Anregung für Namensforscher

Hans Klein stellte das Buch „Die alten siebenbürgisch-sächsischen Familiennamen“ im Forum vor

Donnerstag, 13. Juni 2013

Das Buch basiert auf den Forschungen von Albert Klein sen. Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - Namensforschung hat bei den Siebenbürger Sachsen eine lange Tradition. Das dieser Tage erschienene Büchlein „Die alten siebenbürgisch-sächsischen Familiennamen“ ergänzt die lange Reihe an Veröffentlichungen zu diesem Thema. Vorgestellt wurde das Nachschlagewerk am Dienstag von Dr. Hans Klein beim Seniorennachmittag des Hermannstädter Forums.

Das Büchlein gehe zurück auf die Forschungen seines Großvaters Dr. Albert Klein (1881-1953), sagte Klein, die dieser – so weit bekannt – sein Leben lang betrieb. „Die Evidenzen hatte er schon 1924 abgeschlossen und umfassten so viel wir wissen 30.000 Karteien.“ Enthalten sind im Buch laut Klein „ein ganz kleiner Teil seiner Manuskripte“ und zwar solche Namen, die bis um 1800 in Kirchenmatrikeln und anderen Dokumenten verzeichnet sind. Nicht enthalten seien jene Namen, die Albert Klein nicht in alten Matrikeln gefunden hat, das heißt keine Namen von Landlern, Durlachern oder aus anderen Gegenden Zugewanderte.

Der Leser findet auf 86 Seiten eine tabellarische Übersicht über 1635 Namen. Zu jedem Namen sind dessen Herkunft bzw. Ableitung sowie die erste urkundlich bezeugte Nennung angegeben. Manch ein Name lässt sich bis in die frühe Ansiedlungszeit zurückverfolgen. So wird der Name „Rendel“ bereits 1214 erstmals erwähnt oder „Oberd“ im Jahr 1229. Das Büchlein basiert auf einer Kopie des Originalmanuskriptes, das Albert Klein vermutlich Anfang der 1950-er dem Germanisten Dr. Helmut Protze übergeben, sein Verbleib ist unklar.

Hans Klein räumte ein, dass man „mindestens zehn Jahre Studien hätte hinzusetzen müssen“. Er als Herausgeber versteht die Veröffentlichung als Anregung, sich mit dem Thema Namensforschung wieder mehr zu befassen. Für interessierte Namensforscher sind die Dokumente im Archiv des Hermannstädter Begegnungs- und Kulturzentrums Friedrich Teutsch zugänglich. Die letzte umfassende Monographie zum Thema „Die Siebenbürgisch-Sächsischen Familiennamen“ stammt von Fritz Keintzel-Schön und erschien 1976 im Böhlau-Verlag. Dieses Buch enthält auf mehr als 300 Seiten Informationen zu 1947 Namen.

Das Buch „Die alten siebenbürgisch-sächsischen Familiennamen“ (ISBN: 978-9731725949) ist im Honterus-Verlag erschienen. Erhältlich ist es beispielsweise in den deutschsprachigen Buchhandlungen in Hermannstadt/Sibiu zum Preis von 25 Lei.

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