Andesitskulpturen sollen Wolfsberg schmücken

Bildhauer-Pleinair an der Kunstfakultät Temeswar

Mittwoch, 15. Juli 2015

Nesrin Karakans „Totem“. Die türkische Bidlhauerin unterrichtet an der Universität in Mersin.
Foto: Cosmin Damian

Sechs Bildhauer, sechs Andesitskulpturen und sechs verschiedene plastische Ausdrucksmöglichkeiten, so die Bilanz des unlängst eröffneten Internationalen Bildhauer-Pleinairs mit Andesit 2015 im Hof der Kunsthochschule der West-Universität in Temeswar/Timişoara. Maxim Dumitraş, Nicolae Fleissig (Frankreich), Nesrin Karakan (Türkei), Bogdan Raţa, Tamaş Attila und Dan Vișovan sind die im Pleinair miteingebundenen Bildhauer. Veranstalter ist Andrei Herczeg, der Vorsitzende der Herczeg-Stiftung, in Zusammenarbeit mit der Kunstfakultät Temeswar.

„Verigă“ („Link“) heißt die Arbeit des Bildhauers, Malers und Fotografen Maxim Dumitraş aus Sângeorz Băi, der ungefähr 30 Arbeiten zu diesem Motiv in der ganzen Welt geschaffen hat, wie er selbst erzählt. Der „Link“ hat Symbolwert und stellt eine Freundschaftskette dar. Die quadratförmige Leere im Inneren des Steins sei „ein Fenster der Seele“, aus dem eine Quelle fließt, so der Künstler. Seine blau bemalte Plastik ist nichts Ungewohntes. Das Blau verwendet er gern und fördert somit die in dieser Farbe angestrichenen Häuser in Siebenbürgen, wovon früher sehr viele anzutreffen waren.

Der Veterane des Pleinairs ist Nicolae Fleissig, der seit über 30 Jahren in Frankreich lebt. Grund seiner Auswanderung in den 1980er Jahren war das damalige kommunistische Regime. Mit etwa 130 Teilnahmen an Bildhauer-Pleinairs hebt er die Bedeutung der Kontinuität des Internationalen Bildhauer-Plenairs in Temeswar und das Miteinbinden von jungen Künstlern hervor. Als „eine ehrgeizige Reflektion über das Gleichgewicht und das Zentrum“, bezeichnet Univ.-Prof. Dr. Marcel Tolcea in seiner Eröffnungsrede Fleissigs Arbeit „Gleichgewicht“, auch, dass diese die Faszination des Labyrinths auf den Betrachter ausübt.

Die türkische Bildhauerin Nesrin Karakan befindet sich zum fünften Mal in Rumänien und zum zweiten Mal beim Pleinair der Herczeg-Stiftung im Banat. Im Vergleich zu den Werken der anderen Bildhauer unterstreicht Tolcea die Monumentalität ihres „Totems“. „Gleich den ´Troiţes`, den Dreieinigkeitskreuzen, ist ihr ´Totem` Ausdruck eines Gedächtnisses“, sagt der Hochschullehrer. Die weißen und braunen Farbinterventionen auf ihrer Skulptur erinnern an primitive Kulturen, an vergangene Zeiten.

Bogdan Raţa vertritt in diesem Bildhauer-Pleinair die jüngere Generation. In seinem „Matis“ wird der Stein „Vorwand für die Größenänderung des Raumes ringsumher und für die Wiederherstellung einer Dynamik“ (Tolcea). Gleich Maxim Dumitraş beginnt auch Dan Vișovan, der jüngste Teilnehmer am Pleinair, seine Arbeit im Inneren des Steins und versucht, diesen von innen heraus zu erkunden. Tamaş Attila hat sein Werk „Evolution“ betitelt, für ihn stellt der Stein eine lebendige Knetmasse dar, der er Leben einflösst. 

Der Andesit ist der härteste Stein, der die größte Herausforderung beim Meißeln an die Bildhauer stellt. Fasziniert davon nimmt sich Andrei Herczeg vor, im Falle der Veranstaltung weiterer Bildhauer-Pleinairs diesem Stein treu zu bleiben. Auch sollen die im diesjährigen Pleinair geschaffenen Andesitskulpturen den öffentlichen Raum der Karascher Bergortschaft Wolfsberg/Gărâna schmücken.

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