Archäologische Funde bei Sanktandreas

Stockwerkwohnungen aus der Jungsteinzeit entdeckt

Mittwoch, 25. Juli 2012

TemeswarBereits seit einiger Zeit werden bei Sanktandreas/Sânandrei im Verwaltungskreis Timiş/Temesch immer wieder neue Funde aus dem Neolithikum zu Tage gefördert. Mehrere 7.000 Jahre alte Wohnungsreste belegen nun, dass die Bewohner dieser Region in der Jungsteinzeit in Wohnungen mit Stockwerken gelebt haben. Auf der archäologischen Fundstätte, 20 Kilometer von Temeswar/Timişoara entfernt, kamen aber auch andere überraschende Funde ans Licht.

Sie sind zwischen 7.000 und 4000 Jahre alt und ergänzen nun die Historiografie der Region: Keramikgeschirr, Wohnungsreste, Objekte aus gebrannter Tonerde und weitere Artefakte wurden bei Sanktandreas ausgegraben. 20 Jahre dauern die Grabungen an dieser archäologischen Fundstätte bereits an, die sich über rund zwei Hektar erstreckt. Gegraben wird noch diese Woche, danach wird das Gelände zur Schutzzone erklärt. Die wertvollsten Funde werden nach den Restaurierungsarbeiten im Banater Museum ausgestellt.

„Die Funde treten alle konzentriert auf und deuten damit auf eine Siedlung hin. Interessanterweise wurden hier auch Wohnungen mit Stockwerken entdeckt“, sagt der Temeswarer Archäologe Florin Draşovean, der das Projekt geleitet hat und als kompetentester Fachmann Rumäniens für Fragen der Archäologie der Steinzeit gilt. Rund 30 zusätzliche Wohnungen konnten hier bei den letzten Forschungsarbeiten nachgewiesen werden. Es geht dabei um neolithische Bauten aus dem Zeitraum 5.100 – 4.800 v.Chr.

Die Archäologen fanden auch mehrere Gräber, die auf eine Bevölkerung mediterranen Ursprungs hindeuten. „Die entdeckten Knochen und Objekte wurden nach Ungarn, zu einem Forschungslabor geschickt, um genauer untersucht zu werden“, so Draşovean. Auch der Blütenstaub, der tief in der Erde entdeckt wurde, soll untersucht werden. Die Forscher hoffen, dass sie dadurch mehr über die Pflanzen der damaligen Zeit erfahren werden.  

Zugleich sind hier auch Anzeichen für einen Kulturenaustausch identifiziert worden: „Das Gestein stammt aus der pannonischen Gegend“, erläutert der Archäologe Dra{ovean, der demnächst einen zusammenfassenden Forschungsbericht über dieses neolithische Dorf im Banat veröffentlichen wird. Studenten der Geschichtsfakultät und Archäologen aus Temeswar, Iassy/Iaşi und Târgoviste haben bei den archäologischen Sichtungs- und Grabungsarbeiten mitgemacht.

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