Arafat lehnt Ministeramt in neuer Regierung ab

In einer technischen Funktion könne er mehr bewirken

Montag, 19. November 2012

Bukarest (ADZ/Mediafax) - Zu der Frage einer möglichen Fortsetzung seiner Funktion als Gesundheitsminister in der neuen Regierung äußerte sich Raed Arafat in einer Sendung von PRO TV am Sonntag explizit negativ. Ein solches politisches Amt würde ihn nur rigide und unflexibel machen – in einer technischen Position könne er wesentlich mehr für das Gesundheitssystem bewirken. Seine jetzige Funktion betrachte er als Notfallmaßnahme.

Zu seinen Plänen in Bezug auf die Modernisierung des Gesundheitssystems gehöre die Zentralisierung der Anschaffung von Geräten, Material und teuren Medikamenten sowie eine langfristige Planung. Das Gesundheitsministerium solle Sammelbestellungen für alle Spitäler zentral ausschreiben und auf diese Weise durch Konkurrenzdruck substanzielle Preisreduzierungen erwirken.

Bei Ambulanzen zeigte sich bereits, dass die Preise bei zentralisierter Sammelbestellung um 15 bis 20 Mal kleiner ausfielen als 2007. Weiters sucht man nach Lösungen für die Erhöhung der Gehälter der Ärzte, einer Bezahlung nach Leistung und einer Erleichterung für die Auslandsrückkehrer durch automatische Anerkennung der Qualifikationen aus den USA, Kanada und Israel. Zum neuen Gesundheitsgesetz berate man sich derzeit mit europäischen Experten. Besonderes Anliegen sei dem Minister die Bekämpfung der Korruption: Die Menschen müssten endlich den Mut finden, Unregelmäßigkeiten aufzuzeigen und mit konkreten Daten zu belegen.

Kommentare zu diesem Artikel

Skeptikus, 21.11 2012, 10:49
Kompliment für Herrn Arafat. Erstens hat er mit dem Aufbau des hocheffizienten SMURD bewiesen, dass funktionierende öffentliche Strukturen auch im öffentlichen Gesundheitswesen in Rumänien geben kann. Zweitens ist zu bewundern, dass er sich nicht durch ein Ministeramt vereinnahmen lässt. Das öffentliche Gesundheitswesen ist leider marode, ineffizient und korrupt. Drei Dinge gehören getan: 1. (Teil)privatisierung, d.h. führen des Krankenhäuser / Spitäler nach wirtschaftlichen Kriterien (Effizienz, Effektivität), 2. Strikte Kontrolle (Outsourcing??) des Beschaffungswesens für Geräte, Verbrauchsmaterialen und Bauleistungen, 3. Leistungsgerechte Bezahlung des Personals auf allen Ebenen, damit dieses mit dem Lohn/Gehalt angemessen leben kann, ohne Schmiergelder annehmen zu müssen.
Rudi, 20.11 2012, 06:59
Hab ich ja bereits gesagt, der richtige M A N N , auf dem richtigen Posten! Und so wie der es machen will, so muß es auch in anderen Bereichen gemacht werden, zentral und transparent ausschreiben, ohne dubiose Mittelsmänner!
Wenn ich nur bedenke, was hier in Rumänien für neue Feuerwehrfahrzeuge und Krankenwagen bezahlt wird, da läuft es mir kalt der Rücken runter!! Man kann nur hoffen, des er auch nachher im Amt bleibt!!
Klaus, 19.11 2012, 20:17
Das ist wohl wahr.-Ich bekomme nach einer zahnbehandlung gerade die hälfte von meiner krankenkasse ersetzt.-Kosten für die sogenannten "privaten cabinette" werden teils nur mit einem 1/4 erstattet.-Dazu kommt das einiege für "ausländer" cein doppeltes honrar fordern.Das wird dann schon an der eingangstür bekannt gemacht.-Das ist die EU in reinkultur und ein freibrief zum abzocken von kranken wie ich es in keinem lande je erlebt habe, und ich habe in vielen ländern gelebt..Da ist rumänien einsame spitze.-Jetzt will die casä des asegurare auch beiträge von mir haben.Das verstößt eindeutig gegen EU recht.
Ottmar, 19.11 2012, 18:02
Bravo. Das koennte was bringen. Durch die Korruption sind die medizinischen Leistungen in Rumaenien teuerer als in Deutschland

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