APIA warnt vor Abfackelungen

Den Landwirten, die durch Feuer ihre Felder sauberhalten, werden Strafen angedroht

Mittwoch, 31. Juli 2013

APIA warnt: Die Abfackelung der Heuwiesen und Weisen stellt einen Umweltfrevel dar. Foto: Werner Kremm

Da die Abfackelungssaison der Heuwiesen und Weiden im Banater Bergland bereits begonnen hat, aber auch, weil die Stoppelfelder in der Banater Ebene wieder in Brand gesteckt werden, hat die EU-Zahlstelle APIA eine Warnung an die Landwirte veröffentlicht: das Abbrennen der Vegetation stellt ein Übertreten der „guten Bedingungen/Praxis landwirtschaftlichen Handelns dar (EU-Regel GAEC 5) und einen Umweltfrevel (EU-Regel GAEC 8), heißt es in dieser Warnung, und APIA sieht sich gezwungen, dort, wo solches Vorgehen durch die APIA-Inspektoren festgestellt wird, den Farmern die Auszahlung der Flächenprämien zu verweigern. Auf alle Fälle aber, Abfackeln mit Geldstrafen zu ahnden.

Im Pressekommuniqué der EU-Zahlstelle heißt es wörtlich: „Den Landwirten, die Ackerland nutzen (einschließlich ständige oder zeitweilige Heuwiesen und Weideland), wird verboten, die Stoppelfelder und/oder die Vegetationsreste, die nach dem Abernten der Felder übrigbleiben (Stroh vom Halmgetreide, Triebe eiweißhaltiger Pflanzen oder von Kartoffeln, Maisstengel und abgerebbelte –kolben, Stengel der Sonnenblumen und vom Raps, und Ähnliches), aber auch die Stoppelfelder oder nach der Heumahd übrig- oder stehengebliebenes Gras der Heuwiesen, abzufackeln.“ Dann folgt die APIA-Drohung: „Diejenigen, die sich dieser Bedingung nicht fügen, werden bestraft, unabhängig der Größe der abgefackelten Fläche.“

Letztere Hinzufügung betreffs der „Größe der abgefackelten Fläche“ ist besonders wichtig, denn vor allem in den Hügel- und Berggegenden haben die Bauern begonnen, auch kleinflächig abzufackeln. Ein Bauer, der in der Nähe einer dieser jüngst abgebrannten Flächen seine Kuh weidete, antwortete auf die Frage, was da passiert sei: „Der Mann hat seine „livada“ abgebrannt, damit die dort oben im Satellit, die uns auf unseren Feldern ausspionieren, nicht sehen können, dass er seine livada nicht gepflegt hat!“ Zu bemerken ist: im Banater Bergland wird der Begriff „livada“, im literarischen Rumänisch „Obstgarten“, auch für „Heuwiese“ gebraucht. Implizite muss also die Erklärung so verstanden werden, dass der Besitzer der stark in Hanglage befindlichen Fläche (Foto) von APIA Flächenprämien kassiert – wenn die Fläche in Schuss gehalten wird. Und damit sie, von Weitem gesehen, in Schuss zu sein scheint, also die Flächenprämie kassiert werden kann, wird abgefackelt – in alter Tradition des Banater Berglands (aber nicht nur...), wo bislang weder die Feuerwehr noch die Polizei eine nennenswerte Einschränkung der Manie erzielt hat.

Die Polizei greift nur ein, wenn anlässlich solch oft wilder Abfackelungsaktionen auch mal eine Sennhütte abbrennt. Im Herbst 2012 sind im Weichbild der Gemeinde Kraschowa/Caraşova sechs Sennhütten - „sălăş„,  eingedeutscht „Szallasch“ heißt das Wort, das aus dem Ungarischen kommt – abgebrannt, wobei die Polizei einen einzigen angeblichen Täter mit einer Geldstrafe belegt hat. Die Feuerwehr hingegen steht meist auf ziemlich verlorenem Posten, weil sie im schwierigen Gelände kaum effizient eingreifen kann.

Bezüglich Entdeckung der Abfacklungsverursacher weiß jedes Kind, dass kaum jemand als Brandstifter herumgeht, um die Wiesen und Felder des Nachbarn abzufackeln, aber es ist auch schwer nachzuweisen, dass die Besitzer selber die Verursacher der Brände sind, auch wenn das in der Regel auf der Hand liegt. Aber Beweise sind etwas anderes als die Offensichtlichkeit.

„Ähnlich stehen die Dinge auch mit GAEC 8“, heißt es im APIA-Kommuniqué weiterführend. „Ziel dieser Bedingung ist die Beibehaltung eines Minimalniveaus der Bodenpflege, auch durch den Schutz permanenter Wiesen und Weiden. Deshalb ist es den Landwirten, die permanente Heuwiesen und Weiden nutzen, verboten, diese abzufackeln, einschließlich nach der Mahd stehengebliebenes Gras“, präzisiert APIA. „Auch in diesem Fall werden diejenigen, welche die landwirtschaftlichen und Umweltschutzbedingungen nicht einhalten, bestraft, unabhängig der Größe der Fläche, die sie abfackeln.“

Was allerdings im APIA-Kommuniqué nicht steht, das ist der Einfluss des menschlichen Faktors, die Rolle der APIA-Inspektoren, die Korrektheit dieser Inspektionen, die von den Inspektoren ausgeführt werden. Denn die abgefackelte Fläche auf unserem Foto liegt unmittelbar an einer Kreisstraße im Banater Bergland, wo man, wenn man ins nächstgelegene Dorf fährt, nur wegschauen kann, um sie nicht zu sehen.... Was allerdings das Wegschauen kostet, das müsste mal APIA-intern erforscht werden.

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