Arader Festtage 2013: Eine Stadt feierte zehn Tage lang

Bilanz eines erfolgreichen Festes und die Bedeutung für Arads Zukunft

Donnerstag, 29. August 2013

Musik sämtlicher Genres: Vielfalt wurde während der Arader Festtage groß geschrieben.
Foto: Adrian Ardelean

Arad - Die Festtage der Stadt Arad klangen Sonntagabend mit einem Freilichtkonzert auf dem Gelände des Neptun-Freibads aus. Ein Sommersturm mit Gewitter und Regenschauern verkürzte den Abschluss der Veranstaltungsreihe gegen 22 Uhr abrupt. Halb so schlimm, fanden die Veranstalter, schließlich kamen zehn Tage lang die Arader sowie Freunde auf ihre Kosten.

Die Arader Festtage standen in diesem Jahr im Zeichen der Kandidatur der Stadt für den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2021“. Eigentlicher Festtag der Stadt ist laut Stadtratsbeschluss der 22. August, der Tag an dem die Ortschaft 1834 zur königlichen Freistadt durch Kaiser Franz I. erklärt wurde. Die sogenannte damalige „Libertierung“ ermöglichte der Stadt eine rasche Entwicklung in den darauffolgenden Jahren zu einem der wichtigsten wirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Region. Die Erhebungsfeier vor 179 Jahren dauerte zehn Tage lang. Genauso lange dauern heute die Festlichkeiten.

Begonnen haben die Arader Festtage am Freitag, dem 16. August. Der Autoverkehr wurde auf der Strecke Theater – Rathaus gesperrt. Hier fand eine Sommermesse statt. Freilichtkonzerte, Ausstellungen, Sportevents, Konferenzen und Festivals standen des Weiteren auf dem Programm. „Das Programm war auf die beiden Wochenenden zentriert. Die Feier begann in den Stadtvierteln mit Folkloredarbietungen, da wir eine direkte Verbindung zu deren Bewohnern erreichen wollten“, so Bürgermeister Gheorghe Falcă. „Es folgten danach die Veranstaltungen während der Woche, die hauptsächlich der Kultur gewidmet waren: Buchvorstellungen, Ausstellungsvernissagen und Theatervorführungen.“

Das Rathaus stand am Montagnachmittag für alle Besucher offen. Am Dienstag wurden alle Paare der Stadt geehrt, die heuer goldene Hochzeit feiern. Am Abend wurde die lange Nacht der Arader Kultureinrichtungen begangen. Der Mittwoch war der ungarischen Partnerstadt, Fünfkirchen/Pécs, gewidmet. Künstler aus Fünfkirchen stellten im Arader Clio-Saal aus, eine Blaskapelle, ein Folkloreensemble und ein Pop-Sänger aus der ungarischen Partnerstadt traten im Eminescu-Park hinter dem Rathaus auf. Der frisch renovierte Festsaal des Rathauses, der früher als Austragungsort der öffentlichen städtischen Bälle diente, beherbergte am Donnerstag eine Festsitzung des Stadtrates mit Ehrenwürdigungen.

„Wir haben in diesem Jahr sieben Bürgern unserer Stadt Ehrendiplome verliehen“, so Falcă. „Außerdem wurde ein enger Freund der Stadt aus Fünfkirchen/Pécs mit einer Ehrenauszeichnung gewürdigt. Er hat die Zusammenarbeit zwischen unseren Städten gemeinsam mit dem Arader Stadtrat Gheorghe Matica vor mehreren Jahren eingeleitet.“
Am Donnerstag starteten auch die Konzerte im Neptun-Freibad. Die ersten beiden Abende waren der Arader Staatsphilharmonie und ihren Gästen reserviert: am Donnerstagabend mit Ioan Gyuri Pascu und The Blue Workers und am Freitagabend mit Cezar The Voice, dem Vertreter Rumäniens beim diesjährigen Eurovision Song Contest.

Samstagabend traten auf der Freilichtbühne mehrere Pop-, Hip-Hop und Rock-Künstler auf, darunter auch die rumänische Band Holograf mit ihrem Lead-Sänger Dan Bitman. Freitag und Samstag wurde gerast: Die Arader Rallye lockte zahlreiche Rennsportbegeisterte an. Schon während der Woche konnten die teilnehmenden Autos im Stadtzentrum bewundert werden. Der Startschuss fiel am Freitag vor dem Rathaus, am Samstag waren die Autos im Verwaltungskreis unterwegs. Am Sonntag wurden schließlich vor dem Rathaus die Ergebnisse bekannt gegeben sowie die Gewinner ermittelt und ausgezeichnet.

Der Sonntag gehörte besonders den Feinschmeckern: Am Vormittag fand im Neptun-Strand das interkulturelle Kesselgulaschfestival statt. Abends standen Folkloredarbietungen bekannter rumänischer Gruppen und Solisten auf dem Programm, darunter das Arader Ensemble Rapsozii Zarandului und Tinu Veresezan. Während der gesamten Veranstaltung liefen auf zwei großen Videomonitoren neben der Freilichtbühne Werbespots zur Unterstützung der Stadt Arad für den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2021. Dieses Thema stand auch am Mittwochnachmittag im Mittelpunkt einer Konferenz der Stadtverwaltung ebenfalls im Neptun-Strand. Gezeigt wurde dabei der Film „Arad, eine europäische Burg der kulturellen Vielfalt“ und im Anschluss daran stellte Bürgermeister Gheorghe Falcă die Entwicklungsperspektiven der Stadt hinsichtlich der lokalen Ressourcen vor.

„Wir wollen die Marosch wieder schiffbar machen. Wir planen eine städtische Wasserverkehrslinie mit zehn Haltestellen, aber auch eine Schleuse, die ein Netzwerk von Kanälen mit Wasser versorgen soll“, so der Stadtherr. „Das Wasser soll dann auch für die Bewässerung der anliegenden Agrarflächen dienen.Ein weiteres Projekt im Bereich der Ressourcen ist die historische Burg der Stadt, die zurzeit noch in der Verwaltung des Verteidigungsministeriums ist. Wir bereiten uns darauf vor, sie zu übernehmen und sie in ein wichtiges touristisches Zentrum umzuwandeln.“

Bürgermeister Gheorghe Falca schloss in seiner Präsentation auch die Entwicklungsperspektiven der Stadt Arad als Teil des Wachstumspols Westrumäniens ein. Die Stadt liegt nur 50 Kilometer von der anderen Großstadt der Region Temeswar entfernt. Beide Städte  verfügen über wichtige Ressourcen, beide genießen einen klaren strategischen Vorteil aufgrund ihrer Lage an der westrumänischen Landesgrenze. Die beiden Zentren könnten sich gegenseitig ergänzen, wenn sie zusammenarbeiten würden. Eine Zusammenarbeit würde als Folge die Bildung des zweitgrößten Entwicklungspols des Landes nach Bukarest haben, so Bürgermeister Falcă. In diesem Kontext wäre – auch wenn diese Idee nicht ausdrücklich erwähnt wurde – eine regionale Zusammenarbeit zwischen Arad und Temeswar für die Erlangung des Titels Europäische Kulturhauptstadt 2021 nicht auszuschließen.

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