Als Bach für E-Gitarre komponierte

Ungewohnte Interpretation der klassischen Musik erklang im Spiegelsaal

Freitag, 25. April 2014

Marcus Englert (l.) und Sorin Badin nach dem erfolgreichen Auftritt in Hermannstadt.
Foto: Andrey Kolobov

Hermannstadt - Zu einem „außergewöhnlichen“ Kammerkonzert mit Sorin Badin und Marcus Englert lud am Mittwoch das Deutsche Kulturzentrum Hermannstadt/Sibiu in den Spiegelsaal des Forumshauses ein. Gespielt wurden Werke von Camille Saint-Saëns, Dmitri Schostakowitsch, Antonín Dvorák sowie Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart. Dies war jedoch nichts Außergewöhnliches für den Spiegelsaal. Das Besondere an diesem Konzert war die Zusammensetzung der Instrumente, mit deren Hilfe die beiden Musiker die Stücke interpretierten – Klavier und E-Gitarre. Im Unterschied zu vielen Bands, die klassische Musik zu modernisieren versuchen, gibt sie das Duo trotz der ungewohnten Besetzung nach den Originalnoten: „Bei uns gibt es nicht so etwas wie ‘Classic goes Rock‘ oder ‘Classic goes Jazz‘. Wir spielen nach Noten und das kann jeder nachprüfen“, bestätigte Marcus Englert nach dem Konzert. Die E-Gitarre übernahm den Part einer Violine oder eines Violoncellos. Zugegeben, das klang seltsam, fremd, aber erfrischend und trotzdem passend, als hätte der Komponist tatsächlich für diese Instrumentenkombination geschrieben.

Als Einstieg wählten die Musiker ein auch in klassischer Ausführung nicht so leichtes Stück: „Danse Macabre“ von Saint-Saëns. Aber der tobende Beifall bestätigte die Wahl und das Interesse der rund 50 Zuhörer. Nicht einmal die drei Allegri und ein Largo von Schostakowitschs Sonate für Cello und Klavier in d-Moll schreckten das Publikum ab. Die Sonatine für Violine und Klavier in G-Dur von Dvorák sollte eigentlich das Programm beenden, doch waren die Zuhörer  anderer Meinung: Erst nach einer Arie von Johann Sebastian Bach und einem Menuett von Wolfgang Amadeus Mozart durften sich die Musiker zurückziehen. Die Idee, wahrhaft klassische Musik auf einer E-Gitarre zu spielen, kam unerwartet: „Wir trafen uns bei einer Party, wo wir beide gespielt haben und beschlossen, diese ungewöhnliche Instrumentenzusammensetzung zu versuchen. Es klang gut“, sagte der Heavy-Metal-Gitarrist und Schätzer der Klassik, Sorin Badin. Bisher spielten die Musiker in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd. Die Reise nach Rumänien stellt die erste Auslandstournee dar: In der Karwoche gaben sie bereits ein Konzert in Temeswar/Timişoara.

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