Anleitungen für Kulturhauptstadt

Polens Ratschläge für ein erfolgreiches Kulturhauptstadtprogramm in Rumänien

Mittwoch, 09. April 2014

Constantin Chiriac und Jaroslaw Obremski (v.l.) teilten ihre Erfahrungen mit den Anwärtern für Kulturhauptstadt 2021 aus Rumänien.
Foto: Andrey Kolobov

Hermannstadt - Zu einer Diskussionsrunde unter dem Titel „Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt Europas. Wroclaw 2016 – praktische Ratschläge“ lud am Montag das polnische Kulturinstitut in Zusammenarbeit mit dem Hermannstädter Radu-Stanca-Theater (RST) ein. Der  Veranstaltung  wohnten Vertreter der Städte Temeswar/Timişoara, Jassy/Iaşi, Sankt Georgen/Sfântu Gheorghe, Craiova und Arad bei, die alle um den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2021 wetteifern. Die Ratschläge bekamen sie vom polnischen Senator Jaroslaw Obremski, Cristian Radu, dem Koordinator des Hermannstädter Kulturhauptstadtprogramms 2007, Constantin Chiriac, Leiter des RST und Mitglied im zehnköpfigen Ausschuss der EU, der über die Wahl der Kulturhauptstädte entscheidet, sowie Mirela Gligore, der Pressesprecherin des Rathauses von Hermannstadt/Sibiu.

Lobende Worte hatte Chiriac für die in Polen geleistete Vorarbeit für das Kulturhauptstadtprogramm. Seiner Meinung nach sei kein anderes Land so gut dafür vorbereitet gewesen. Als Mitglied der Jury, welche die würdigste Stadt auswählen sollte, war er vom Besuch in Polen und insbesondere von Wroclaw begeistert gewesen. „Die Polen haben diese Angelegenheit sehr ernst genommen. Bereits 2005 entwickelten die Regierung und das Parlament eine Strategie, die weit über das Kulturhauptstadtjahr hinaus, bis ins Jahr 2025 reicht“, sagte Chiriac. Gligore gab eine kurze Übersicht über die Erfolge des Kulturhauptstadtjahres in Hermannstadt. Der Bekanntheitsgrad der Stadt als Zentrum der Kultur sei sowohl im In- als auch im Ausland gestiegen, was zum Anstieg der Besucherzahl geführt hat. „Die Tatsache, dass Hermannstadt 2007 Kulturhauptstadt Europas war, hatte für die Entwicklung der Stadt eine außerordentliche Bedeutung. Wir betrachten das Jahr jedoch bloß als guten Start für die weitere Entwicklung“, schloss Gligore.

Über die Vorbereitungsphase für das Kulturhauptstadtprogramm in Polen berichtete Senator Obremski. Wroclaw setzte sich gegen elf polnische Städte durch, obwohl es in jüngster Zeit auch Misserfolge hatte. So verpasste die Stadt sowohl 2010 als auch 2012 die Chance die Weltausstellung „Expo“ auszutragen. Auch der Versuch, zum Sitz des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie zu werden, gelang Wroclaw nicht. „Die Städte, die sich ebenfalls für den Titel einer Kulturhauptstadt beworben haben, setzten auf die Karte der kulturellen Armut. Ihre Taktik war, lasst uns gewinnen und wir schaffen ein beispielhaftes Kulturleben in der Stadt. Wroclaw ging anders heran, zeigte seine vielfältigen Möfglichkeiten und gewann“, sagte Obremski. Er selbst habe während seinen zwei Besuchen in Hermannstadt sehr viel gelernt, versicherte er.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 10.04 2014, 20:10
Wenn man bei rumänischen Orten konsequent immer die deutsche Namensform schreibt, sollte man beim Zungenbrecher Wroclaw auch hinschreiben, wie denn die schöne schlesische Stadt auf Deutsch heißt, nämlich: Breslau

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