Angenommene Entwicklungsstrategie zeigt erste Ergebnisse

Die vor acht Jahren gegründete Kronstädter Agentur hat Richtlinien bis 2030 festgelegt

Freitag, 24. Januar 2014

Die Repser Burg wurde mit Mitteln aus dem Kreishaushalt saniert. Foto: Waldemar Stadler

Deutsch-Weißkirch gilt inzwischen als internationale Touristenattraktion im Kreis Kronstadt. Foto: KR

Lokale Entwicklungsstrategien haben zum Ziel, nach einer eingehenden Analyse eine mittelfristige Planung auszuarbeiten, ausgehend von der bestehenden Lage und der Festlegung zukünftiger Ziele. Die Agentur für nachhaltige Entwicklung des Kronstädter Kreises (ADDJB) wurde auf Initiative des Kreisrates im April 2006 gegründet. Als gemeinschaftlicher Verein ist die Agentur eine juristische Person, die 35 lokale Verwaltungseinheiten und Institutionen als Gründungsmitglieder hatte und nun 54 zählt. Deren Aufgabe ist, eine Vision und Strategie für die nachhaltige Entwicklung des Kreises auszuarbeiten. In diesem Sinne ist es zu einer Kooperation der lokalen Verwaltungen und einer Zusammenarbeit mit anderen Faktoren gekommen, die an der Entwicklung des Kreisgebietes Interesse haben. Mit der Unterstützung und Zusammenarbeit von Planungsexperten des Bundeslandes Brandenburg wurde im Jahr 2007 an die Ausarbeitung einer Entwicklungsstrategie für das Kreisgebiet geschritten.

Das Ergebnis war die Annahme des Projektes „Nachhaltige Entwicklungsstrategie des Kreises Kronstadt – Ziele 2010 – 2020 – 2030“, die im Plenum des Kreisrates von dessen Mitgliedern im November 2010 gebilligt worden ist. Die diesbezüglichen Projekte wurden im März 2007 von der Exekutivleitung des Kreises in Brüssel bei der Europäischen Kommission vorgelegt. Seither hat der Kreis sämtliche nachhaltige Entwicklungsprojekte da präsentiert, hat aber auch die lokalen Verwaltungseinheiten ausgebildet, um in Zusammenarbeit mit anderen Ortschaften aus der Region 7 Zentrum zu treten und gemeinsame Vorhaben einzuleiten. So wurden mehrere Projekte eingereicht, die die größten Chancen haben, aus dem europäischen Haushalt 2014 – 2020 finanziert zu werden.

Wichtigste Ziele der Agentur sind die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Kreises Kronstadt/Braşov, Schutz und Förderung des historischen Erbes, Naturschutz, die Fortbildung der Angestellten, um die Kompetenz der lokalen Verwaltungen zu erhöhen. Die Kreisagentur hat bei der Ausarbeitung einiger strategischer Dokumente mitgewirkt: dem Entwicklungsplan für das nördliche Gebiet des Kreises (GAL ATBN), dem integrierten Entwicklungsplan von Fogarasch/Făgăraş, der Entwicklungsstrategie der Ortschaften Bodendorf/Buneşti, Dumbrăviţa, Fundata, Nußbach/Măieruş, Moieciu, Racoş, Săcele. Einige wichtige Projekte, wie die Restaurierung der Repser Burg, konnten abgeschlossen werden. In fortgeschrittenem Stadium befindet sich auch die Restaurierung der Burg von Marienburg, die vor allem für die Entwicklung des Tourismus ausschlaggebend ist. Einige weitere Projektvorschläge für die Zeitspanne 2014 – 2020 sollten angeführt werden:

