Ansprechende Dokumentationsreihe fortgesetzt

Burzenländer Heimatkalender 2017 stellt Festtrachten vor

Sonntag, 01. Januar 2017

Die Regionalgruppe Burzenland der Heimatortsgemeinschaften in Deutschland bereitet eine komplette Dokumentation der Burzenländer Festtrachten vor, die bald erscheinen soll. Vor dem Abschluss dieses wichtigen Projektes  bietet der von der Regionalgruppe Burzenland herausgebrachte Kalender 2017 einen Vorabdruck einiger der bekanntesten Frauen und Mädchentrachten aus den 16 Ortschaften des Burzenlandes. Auf 17 Bildtafeln sind einige dieser repräsentativen Trachten mit den erforderlichen Erläuterungen von Rosemarie Chrestels zu sehen. Somit bietet sich das ganze Jahr 2017 an, immer wieder nachzuschlagen, um sich dieser Trachten zu erfreuen, die Daten zu vergegenwärtigen. Die in Neustadt geborene Germanistin, die in Bukarest studierte und in Nürnberg lebt, stellte in einem Vortrag die Quellenlage und die Entwicklung der Trachten  im Burzenland vor, was dabei auch zu angeregten Aussprachen führte. Auch hatte sie einen ausführlichen Fragebogen mit 270 Fragen ausgearbeitet und an die Vertreter der Burzenländer Gemeinden geschickt, um Details zu erhalten. Das Layout sicherte auch dieses Mal für den Kalender die Designerin Sylvia Druck.  Udo Buhn, der für die Organisation zuständig ist, hat das pünktliche Erscheinen des Heimatkalenders auch heuer gesichert. Anerkennung für  das gute Gelingen verdient auch die Kreiter Druckerei GmbH, Wolfratshausen, in der der Kalender erstellt wurde.

 Übrigens ist es eine Jubiläumsausgabe, da dieses die 25. Auflage der seit 1993 veröffentlichten Heimatkalender seitens der Regionalgruppe Burzenland der Heimatortsgemeinschaften ist. Jede Ausgabe zeichnete sich nicht nur vom künstlerischen Standpunkt aus, sondern auch als bleibende Dokumentation durch die unterschiedliche thematische Gestaltung. In den bisher erschienenen Ausgaben wurden Kirchtürme, Pfarrhäuser, Kanzeln, Altäre, Schulgebäude, Rathäuser, Orgeln, Glocken, Kelche, Fahnen der Burzenländer Gemeinden, Wappen, Kirchenburgen u.a. vorgestellt.
Die Vertreter der Burzenländer Heimatortsgemeinschaften haben sich anlässlich der Arbeitstagung im April 2016 dem Thema der Festtracht der Burzenländer Mädchen und Frauen gewidmet und dabei den Beschluss gefasst, den Heimatkalender 2017 diesem Thema zu widmen. Ein weiteres wichtiges Projekt der Regionalgruppe Burzenland, für das sich ganz besonderes auch deren Vorsitzender Karl-Heinz Brenndörfer eingesetzt hatte, war, den dunkelblauen Kirchenmantel  der Burschen und Männer  zu nach dem alten Modell zu erstellen. Die Vorsitzenden der Heimatortsgemeinschaften trugen diesen und auf einem gemeinsamen Farbfoto, das durch die siebenbürgisch-sächsische Medienlandschaft ging und für Aufsehen sorgte.

Eingeleitet wird die Vorstellung der Trachten auf dem Titelblatt mit jener aus Kronstadt, wo die Festtracht bis heute als Konfirmationstracht  erhalten blieb. Die Autorin Rosemarie Chrestels geht auf die verschiedenen Details wie Materialien, aus denen die Trachten angefertigt wurden, auf die Farben und unterschiedlichen Teile der Tracht ein. Es folgt ebenfalls aus Kronstadt/Bartholomä  ein seltenes, ungewohntes Stück der Wintertracht, das „Kapischon“ das in der Winterzeit als Haube bei Kirchengang getragen wurde. Weiterhin folgt ein Brautpaar aus Brenndorf, wobei die junge Frau in der Tracht, der Bräutigam im Kirchenmantel, dem typischen „Rock“ dargestellt werden. Das Archivfoto stammt aus dem Jahr 1909 und stellt das Brautpaar Krimhilde und Martin Kaufmes dar. Übrigens, wo es bei den Reproduktionen möglich war, werden auch die Namen der Trachtenträgerinnen und -träger genannt. Da es sich um viele Archivfotos handelt, werden einige auch in Schwarzweißdruck oder Sepia reproduziert. Fotos neueren Datums werden in Farbdruck geboten.

Es folgen weitere Fotos mit den kompetenten Erläuterungen  zur alten Bockeltracht in Heldsdorf, der Mädchen- und Frauentracht in Honigberg mit den Trachtenträgerinnen Heike Wagner und Anneliese Madlo, eine alte Bürgertracht aus Kronstadt, eine Mädchentracht von Marienburg aus dem Jahr 1917.  Anschließend eine sehr schöne Brautschleie-rung aus Neustadt, die Judith Chrestels im Ethnographischen Museum von Kronstadt vorstellt und von Udvardi Arpad fotografiert wurde. Es sind  weitere Trachten aus Nussbach (Bockeltracht), ein Brautpaar aus Petersberg, wobei der Bräutigam keine Tracht trägt, zu sehen. Ebenfalls  Brautpaare aus Rosenau (irrtümlicher Weise ist dieses ebenfalls  als aus Petersberg stammend, angegeben), Schirkanyen, Tartlau, Wolkendorf. Beson-ders ansprechend ist eine Brautschleierung aus Rothbach, wobei die Verfasserin der Texte auch in diesem Fall alle Trachtenteile – Trachtenhemd, Samtleibchen, Tuchrock, Tüllschürze, Spangengürtel – vorstellt. Eine Braut wird auch aus Weidenbach (1932) vorgestellt. Abschließend werden eine Junge-Frauen-Tracht und Burzenländer genähte Hemden aus Zeiden, deren Träger Liane, geb. Buhn, Ottmar Schmidts  und Udo Buhn sind, geboten. Dem Herausgeber, den Gestaltern des Kalenders, der auch die Angaben zu den christlichen Feiertagen umfasst, muss volle Anerkennung für ihre Initiative und Arbeit ausgesprochen werden.

Diejenigen, die nicht in Besitz des Kalenders  vermittels der Heimatortsgemeinschaften oder Kirchengemeinden gelangen können, können sich an Udo Buhn, Schlierseeweg 28, 82538 Geretsried, Telefon 0049.8171. 34128, E-Mail: udo.buhn@t-online.de wenden und diesen zum Preis von 6 Euro, zuzüglich Versandkosten, bestellen.

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