Alternative zum staatlichen Gesundheitssystem

OncoHelp setzt sich seit fünf Jahren für Krebskranke ein

Mittwoch, 26. November 2014

Mihaela Ciotea ist stolz auf den zahlreichen Sponsors und Unterstützter des Vereins.

Der neue Mammograph hat im OncoHelp-Krankenhaus ein neues Zuhause gefunden. Demnächst sollen 5000 Frauen mit geringem Einkommen über kostenlose Mammographien verfügen.
Foto: Zoltán Pázmány

Als eine Alternative zum staatlichen Gesundheitssystem, so ist der „OncoHelp“ Verein in Temeswar/ Timisoara vor fünf Jahren entstanden. Die private Klinik für Onkologie wurde ausgebaut, so dass nun hier auch eine Abteilung für Hämatologie und eine für palliative Behandlungen zu finden sind. Auch eine Förderkampagne für die Brustkrebs-Früherkennung und –Prävention wurde durch den Verein entwickelt. Diese soll zur Gründung eines Screening-Programms für Frauen über 40 führen.

 

Eigentlich existiert der Verein schon seit 2005, als er von drei Fachärzten für Onkologie in Temeswar gegründet wurde. Ein erstes Großprojekt für sie war der Bau eines Oncologie-Zentrums, das 2009 eingeweiht wurde. Bei der Einweihung des Krankenhauses waren es erst Mal weniger Betten, nun sind es doppelt so viele.

„Die Anzahl der Betten ist von 80 auf 160 gestiegen“, sagt Mihaela Ciotea, Entwicklungsleiterin innerhalb des OncoHelp-Vereins. Auch die Anzahl von Angestellten in der Klinik ist in den fünf Jahren seines Bestehens von 60 auf 90 gestiegen. Die krankenversicherten Patienten können infolge eines Vertrags der Klinik mit der Krankenkasse über kostenlose Behandlung verfügen. „Wir stützen uns sehr auf die Hilfe der Gesellschaft, so dass wir, als Folge von Spenden, immer wieder ausbauen konnten“, sagt Mihaela Ciotea. Der erste Schritt in dieser Richtung war der Ausbau des Gebäudes und eine immer größere Anzahl von Betten. Das geschah wegen der großen Nachfrage von Patienten, die mit Krebs diagnostiziert wurden, lässt die Entwicklungsleiterin des Vereins wissen.

Am Anfang wurde hier eine einzige Krebsart behandelt, doch dann wurde auch die Hämatologie-Abteilung eröffnet und damit hat sich das Krankenhaus in ein komplexes Krankenhaus für Krebskranke umwandelt. Es wurden immer mehr Behandlungsmethoden und eine immer breitere Palette von Erkrankungen verknüpft. „So arbeiten wir heute mit zahlreichen Fachärzten aus allen Bereichen der Onkologie aber auch mit privaten Arztpraxen zusammen, die bereit sind, uns auch komplementäre ärztliche Dienstleistungen anzubieten. So zum Beispiel wäre die Zusammenarbeit mit der Temeswarer Telescan-Praxis für Magnetresonanztomographie (MRT) zu erwähnen. Diese ist bereit, kostenlose aber auch andere komplexe MRT-Verfahren zu ermäßigten Preisen anzubieten“, sagt Entwicklungsleiterin Ciotea.

Auch ein Zentrum für palliative Behandlungen war innerhalb des Vereins fällig. In Temeswar gibt es nur ein einziges solches Zentrum für palliative Betreuung – das Hospiz der Göttlichen Barmherzigkeit, ein sehr verdienstvolles Pilotprojekt des Caritas-Verbands der Diözese Temeswar. Dieses bietet einen speziellen Schutz und Betreuung für jene Kranken an, die sich im Endstadium der Krankheit befinden. „Die Nachfrage in dieser Hinsicht war sehr groß“, sagt die Vertreterin des Vereins. Derzeit gibt es hier seit 2011 schon 15 Betten für diese Art von Betreuung. „Es freut uns sehr, dass wir nun auch den Familien der Krebskranken entgegen kommen können“, fügt Mihaela Ciotea hinzu. „Das Krankenhaus möchte seine Patienten schonen und nicht quer durch die Stadt herumschicken“, sagt sie. Auch deshalb hat der Verein versucht, immer wieder seine medizinischen Dienstleistungen weiter zu entwickeln. Im Krankenhaus existiert seit einiger Zeit auch eine MRT-Abteilung. Durch Spenden konnte ein MRT-Gerät erworben werden.

Doch auch Prävention und Vorbeugung ist für den Verein wichtig. 2013 wurde die Förderkampagne Help25 ins Leben gerufen. Die Kampagne macht auf die Bedeutung der Vorsorge aufmerksam und setzt sich für Brustkrebs-Früherkennung und –Prävention ein. Durch insgesamt 25 Veranstaltungen will die Gesellschaft über die Risiken dieser Krankheit und über die Bedeutung der Früherkennung informieren. Dabei sollen auch Sammelaktionen veranstaltet werden. Ziel ist es, 200.000 Euro zu sammeln. Das Geld ist für die Erwerbung eines Mammographen und für die Umsetzung eines  Mammographie-Screening-Programms nötig. Durch das moderne Gerät sollen vorerst insgesamt 5000 kostenlose Mammographien durchgeführt werden. Das Programm wendet sich vor allem an Frauen über 40, mit geringem Einkommen, aus Städten und Dörfern der Verwaltungskreise Temesch/ Timi{, Arad, Karasch-Severin und Hunedoara. „Das Programm soll durch die öffentlichen Institutionen, durch Bürgermeisterämter, aber auch über die jeweiligen Kultus-Einrichtungen bekannt gemacht“, sagt Mihaela Ciotea, die gleichzeitig auch Koordinatorin der Kampagne ist.

Seit kurzer Zeit gibt es nun in der OncoHelp-Klinik den gewünschte Mammographen. Jedoch konnte bis zur Stunde nur ein Teil der Summe dafür beglichen werden. Seit einem Jahr sind durch die Help25-Aktion insgesamt 90.000 Euro gesammelt werden. Der Rest des Geldes soll in den kommenden Monaten durch gezielt organisierte Veranstaltungen gesammelt werden. Sehr erfolgreich war die zweite Auflage des Events „Der rosarote Kürbis“. Zu Halloween wurde in Temeswar bereits zum zweiten Mal eine Kürbisauktion veranstaltet. 200 Kürbisse wurden bemalt, beschmückt und versteigert. Mit dem gesammelten Geld konnte die erste Rate für das moderne Mammographiegerät bezahlt werden.

Das Projekt sieht auch die Erstellung einer Datenbank vor. In Zusammenarbeit mit der Universität für Medizin und Pharmazeutik Temeswar soll diese entstehen. „Alle Ergebnisse der Mammographien und der Blutanalysen werden in dieser Datenbank gespeichert. Ziel ist die Früherkennung von Brustkrebs durch eine einfache Blutanalyse“, sagt die Koordinatorin der Help25 Aktion.

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