AOAR: Regierung soll Industrie selbst durch vorübergehende Nationalisierungen stützen

Baustoffkonzern Lafarge plant Rumäniengeschäft im Zuge der Fusion mit Holcim zu verkaufen

Donnerstag, 10. Juli 2014

Im Zuge der Fusion zwischen Lafarge und Holcim plant der französische Konzern Lafarge seine Aktiva in Rumänien zu verkaufen.
Symbolfoto: freeimages.com

Bukarest (ADZ) - Sollte es den wirtschaftlichen und sozialen Interessen des Landes entsprechen, liegt es im Aufgabenbereich des Wirtschaftsministeriums die rumänische Industrie zu stützen, selbst wenn dies vorübergehende Nationalisierung oder den Erwerb von Aktienpaketen, die groß genug sind, um die Strategie von in Probleme geratenen Unternehmen zu entscheiden, erfordert. Dies geht aus einer Pressemitteilung von Dienstag des Verbands rumänischer Geschäftsleute (AOAR) hervor.
AOAR weist auf Probleme in der Stahl-, Pharma- und Zementindustrie hin und empfiehlt der Regierung sich bei anderen EU-Staaten wie Deutschland, Frankreich, Polen oder Slowenien Vorgehensweisen abzugucken.


Verschiedene Industriebereiche  im Blickfeld von AOAR

Konkret wird im Schreiben der Rückzug der russischen Mechel-Gruppe aus der rumänischen Stahlindustrie im vergangenen Jahr und die Schließung der Kronstädter Medikamentefabrik Europharm durch das britische Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK) im Juni dieses Jahres erwähnt.
Die jüngste Entwicklung ist allerdings aus der Zementindustrie. Der französische Konzern Lafarge und das Schweizer Unternehmen Holcim kündigten Anfang dieser Woche an, dass im Zuge der anstehenden Fusion mehrere Standorte in Rumänien und anderen europäischen Ländern verkauft werden sollen. Um die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden zu bekommen soll sich Lafarge aus Rumänien und Deutschland zurückziehen, während Holcim auf die Geschäfte in Ungarn, Serbien sowie die meisten Aktiva in Frankreich verzichten soll.

Weitere Verkäufe der beiden Unternehmen sind für Großbritannien, Kanada, die Philippinen und Brasilien geplant. LafargeHolcim werde nur noch rund 20 Prozent des Konzernumsatzes auf seinem Heimatkontinent erzielen, teilten beide Unternehmen mit. Die derzeit weltweite Nummer eins aus der Schweiz und die Nummer zwei aus Frankreich hatten im April angekündigt zu fusionieren. Gemeinsam kommen sie auf einen Umsatz von 32 Milliarden Euro und einen Gewinn von rund 6,5 Milliarden Euro. In Rumänien sind die beiden Unternehmen seit Ende der 90er Jahre aktiv und haben jeweils etwa 1000 Angestellte. Der dritte wichtige Akteur im rumänischen Zementgeschäft ist Carpatcement, Teil der deutschen HeidelbergCement-Gruppe.

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