Antonescu verzichtet auf Präsidentschaftskandidatur

„Zu wenig Zeit, um Ressentiments abzubauen“

Montag, 02. Juni 2014

Politbeobachtern zufolge erfolgen weder der Abgang des bisherigen PNL-Chefs Crin Antonescu noch die allgemein erwartete Machtabgabe an seinen bisherigen Vize Klaus Johannis völlig überraschend – tatsächlich sei Antonescu nach einer gut durchdachten Strategie bzw. nach einem „Rückzugsplan in fünf Schritten“ vorgegangen, so der Analystentenor.
Archivfoto::Agerpres

Bukarest (ADZ) - Ex-Liberalenchef Crin Antonescu hat am Wochenende für einen neuen Paukenschlag auf der Politbühne gesorgt: Auf einer Pressekonferenz überraschte der langjährige Anwärter auf das höchste Amt im Staat mit der Ankündigung, im Präsidentschaftsrennen vom Spätherbst nicht antreten zu wollen und darüber hinaus sein derzeitiges Amt als kommissarischer Parteivorsitzender mit sofortiger Wirkung niederzulegen.

Zwar glaube er nach wie vor, dass er als „stärkster Kandidat“ und mit der nötigen „Erfahrung, Vision sowie Profil“ ins Wahlrennen gezogen wäre, doch reiche ihm die Zeit einfach nicht, um vorhandene „Fixierungen“ und „Ressentiments“ noch abbauen zu können. Daher gebe er seinen Entschluss bekannt, bei der Präsidentschaftswahl nicht anzutreten, um der bürgerlichen Opposition „einen gemeinsamen Kandidaten“ zu ermöglichen, der sowohl von der konservativen Wählerschaft als auch der Presse „leichter akzeptiert“ werde, sagte der scheidende Parteichef am Samstag.

Antonescu war der PNL fünf Jahre lang vorgestanden, ihren Vorsitz übernimmt vorerst, bis zum Parteitag von Ende Juni, der aktuell ebenfalls interimistisch agierende Erste Stellvertretende Parteichef Klaus Johannis – der infolge Antonescus Schritt zurück nun sowohl zum Hauptanwärter auf den Parteivorsitz als auch, aller Wahrscheinlichkeit nach, zum offiziellen Präsidentschaftskandidaten des bürgerlichen Lagers aufrückt.

Kommentare zu diesem Artikel

Achim, 03.06 2014, 12:11
Ob er das Präsidentenamt unbeschadet "überleben" würde, mag ich bezweifeln, auch dass er die Grundprobleme des Landes lösen könnte. Rumänien ist nicht Hermannstadt, wo er jeden Morgen seinen Rundgang durchs Rathaus machen kann. Er könnte höchstens mehr für die Region Siebenbürgen tun. Den schlechten Ruf Rest-Rumäniens wird auch er so schnell nicht ändern können, sodass neue Investoren ins Land geströmt kämen. Dafür ist in der Vergangenheit zuviel gelogen und zu oft die Hand aufgehalten worden.
Klausianer, 02.06 2014, 17:34
Klaus Johannis for President! Es wird Zeit, dass Rumänien etwas "deutscher" wird. Ich bin so stolz auf unseren Klaus. Man muss ihn mit viel Macht ausstatten, dann wird schon alles gut.
rudi, 02.06 2014, 17:11
Hab ich ja schon lange gesagt......nun endlich haben die das kappiert.....nur so wird es funktionieren!!!

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