Arader Reifeprüfung mit Schmiergeldaffäre

Ein Trio hatte das System genau ausgeklügelt

Dienstag, 01. Juli 2014

Arad - Die schlechten Gewohnheiten im rumänischen Unterrichtswesen sind schwer auszumerzen: Trotz verstärkter Kontrolle und elektronischer Überwachung bei der Reifeprüfung landesweit, unternehmen Lehrer, Verantwortliche vom Schulinspektorat und Schüler doch den Versuch, die Reifeprüfung mittels Betrugs zu schaffen.

Letzten Sonntag, mitten während der laufenden Reifeprüfung, wurden drei Arader Lehrer wegen Annahme von Schmiergeld und versuchten Betrugs bei der Reifeprüfung gefasst und von der Staatsanwaltschaft zum Verhör geführt. Es handelt sich um Mihai Spanu, den stellvertretenden Arader Generalschulinspektor, Simona Cristea, Schulinspektorin im Fach Rumänisch, und Lavinia Biţ, Lehrerin vom Arader Prüfungszentrum. Das direkt mit der Reifeprüfung befasste Trio hätte nach ersten Aussagen der Arader Staatsanwaltschaft insgesamt 10.000 Euro von Schülern bzw. diesjährigen Prüfungskandidaten eingesammelt, um ihnen diese Prüfung zu „erleichtern“.

Die Staatsanwälte haben dabei Hausuntersuchungen in mehreren Arader Wohnungen durchgeführt. Es wurden nicht nur Geldsummen, sondern auch Listen der Schüler bzw. Schmiergeldgeber aufgefunden. Laut ersten Angaben der Staatsanwaltschaft war das System bis ins kleinste Detail ausgetüftelt. Die drei Lehrer hielten die Beziehungen zu mehreren Lehrern aus der Stadt Arad und aus dem Kreis Arad über Monate hin warm und führten dann die Sammelaktion durch.

Etliche Schüler wären persönlich mit ihrem Schmiergeldumschlag vorstellig geworden. Ein „Beitrag“ setzte bei 100 Euro an, je nach der gewünschten Prüfungsnote mussten jedoch höhere Geldsummen beglichen werden. Gemäß der ersten Untersuchungen wären Hunderte Schüler und Lehrer aus dem gesamten Landeskreis Arad in diese Affäre verwickelt. Laut Oberstaatsanwalt Codrin Gavra wäre das Lehrer-Trio schon seit längerer Zeit vom Rumänischen Informationsdienst SRI Arad beschattet worden. Die gesamte Aktion wird von DGA Arad, SRI Arad und der Arader Staatsanwaltschaft durchgeführt.    

Kommentare zu diesem Artikel

Alexander, 01.07 2014, 15:29
So untergräbt man eben rumänische Prüfungen und damit auch die Bedeutung und den Wert, der rumänischen Abschlüssen zugemessen werden kann. Betrogen werden letztlich die Schüler, die lernen und auch echte Leistungen erbringen.
So aber: eine 10 für den faulen Deppen aus reichem Hause, der meist im Cafe statt im Klassenzimmer sitzt, und eine 9 für die Schülerin, die sich bemüht etwas zu lernen.
Zu bedauern sind auch die Faktultäten, deren Lehrpersonal zwar von den Eltern der Deppen gut entlohnt werden, deren Niveau jedoch in tiefste Tiefen heruntergezogen wird.
Und letztlich muss man Rumänien bedauern, da diese faulen Deppen letztlich auf Posten enden, bei denen eigentlich gute und qualifizierte Entscheider gefragt wären.

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