AquaCaraş-Gewerkschaft aktiv

Effektive Schützenhilfe von einem Kreisratsvize nicht ausgeschlossen

Dienstag, 11. Dezember 2018

 Reschitza – 250 der insgesamt rund 450 Arbeitnehmer der Siedlungswassergesellschaft AquaCaraş unterzeichneten das Protestschreiben, das Freitagnachmittag den Lokalredaktionen der Medien in Reschitza zugesandt wurde. Die Aktion wurde von der Unabhängigen Gewerkschaft von AquaCaraş koordiniert und könnte der Auftakt sein zu einer Protestbewegung, deren Endziel die Erzwingung der Abdankung des von der PSD zum Manager beförderten Ex-Polizeioffiziers und Ex-Präfekten Nicolae Miu-Ciobanu und der Clique pensionierter Polizisten ist, mit der dieser sich binnen eines Jahres umgeben hat.

Kreisratsvize Ionuţ Popovici (PMP), der einige Tage zuvor mit Vehemenz seine Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen AquaCaraş-Leitung offenbart hatte und der sagte, er werde nicht ruhen, bis der Manager seinen Hut genommen hat, dürfte dabei ein verlässlicher Alliierter der Freien AquaCaraş-Gewerkschaft werden.
Das öffentliche Schreiben der Gewerkschaftmitglieder hat Simona Tism²naru verfasst, die Gewerkschaftsführerin. Sie vermeidet es, irgendwelche Namen im Schreiben zu nennen, aber sie legt den Finger auf die Wunden, indem sie die Unzufriedenheiten zusammenfasst, die auf das gegenwärtige Management zurückzuführen sind und sie fordert öffentlich das Eingreifen der Aktionäre der Siedlungswassergesellschaft, so da sind: der Kreisrat Karasch-Severin (als Mehrheitsaktionär) und alle Kommunen, die dem Siedlungswasserverband AquaCaraş angehören.

„Die gegenwärtige Firmenleitung hat massive Entlassungen vorgenommen und die Belegschaft von 680 auf rund 450 reduziert, die in den acht Einsatzstellen (identisch mit den acht Städten des Banater Berglands – Anm. Wk) arbeiten”, heißt es im Schreiben. „Trotzdem ist beim arbeitenden Personal keinerlei Lohnerhöhung vorgenommen worden, obwohl die Ausgaben für das produktive und Aushilfspersonal gesenkt wurden. Und trotzdem wird uns und der Öffentlichkeit die finanzielle Lage des Unternehmens als ein Desaster dargestellt. Warum wohl…? Desgleichen ist seit einem Jahr keinerlei Verbesserung der Arbeitsbedingungen geschehen. Viele der besten Fachleute haben es deshalb vorgezogen, sich vorzeitig pensionieren zu lassen oder das Unternehmen zu verlassen. Die wenigen Investitionen, die getätigt wurden, zielten nicht auf den produktiven Bereich ab, zwecks Steigerung der Arbeitsproduktivität und Verbesserung der Arbeitsbedingungen. In der Siedlungswasserwirtschaft des Banater Berglands sind immer noch die Schaufel, die Spitzhacke und die Hacke das modernste Werkzeug. Dafür hat sich die Unternehmensleitung neue Dienstfahrzeuge zugelegt, mit allen Extras.“

Der Kreisrat Karasch-Severin und die Stadträte des Banater Berglands werden im Schreiben aufgefordert, endlich entschlossen die finanzielle Lage von AquaCara{ aufzuklären – einschließlich die Abwicklung und Verrechnung der von der EU finanzierten Modernisierungs- und Ausbauarbeiten des Siedlungswassernetzwerks – aber auch tiefer und kritischer hineinzuschauen in die Probleme, „vor denen diese Firma steht“. Kreisratsvize Ionu] Popovici zeigte sich zwei Tage vor Veröffentlichung des Schreibens der Gewerkschaft viel radikaler: „Die Unregelmässigkeiten und das Schlamassel von AquaCara{ lassen als allererstes eine einzige Schlussfolgerung zu: ‘Dieses unfähige Management, das sich dort eingenistet hat, muss weg!’ Und ich werde nicht ruhen, bis die nicht ihren Hut genommen haben!” Nicolae Miu-Ciobanu wird von Popovici – von Amts wegen verantwortet für AquaCaraş Kreisratsvize Flavius Nedelcea (PSD), ein Parteifreund Miu-Ciobanus – „schlechtes Ressourcenmanagement im Finanzbereich und sehr schlechte Verwaltung des Personalwesens” vorgeworfen, woraus Popovici die Schlussfolgerung zieht, dass „es reinster Selbstmord wäre, wenn wir die dort weiter im Amt lassen!” Sogar den Selbstmordversuch des Chefingenieurs von AquaCara{, der vor einigen Wochen in Reschitza für Wirbel sorgte, führt Popovici auf diese Führungs-Unfähigkeit des Managements durch den Ex-Polizisten Miu-Ciobanu zurück.

Kommentare zu diesem Artikel

Peter, 11.12 2018, 20:44
Jetzt wird mir einiges klar! Bei meinem letzten Besuch in Caras Severin wunderte ich mich über die braune Brühe, die aus dem Wasserhahn kam, scheinbar ist diese Aquacaras nichts anderes als ein Ruhebett für ausrangierte Beamte.
Warum gehen die Gemeinden die dieses Wasser beziehen nicht vor Gericht, in der Satzung von Aquacaras, Artikel 2.1 steht: Trinkwasser - Wasser, das die Trinkwasserqualitätsindikatoren der geltenden Gesetzgebung erfüllt. Wenn das die rumänische Trinkwasserqualität ist, dann nehme ich mir zur nächsten Rumänien Reise ein paar Kanister Mainwasser mit, das ist allemal besser als diese Brühe.
Nur noch eines: Touristen die den Wasserhahn aufdrehen, packen sofort wieder ihre Koffer und verlassen fluchtartig Rumänien! Diese Brühe ist nur i-Tüpfelchen .... schlechte Straßen, vermüllte Straßenränder, vermüllte Wälder (das hat sich bald erledigt), vermülltes Donauufer. Mit diesen Attraktionen sollen neu Touristen angelockt werden?? Die wenigen die kommen, kommen nicht wegen Rumänien als Urlaubsland, sondern besuchen Rumänen die sie lieb gewonnen haben.

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*