Anerkennung für Temeswar

Mitglied im Netzwerk europäischer „Art-Nouveau“-Städte

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Eines der schönsten Beispiele der Temeswarer Secessions-Architektur ist das Brück-Haus am Domplatz, das renoviert wurde, um die prachtvolle Architektur des Gebäudes ins rechte Licht zu rücken. Architekt: Székely Laszlo.
Foto: Zoltán Pázmány

Bisher hatte es von den Städten Rumäniens nur Großwardein/Oradea geschafft, in das Netzwerk „Art Nouveau European Route“ aufgenommen zu werden. Seit Dienstag, dem 8. Dezember, ist auch Temeswar dabei: Das Netzwerk wird von Barcelona präsidiert, wo auch der Sitz des Vereins ist. Seit zwei Jahren hat sich ein Team von Experten an der Wirtschafts- und Managementfakultät an der West-Universität Temeswar für die Mitgliedschaft eingesetzt. 2013 hatte an der Wirtschaftsfakultät das Kolloquium „Von der Managementkultur zum Kulturmanagement“ stattgefunden, an dem Lluis Bosch Pascual, der Sekretär des Netzwerkes sowie Vizevorsitzender des „Réseaux Art Nouveau Network“ teilgenommen hat.

Damals ist auch das Projekt der Mitgliedschaft angegangen worden. „Die West-Universität Temeswar und die Wirtschaftsfakultät feiern die Beendigung des Integrationsprozesses der Stadt an der Bega in die große Familie der Städte mit Art Nouveau – Secessions-Architektur“, so Univ.-Lekt. Dr. Sorina Şerbănescu von der genannten Fakultät, die das Projekt in die Wege geleitet hat. Konkret hat am 8. Dezember der Stadtrat Temeswar der Aufnahme in das Netzwerk zugestimmt. Lluis Bosch Pascual hat das Projekt der Aufnahme Temeswars unterstützt. Initiatorin und Leiterin des Projektes war Sorina Şerbănescu. Außer der West-Universität Temeswar haben der Kreisrat Temesch und die Stadtverwaltung Temeswar das Projekt unterstützt.

Zu dem Netzwerk gehören 77 Städte aus aller Welt, von Helsinki bis Palermo, von Wien bis Mexico City. Der Verein gibt auch eine Zeitschrift heraus, „coupDefouet“, die auch online gelesen werden kann. Darin veröffentlichen die Mitglieder des Netzwerks Beiträge über die Kunstströmung „Art Nouveau“ (http://www.artnouveau.eu/en/magazine.php). Das Netzwerk wurde im Jahr 2000 aufgestellt, bei der ersten Sitzung in Barcelona haben Vertreter von 46 Städten und 33 anderen Institutionen (Museen, Stiftungen, Firmen) teilgenommen, die Mitgliederanzahl ist seitdem stetig gestiegen. „Als Mitglied dieses Netzwerks und durch die Veröffentlichung von Beiträgen über ‘Art Nouveau’ aus Temeswar, kann sich die Stadt an der Bega bekannt machen und seine Rezeption und Sichtbarkeit als Stadt im europäischen Raum steigern, aber auch zur Rezeption der Strömung Art Nouveau – Secession, die international verbreitet war, beitragen. Temeswar kann demnach mit seinem Secessions-Architektur-Erbe ins Rampenlicht rücken, das einen gültigen Beweis für die Zugehörigkeit zur europäischen Kultur und ein wichtiges Element in dem Aufbau und der Förderung seines Images als Kulturstadt in Europa und in der Welt darstellt”, so Sorina Şerbănescu.

Art Nouveau ist ein Kunststil, der sich Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts in ganz Europa und in den USA entwickelt hat und durch den Gebrauch von langen, gewundenen, organischen Linien charakterisiert ist. „Art Nouveau“ wurde in der Architektur, der Innenarchitektur, dem Schmuck- und Glasdesign, in Werbeplakaten und Illustrationen verwendet. Der Stil erschien zuerst in England und hat bald den gesamten Kontinent erfasst, war jedoch in verschiedenen Regionen unter verschiedenen Namen bekannt: „Jugendstil“ in Deutschland, „Secession“ in Österreich, „Stile Floreale“ in Italien, „Modernismo“ in Spanien. Den Begriff „Art Nouveau“ hat eine Galerie aus Paris geprägt.

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