der selben Klimazone: die selben Pflanzen, die selben Tiere, nur Gletscher gibt es eben keine in den Karpaten, da fehlen ein paar hundert Höhenmeter, obwohl es beim Bulea-See auch im Sommer noch ganz schön kalt ist.

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