Im Transportbereich ist der Bau einer Schnellstraße vorgesehen, die die beiden Kreisvororte Kronstadt und Sankt Georgen/Sf. Gheorghe verbinden soll. Dann die Reparatur der Kreisstraßen DJ 131 und 131 B Nußbach/Măieruş – Baraolt, DJ 122 Baraolt – Micfalău, DJ 131 Baraolt – Odorhellen/Odorheiu Secuiesc, die in drei Kreisgebieten verlaufen; der Kreisstraßen DJ 105 und DJ 105 A Reps/Rupea – Großschenk/Cincu – Straßenkreuzung mit der DJ 105, sowie DJ 105 Voila – Kleinschenk/Cincşor – Schönberg/Dealu Frumos, Straßenkreuzung DJ 106 in Richtung Agnetheln/Agnita; Reparatur der Kreisstraßen DJ 104 A Perşani – Viktoriastadt/Oraşul Victoria mit Ergänzung der Kreisstraße DJ 105 C Viktoriastadt – Ucea, der Kreisstraße DJ 102 I Săcele – Valea Doftanei und der interregionalen Straße DN 71 Moieciu de Jos (DJ 112 F) und Moroeni (DN 71, Kreis Dâmboviţa).

Der Tourismus ist ein weiterer Bereich, in dem Erneuerungen der Markierungen, Karten, Infotafeln, Ausbesserung von Wanderwegen vorgesehen sind. Dieses geschieht auch im Hinblick auf die 2017 in Kronstadt stattfindende Jahreskonferenz des Europäischen Wandervereins, dessen Mitglied der Siebenbürgische Karpatenverein (SKV) als einziger Wanderverein des Landes ist. Der Bau eines Stadions in der Stadt unter der Zinne für 30.000 Zuschauer, eine zweite Etappe des Ausbaus des Skigeländes in der Schulerau, die Renovierung des historischen Stadtzentrums von Kronstadt, die Schaffung von Freizeitparks in Rosenau/Râşnov und Törzburg/Bran, die Einrichtung von Fahrradwegen zu den Kirchenburgen, der Ausbau eines touristischen Informationsnetzes im Kreisgebiet und dessen entsprechende Ausstattung sind weitere Ziele. Im wirtschaftlichen Bereich sind der Bau eines Ausstellungs- und Handelszentrums im Gebiet des „Genius“-Forschungszentrums, die Einrichtung einer Landwirtschaftsbörse und ein technologischer Park auf dem Gelände des zukünftigen internationalen Flughafens vorgesehen.

Was die Umweltprojekte betrifft, sind auch diese sehr ehrgeizig. Das Projekt der integrierten Müllverarbeitung soll abgeschlossen werden, das Trinkwasser- und Kanalisationsnetz soll ausgebaut werden, die hydroenergetische Nutzung des Altflusses soll fortgeführt werden, u. zw. im Gebiet Mândra und Veneţia, die offenen Müllablagerungen sollen alle geschlossen werden, der Universitätscampus soll weiter ausgebaut werden. Im Bildungsbereich ist die Gründung neuer Berufsschulen einschließlich für den Landwirtschaftssektor und für den Tourismus vorgesehen. Ein weiteres wichtiges Vorhaben ist, dass Kronstadt zur europäischen Kulturhauptstadt 2021 erklärt wird. Bekanntlich gibt es auch andere diesbezügliche Bewerber im Land, sodass in dieser Richtung intensiver gearbeitet werden muss.

Unterstützung findet die Kronstädter Kreisagentur für nachhaltige Entwicklung in der engen Zusammenarbeit mit dem Kreisrat, dem Verein für die Förderung und Entwicklung des Tourismus im Kreis (APDT), dessen Vorsitzender Christian Macedonschi, Mitglied im Stadtrat und stellvertretender Vorsitzender des Ortsforums, ist, mit der Stiftung „Mihai Eminescu Trust“ und deren Leiterin Caroline Fernolend, Mitglied im Gemeinderat Bodendorf/Buneşti seitens des Deutschen Forums, mit dem Kulturverein Konsortium Kronstadt und anderen Institutionen, die sich in die Umsetzung dieser Strategie für die nachhaltige Entwicklung des Kreises einbinden.

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